Dreifach unbezahlbare Erfahrung für drei Burgenländer bei der U17-WM
U17-Weltmeisterschaft
Mit Christoph Witamwas, Patrik Bani und Matthias Lang hatte das Burgenland drei Vertreter bei der so erfolgreichen U17-WM im Einsatz. Alle drei waren im Betreuerstab tätig – und alle drei schwärmten auch mit ein wenig Abstand von den Top-Erfahrungen, ganz abgesehen vom Vizeweltmeistertitel. Die BVZ fragte bei ihnen nach.
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Und irgendwann zitterte dann ganz Fußball-Österreich mit, als es für die rot-weiß-rote U17 am 27. November im Finale der Weltmeisterschaft um den ersten WM-Titel für unser Land ging. Es war die Krönung, dass es eine Nachwuchs-Nationalmannschaft durch den laufenden Erfolg vom Insider-Tip zum Stammtischgespräch Nummer eins schaffte.
Am Ende blieb der Truppe von Teamchef Hermann Stadler nach dem 0:1 gegen Portugal im Endspiel zwar nur der Vizeweltmeistertitel, als gefeierte Helden kam die U17-Crew aber allemal wieder nach Hause zurück.
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Mittendrin waren beim WM-Abenteuer in Katar, bei dem Österreich bis zur 0:1-Finalniederlage alle Spiele gewinnen konnte und dabei lediglich einen Gegentreffer kassiert hatte, auch drei Burgenländer. Sie waren Teil des Betreuerstabs und somit von Anfang an live dabei.
Witamwas: Matchplan, Taktiker und Motivator
Christoph Witamwas etwa. Der Schattendorfer und Ex-Fußballakademie-Burgenland-Coach ist mittlerweile in der Austria-Akademie tätig. Weil Co-Trainer Thomas Sageder aufgrund seines (damaligen) Jobs als Co-Trainer bei Rapid Wien nicht die Reise zur WM mitmachte, stieg der 38-Jährige vom Assistenztrainer Analyse zum Co-Trainer auf – und war somit unmittelbar an Stadlers Seite im Geschehen. Noch vor dem Abflug meinte Witamwas auf die Frage nach der Zielsetzung: „Wenn man bei einer Weltmeisterschaft dabei sein will, dann so lange wie möglich.“

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Dass der Weg letztendlich bis (fast) zum Ziel führte und erst im Endspiel endete, konnte der akribische Tüftler freilich nicht ahnen. Geträumt davon hat er aber. Und seinen Anteil an der Erfolgsgeschichte, der bislang größten einer ÖFB-Auswahl bei einer Großveranstaltung, war dann auch gewichtig. „Witi“ tüftelte an der Matchplanung, sprach ein Wort bei der Aufstellung mit und glänzte mit seinen Ansprachen in den Halbzeitpausen als Motivator. „Es war ein Erlebnis, das unglaublich war“, brachte es der Burgenländer auf den Punkt. Auch wenn kurz nach dem Schlusspfiff gegen Portugal ein wenig Wehmut mitspielte: „Es war vielleicht eine einmalige Chance, einen Weltmeistertitel zu holen.“ Nach der Rückkehr ein paar Tage später, wusste der ehrgeizige Coach die Geschehnisse aber schon einzuordnen: „Wir haben dort als Team etwas erreicht, das einzigartig ist.“
Die Betonung liegt auf Team. Das hebt der Co-Trainer der so erfolgreichen U17-Auswahl klar hervor und schildert den Erfolgsweg: „Die Jungs sind ein eingeschweißtes Team. Und die Geschichte hat ja schon vor Katar begonnen. Mit der Quali, wo wir uns gegen Deutschland und Spanien durchgesetzt haben. Bei der Endrunde hat dann so vieles gepasst. Wir haben bis zum Finale nur ein Gegentor erhalten und 17 Treffer erzielt, waren offensiv zielstrebig und konsequent. Das war richtig gut.“ Wann der Zeitpunkt kam, als er endgültig das Gefühl hatte, dass die Reise richtig weit gehen kann: „Das war nach dem 4:0 gegen England. Wenn man so ein Team mit der Art und Weise schlagen kann, dann ist alles möglich.“ Der Rest ist eben die großartige Erfolgsstory. Die soll aber für die Kicker nicht in Doha enden. „Da gibt es viele, die wahrscheinlich eine große Karriere vor sich haben, wenn man behutsam und am Boden bleibt“, so Witamwas.
Patrik Bani: AKA-Chefcoach als Athletik-Spezialist
Mit Patrik Bani war auch ein aktueller Chefcoach der Fußballakademie Burgenland vor Ort dabei. Der U16-Trainer aus Steinberg war als Sportwissenschafter mit den Athletiktrainer-Aufgaben betraut. „Es war unbeschreiblich, wie das Turnier abgelaufen ist. Die Bedingungen, die Platzverhältnisse und der Stellenwert dort waren ein Wahnsinn – und die Mannschaft hat sich das alles erarbeitet.“ Sprich der Erfolg kam nicht zufällig daher. „Das Team war seit eineinhalb Jahren ungeschlagen, da entwickelst du ein Mindset, das nicht alltäglich ist.“ Ebensowenig alltäglich war, was diese U17-Nationalmannschaft ausgelöst hat. Auch Bani war nach der Rückkehr positiv überrascht, denn: „Wir waren in unserer Blase drin und haben die entstandene Euphorie in Österreich nicht so gespürt, nach der Rückkehr dann sehr wohl.“

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Persönlich hat der 28-Jährige neue Erfahrungen en masse mitgenommen: „Jede Besprechung habe ich aufgesaugt, weil ich ja auch überall dabei war. Es war wie eine Art Hospitation und hat mir unglaublich viel gegeben. Wir sind dort als Freunde zusammengewachsen, dieses Erlebnis ist wie eine Nabelschnur, die bleibt.“ Was die Spieler betrifft hofft Bani, dass „einige die Möglichkeit bekommen bei den Erwachsenen in den Profibereich zu schnuppern. Wer, wenn nicht diese Jungs, soll sonst raufkommen aus dem Nachwuchs?“ Als Coach setzt der Mittelburgenländer seine Prioritäten übrigens wieder voll auf seine Aufgabe in der Fußballakademie Burgenland. „Ich habe beim ÖFB kommuniziert, dass ich als Athletiktrainer jetzt eine Pause mache und mich bis auf weiteres voll auf die Aufgabe als Headcoach konzentrieren will.“ Mit einer klaren Mission: Spieler und eine ganze Mannschaft zu entwickeln.

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Matthias Lang machte die WM-Helden matchfit
Physiotherapeut Matthias Lang aus Pöttsching war bei der U17-Weltmeisterschaft ebenso mittendrin in einer rot-weiß-roten Erfolgsgeschichte, die ihm noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der seit vier Jahren bei der Vienna tätige Physiotherapeut ist dort ein fixer Bestandteil des medizinischen Teams – und brachte diese Erfahrung auch auf höchster internationaler Nachwuchsebene ein.

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Nicht nur die sportlichen Ergebnisse, sondern vor allem der außergewöhnliche Teamgeist prägten für Lang dieses Turnier. Das galt aus seiner Sicht für alle Beteiligten: „Die Jungs waren eine spezielle Truppe“, erzählt er. „Ein riesiger Zusammenhalt, ein Teamspirit, wie man ihn selbst bei Nationalmannschaften nicht als selbstverständlich ansehen kann. So etwas habe ich in dieser Form selten erlebt.“

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Für Lang war es eine große Ehre, Teil dieses Teams zu sein. Die medizinische Abteilung und der gesamte Betreuerstab arbeiteten eng zusammen, professionell und auf höchstem Niveau. Die Betreuung spielte dabei eine zentrale Rolle: Fitnessarbeit im Vorfeld, Behandlungen nach den Spielen und eine gezielte Regeneration gehörten zu den täglichen Aufgaben, um die Spieler optimal auf jede neue Herausforderung einzustellen. Dass die österreichische U17 bei der WM auch körperlich überzeugte, war kein Zufall. Die Fitness zählte zu den großen Stärken des Teams – ein Resultat der akribischen Arbeit im Hintergrund. „Wir haben uns dort wirklich super vorbereitet“, betont Lang. „Am Ende greift dann alles ineinander.“
Neben aller Professionalität kam auch der Spaß nicht zu kurz. „Super coole Leute, extrem professionelle Arbeit – es hat richtig Spaß gemacht.“ Letztendlich war es eine Erfolgsgeschichte, bei der zwar am Spielfeld keine Burgenländer eine Rolle spielten, abseits davon aber umso mehr.

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