Einbrecher legte sich in Thermengebäude schlafen
Unstetes Leben
Nachts drang ein Einbrecher in ein Einfamilienhaus in Wallern ein, zuvor hatte er sich in einem Mitarbeiterhaus der St. Martins Therme schlafen gelegt. Jetzt wurde der Mann am Landesgericht Eisenstadt verurteilt.
Der 34-jährige Ungar wird noch einige Monate in der Justizanstalt verbringen müssen.
© BVZ/Kirchmeir
Das Verlesen der Vorstrafen des 34-jährigen ungarischen Angeklagten nahm beim Strafprozess am 5. März 2025 einige Zeit in Anspruch. Elf Mal wurde er in seiner Heimat bereits verurteilt, unter anderem wegen der Verwendung von Falschgeld, wegen Diebstählen und Drogenbesitzes. Er war deswegen auch bereits jahrelang in Haft gesessen.
Erstmals wurde man in Österreich auf den Serientäter aufmerksam, als er am 3. August 2024 in Bruck an der Leitha in eine Firma eindrang, sich dort schlafen legte und zehn Dosen Red Bull sowie Schokolade mitnahm. Diese Tat ist auf Bildern einer Überwachungskamera dokumentiert.
„Ja, stimmt, das war ich“, sagte der Angeklagte vor Gericht.
Bei Bipa-Filiale Waren mitgenommen
Zwei Tage später steckte er in einer Bipa-Filiale in Bruck an der Leitha Shampoos und Deos ein. „Ich wollte sie verkaufen“, gab der Angeklagte zu. Teilweise gab er die Produkte zurück, als er vor Ort zur Rede gestellt wurde.
Dann war einige Monate lang Ruhe. Am 29. Dezember 2024 erwischte ein Autobesitzer den 34-Jährigen, als dieser in Frauenkirchen das Handschuhfach in seinem unversperrten BMW durchsuchte und Gegenstände herausnehmen wollte. Der Verdächtige suchte das Weite.
Am selben Tag schlich er sich in Frauenkirchen in das Mitarbeiterhaus bei der St. Martins Therme ein und legte sich dort schlafen.
Hausbewohner ertappte Einbrecher in der Küche
In derselben Nacht betrat er auch das unversperrte Einfamilienhaus eines Ehepaares in Wallern. Der Ehemann der Hausbesitzerin hörte Geräusche und ertappte den Eindringling in der Küche. Der Mann hatte 415 Euro Bargeld an sich genommen, die er sofort zurückgab.
Der Hausbewohner rief die Polizei, der Eindringling ließ sich widerstandslos festnehmen.
„Warum wollten Sie das Geld mitnehmen?“, fragte ihn die Richterin. „Weil ich kein Geld zum Essen hatte“, sagte der Ungar. „Ich gehe auch manchmal betteln.“ Jetzt habe er aber einen Job als Reinigungskraft in Aussicht, gab der Mann bekannt.
Verteidiger: „Glaube nicht, dass er der Meisterdieb sein wollte“
„Es waren klassische Gelegenheitsdiebstähle“, sagte der Verteidiger. „Ich glaube nicht, dass er der Meisterdieb sein wollte“, stellte er über seinen Mandanten fest.
„Es tut mir leid, dass ich in Ihrem Land Straftaten begangen habe. Ich verspreche, ich werde ein ordentliches Leben führen“, sagte abschließend der Angeklagte.
Er wurde zu 18 Monaten Freiheitsstrafe unbedingt verurteilt. Die Vorhaft seit 30. Dezember 2024, 3 Uhr früh, wurde ihm angerechnet.
Der Strafrahmen betrug aufgrund der vielen Vorstrafen des Angeklagten nicht nur drei, sondern bis zu viereinhalb Jahre. „Aus meiner Sicht ist es ein moderates Urteil“, sagte die Richterin. „Ich nehme es an“, akzeptierte der Angeklagte die Entscheidung. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.