„Gerade in unsicheren Zeiten denkt man stärker an die Vorsorge“

UNIQA-Chefs im Gespräch

UNIQA-Vorstand Peter Humer und Landesdirektor Herbert Kaiser erklären, wie man gesellschaftliche Entwicklungen am Markt ablesen kann. Die Lebensversicherung und die Vorsorge haben in Krisenzeiten noch mehr Gewicht bekommen; zur klassischen Versicherung kommen auch Lifestyle und Gesundheits-Angebote.

„Gerade in unsicheren Zeiten denkt man stärker an die Vorsorge“

© Privat

Keine Frage: Versicherungen sind gefragt! Tendenz steigend – so besagt es die Bilanz bei Marktführer UNIQA: Im Vorjahr wurde mit einem Prämienvolumen von rund 236,4 Millionen Euro auch im Burgenland ein Plus erzielt (2024 waren es rund 219,6 Millionen Euro). Peter Humer, UNIQA-Vorstand für „Kunde & Markt“, besuchte vor Kurzem die Burgenland-Zentrale in Eisenstadt; zusammen mit Landesdirektor Herbert Kaiser erklärte er im Gespräch mit der BVZ die Entwicklungen und ihre Bedeutung.

„Obwohl das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr insgesamt eher schwach war, konnte die Versicherungswirtschaft zulegen“, so Humer, denn: „Wir bemerken generell, dass Menschen gerade in schwierigeren Zeiten verstärkt bereit sind, sich abzusichern – sei es beim Eigenheim, im Betrieb oder bei der persönlichen Vorsorge.“ Gleichzeitig sei der Wettbewerb durch die große Anzahl an Versicherern ein intensiver.

Wie in allen Bundesländern, setzt die UNIQA im Burgenland auf ein „hybrides“ System mit „24/7-Onlineservice“ (etwa mit der bekannten „myUNIQA“-App) und persönliche Beratung: „Das Wachstum gelingt, weil wir im gesamten Land weiterhin mit 22 Standorten vertreten sind“, betont Herbert Kaiser.

Rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen im Burgenland mehr als 163.000 Kundinnen und Kunden. 2025 wurden rund 163,5 Millionen Euro an Schadenssummen ausgezahlt, „durchschnittlich mehr als 654.000 Euro pro Werktag“, veranschaulicht es Herbert Kaiser.

Im Burgenland wurde mit einem Plus von neun Prozent der kräftigste Zuwachs bei Lebensversicherungen verzeichnet. Ein Zeichen der Zeit? „Definitiv“, sagt Peter Humer, aus Gründen der Absicherung und auch mit Blick auf die Pension: „In unsicheren Zeiten will man Geld langfristig zur Seite legen. In den vergangenen Jahren wurde viel auf Sparbüchern geparkt, allerdings bei niedrigen Zinsen. Deshalb entwickelt sich die Lebensversicherung derzeit wieder sehr positiv.“

Naturkatastrophen wie Überflutungen sind seit dem vergangenen Jahr in Österreich vergleichsweise weniger spürbar, die Klima-Einflüsse bleiben aber ein Thema. Heuer zeichne sich ein deutlicher Anstieg bei Bränden ab, sehen Humer und Kaiser unter anderem im landwirtschaftlichen Bereich eine direkte Auswirkung der Trockenheit.

Der altbekannte Blechschaden und die Unfallversicherung machen in der Bilanz übrigens immer noch den größten Anteil aus: 2025 wurde bei den Prämien ein Plus von sieben Prozent verzeichnet (127,8 Millionen Euro).

Durch die rasche Auszahlung der Schadenssummen leisten Versicherungen einen starken wirtschaftlichen Beitrag, sagt Peter Humer: „Wir arbeiten eng mit Werkstätten, Autohäusern und Gewerbebetrieben zusammen. Dadurch fließt viel Geld zurück in die regionale Wirtschaft.“

Und zum Stichwort Vorsorge fällt Humer und Kaiser vor allem auch die persönliche Gesundheitsvorsorge ein. Das Tochterunternehmen „Mavie“ bietet umfassende Angebote, die Kundinnen und Kunden nutzen können. Unter anderem ein eigenes „Health-Mobil“, das Gesundheitsvorsorge direkt in die Betriebe bringt: „Unternehmen investieren zunehmend mehr in die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Lifestyle und Prävention gehören also ebenso zur Zukunft, das sieht man nicht nur bei UNIQA so, sondern erfreulicherweise immer stärker im privaten wie im betrieblichen Umfeld.