Valentina Mädl und ein WM-Auftaktsieg als schöner Spiegel

U20-Weltmeisterschaft

Österreichs U20-Frauen haben sich in der Nacht von Montag auf Dienstag bei der U20-Weltmeisterschaft in Kolumbien mit einem 2:1 gegen Ghana einen Geschichtseintrag mit Erfolgsgarnierung gesichert. Es war das erste Weltmeisterschaftsspiel eines österreichischen Frauen-Nationalteams – und das wurde eben gewonnen. Mittendrin: die Mönchhoferin Valentina Mädl, für die der erste Erfolg auch nicht von ungefähr kam.

Valentina Mädl und Nicole Ojukwu bei der U20-WM in Kolumbien.

Valentina Mädl und Nicole Ojukwu bei der U20-WM in Kolumbien.

© Jasmin Walter / ÖFB, Jasmin Walter / ÖFB

In Bogota war es 17 Uhr beim Anpfiff zum ersten WM-Spiel einer österreichischen Frauen-Auswahl. Schon seit zwei Wochen bereiteten sich die Mädchen unter Teamchef Markus Hackl auf das Abenteuer vor, vor allem auf die kolumbianische Hauptstadt Bogota, die auf 2.600 Meter Seehöhe liegt. Und da ist die Luft doch schon recht dünn.

Stoßstürmerin Valentina Mädl

Nicht aber für die Österreicherinnen. Die Viererabwehrkette vor Torfrau Mariella El Sherif bildeten Kapitänin Chiara D´Angelo, Sarah Gutmann, Tatjana Weiss und Laura Spinn. Im zentralen Mittelfeld starteten neben Magdalena Rukavina, Nicole Ojukwu und Greta Spinn Anna Wirnsberger und Hannah Fankhauser auf den Außenbahnen, Valentina Mädl war die Stoßstürmerin.

Und die Mönchhoferin kürte sich im El Techo Stadium vor 1.400 Fans beinahe zur ersten rot-weiß-roten Torschützin der WM-Geschichte. Ihr flacher Schuss wurde, nachdem die Torfrau bereits geschlagen war, allerdings von der gegnerischen Abwehrspielerin vor der Linie geklärt. Die Offensivkraft des SKN St. Pölten und Solostürmerin im Auftaktduell wird es verkraften – so übernahm den Job der Torschützin eben Hannah Frankhauser, die nach zwölf Minuten (und Assist von Mädl) zum 1:0 traf.

Nach der Pause und einer Drangperiode von Ghana war es dann Nicole Ojukwu, die einen Handselfer zum 2:0 verwertete. Hackl hatte den „Football Video Support“ (VS) nach einer strittigen Szene beordert. Die kostengünstige Alternative zum Video Assistent Referee (VAR) ermöglicht jedem Teamchef unter anderem, zwei Mal pro Partie bei Spielszenen, die im Zusammenhang mit einem Tor, Strafstoß, Roter Karte oder einer Gelben Karte für eine falsche Spielerin stehen, eine Video-Überprüfung einzufordern.

In weiterer Folge war mehr als der 2:1-Anschlusstreffer für die Mannschaft aus Afrika nicht mehr drin. Auf Seiten der Österreicherinnen bilanzierte die einzige Burgenländerin höchst zufrieden nach dem Auftakt: „Das Spiel war für uns alle natürlich sehr besonders, umso mehr freuen wir uns, dass wir einen Sieg einfahren konnten“ meldete Mädl aus Kolumbien. Nachsatz: „Das widerspiegelt auch den täglichen Einsatz, den wir bringen, deshalb können wir echt stolz auf uns sein.“

Weiter geht es nun in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit dem Match gegen Neuseeland, Montagfrüh folgt das Duell mit Japan, den Weltmeisterinnen von 2018. Valentina Mädls Erwartungen für das nächste Spiel: „Da wird ein schwerer Gegner auf uns warten. Wir wollen mit der gleichen Einstellung ins Match gehen und erwarten eine hart spielende Mannschaft, die wir mit unserer taktischen und technischen Qualität brechen wollen.“ Wichtig wäre es jedenfalls, schon den nächsten Sieg einzufahren, um den Achtelfinalaufstieg vorzeitig sichern zu können.

Im zweiten Spiel der Gruppe E fertigte Japan die Neuseeländerinnen mit 7:0 ab. Neuseeland ist eben am Freitag der nächste Gegner von Österreich, der ORF überträgt live um 3 Uhr morgens. Auch das Spiel gegen Gruppenfavorit Japan am Montag um 1 Uhr früh wird live übertragen. Es steigen die beiden ersten der sechs Gruppen und die vier besten Dritten ins Achtelfinale auf.