Tag des offenen Bienenstocks in der Schuh-Mühle Schattendorf
Umweltbildung
„Dem Geheimnis des Honigs auf der Spur“ hieß es am „Tag des offenen Bienenstocks“ am Sonntag in der Schuh-Mühle Schattendorf. Rund 20 Kinder und Erwachsene ließen sich das in der Luft liegende Summen und Brummen sowie den schweren, süßen Duft von frischem Wachs, Propolis und Honig nicht entgehen, denn wenn die heimischen Imkereien einladen gibt es viel Interessantes zu lernen und süße Köstlichkeiten zu probieren.
Der Obmann des Bienenzuchtvereines Region Kogelberg, Imkermeister Herbert Grafl (3.v.l.) samt den kleinen und großen Besucherinnen und Besucher beim „Tag des offenen Bienenstocks“ in der Schuhmühle Schattendorf.
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Die Veranstaltung hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Pfeiler der regionalen Umweltbildung entwickelt. Sie bietet vor allem Familien eine unschätzbare Gelegenheit, den Wert der Natur hautnah zu begreifen. Der Aktionstag holt die Biologie aus den verstaubten Lehrbüchern direkt an die Bienenwabe. Für Kinder und Jugendliche wird das Ökosystem hier nicht bloß theoretisch erklärt, sondern mit allen Sinnen erfassbar gemacht. Das Highlight für die kleinen und großen Besucher in der Schuh-Mühle war zweifellos der Blick hinter die Kulissen, der sonst nur den Imkerinnen und Imker vorbehalten bleibt. Zu beobachten war, wie tausende Arbeiterinnen in perfekter Koordination die Brut pflegen, Honig einlagern und die Königin umsorgen, das hinterließ bei allen großen Eindruck.
„Viele Kinder sehen hier zum ersten Mal, dass Honig kein Industrieprodukt ist, sondern das Ergebnis faszinierender Schwerstarbeit. Dieser Aha-Effekt prägt: Wer einmal verstanden hat, dass für ein einziges Glas Honig eine Flugleistung nötig ist, die rein rechnerisch dreimal um die Erde führt, entwickelt einen völlig neuen Respekt vor dem Lebensmittel“, so der Initiator und Obmann des Bienenzuchtvereines Region Kogelberg, Imkermeister Herbert Grafl.
Ein wesentlicher Verdienst des Aktionstages liegt im Abbau von tief sitzenden Vorurteilen und Ängsten. Die oft instinktive Panik vor einem Bienenstich weicht im Laufe des Besuchs meist purem Staunen. Die Imkerinnen und Imker vor Ort nutzten die Gelegenheit, um über das friedliche Wesen der Honigbienen aufzuklären und das richtige Verhalten im Umgang mit ihnen zu demonstrieren. „Angst entsteht meistens aus Unwissenheit. Wenn Kinder verstehen, wie die Tiere kommunizieren und sie den Menschen nicht als Feind betrachten, schlägt die Skepsis schnell in Vertrauen um“, weiß der Imkermeister zu berichten. „Die Schattendorfer Familien waren vom Sanftmut der Bienen und von den Bienenprodukten begeistert und sie freuen sich schon auf die nächste Bienenführung und natürlich auch auf die süßen Kostproben“, fährt er fort.
Neben dem pädagogischen Wert kommt selbstverständlich der Genuss nicht zu kurz. Bei geführten Verkostungen lernen Familien die geschmackliche Vielfalt regionaler Honigsorten kennen. Es ist praktizierter Naturschutz, der sprichwörtlich durch den Magen geht. Der „Tag des offenen Bienenstocks“ erweist sich damit als Paradebeispiel für gelungene Umweltbildung. Er schärft das Bewusstsein für die Bedrohung von Insekten und motiviert Familien nachweislich dazu auch im eigenen Umfeld – sei es im Garten oder auf dem Balkon – aktiv zu werden und wertvolle Zeit in das Umweltbewusstsein der nächsten Generation zu investieren,