ÖVP übt Kritik an möglichem Rechenzentrum in Nickelsdorf

Transparenz

In der Frage des kolportierten Großrechenzentrums in Nickelsdorf wandte sich die ÖVP am heuten Freitag mit Fragen zu dem Projekt an die Presse. Kurz darauf äußerte sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) erstmals konkret zu der Thematik.

ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits, Landtagsabgeordneter Markus Ulram und Landtagsabgeordneter Gerald Handig.

ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits, Landtagsabgeordneter Markus Ulram und Landtagsabgeordneter Gerald Handig.

© Klaus Zwinger

Am heutigen Freitagvormittag luden ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits, Landtagsabgeordneter Markus Ulram und Landtagsabgeordneter Gerald Handig zu einer Pressekonferenz direkt am geplanten Areal in Nickelsdorf. Die Szene vor Ort spricht Bände: ein verbranntes Maisfeld, wo sich entlang der Wege sogar das Unkraut schwer tut, in der sengenden Hitze und bei ausbleibendem Regen zu wachsen.

ÖVP übt Kritik an möglichem Rechenzentrum in Nickelsdorf

© ÖVP Burgenland

Thematisch ging es den ÖVP-Vertretern um den zu erwartenden Wasser- und Flächenverbrauch, die notwendige Infrastruktur, sowie Transparenz bei der Frage nach der Zahl der tatsächlich entstehenden Arbeitsplätze und dem konkreten Nutzen für Nickelsdorf und die Region. Gleichzeitig verwies die ÖVP auf das geplante Wasserstoffprojekt ganz in der Nähe, welches im Falle seiner Verwirklichung auch enorme Wassermassen in Anspruch nehmen würde.

„Wir sagen 'Ja' zu Investitionen und Betriebsansiedlungen. Aber eine große Investitionssumme allein ist noch keine erfolgreiche Wirtschaftspolitik. Entscheidend ist, was am Ende für die Region und die Menschen übrig bleibt“, so Zarits. Würden bei massiver Beanspruchung von Boden, Wasser und Energie kaum neue Arbeitsplätze entstehen, wäre das „ein Armutszeugnis für die Ansiedlungspolitik des Landes“.

Ulram kritisierte vor allem den Ressourcenverbrauch: Gerade angesichts von Hitze und Trockenheit müsse geklärt werden, woher das benötigte Wasser komme, ob eigene Brunnen geplant seien, aus welchem Grundwasserhorizont entnommen werden solle und welche Folgen das für Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung hätte. Er kündigte einen umfassenden Fragenkatalog an die Landesregierung an.

Doskozil: Zu hoher Wasserverbrauch ist Ausschlusskriterium

Auf die Kritik reagierte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit einer klaren Ansage: Fällt der Wasserverbrauch ähnlich hoch aus wie bei dem umstrittenen Rechenzentrumsprojekt im oberösterreichischen Kronstorf, werde es in Nickelsdorf nicht kommen. Details zu Standort, Umfang oder Zeitplan des Projekts nannte er nicht – aktuell handle es sich um Gespräche, ein fixer Beschluss liege nicht vor.