Neudörfl: Pflanzenfund verzögert Errichtung von Laichgewässer
Umplanungen
Im April fand auf der Lazawiese in Neudörfl der symbolische Spatenstich zum geplanten Laichgewässer statt. Mit den Arbeiten wollte man im Spätfrühling beginnen. Die Entdeckung einer angeblich seltenen Pflanze macht dem Vorhaben aber vorerst einen Strich durch die Rechnung.
Christian Proy von der Österreichische Gesellschaft für Herpetologie erklärte im April den Mitgliedern des Umweltausschusses und Vertretern der Jägerschaft direkt vor Ort, wie man sich das Laichgewässer vorzustellen habe. Dass dort eine angeblich seltene und bedrohte Art des Wiesensalbeis vorkommt, war damals noch nicht bekannt.
© Artner
Für die naturschutzrechtliche Bewilligung des Ersatzlaichgewässers auf der Lazawiese gab es Mitte Mai eine Zusammenkunft mit dem zuständigen Organ der BH Mattersburg, der Amtssachverständigen vom Land Burgenland, Christian Proy von der ÖGH (Österreichische Gesellschaft für Herpetologie), Amtsleiter Robert Haider und Grün-Gemeindevorständin Sabine Schügerl als Vorsitzende des Umweltausschusses.
Nachdem alle technischen Details über den Bau des Laichgewässers erläutert wurden, gab es auch eine Begehung direkt vor Ort. Wie sich im Zuge dessen allerdings herausstellte, wächst auf dem besagten Grundstück auf der Lazawiese eine angeblich seltene und bedrohte Art des Wiesensalbeis. Dadurch ist es erforderlich, dass die Pläne angepasst werden müssen, gibt Sabine Schügerl bekannt. Eine neuerlicher Lokalaugenschein ist dafür vorgesehen.
"Es ist zwar schade, dass sich die Umsetzung unseres Projektes verzögert“, sagt die Gemeindevorständin, „aber selbstverständlich darf man nicht eine schutzwürdige Sache für eine andere opfern. Das Vorkommen des Wiesensalbeis zeigt die große Biodiversität auf der Lazawiese. Ich bin mir sicher, dass wir eine geeignete Lösung finden werden."
Zur Erinnerung: Das Laichgewässer soll Amphibien und Reptilien, die in Österreich und der EU streng geschützt sind, einen Lebensraum und Laichplatz bieten. Beweggrund für das Projekt war der Fund mehrerer toter Frösche bei einem Sickerbecken nahe der S4-Auffahrt.