Arzt-Bestätigung gefälscht und monatelang nicht gearbeitet!
Urteil wegen Betrugs
Viereinhalb Monate lang drückte sich ein 39-jähriger Produktionsmitarbeiter aus dem Bezirk Oberwart vor der Arbeit. Jetzt stand er wegen Betrugs vor Gericht
Der 39-jährige Familienvater gab an, seiner Arbeit überdrüssig gewesen zu sein.
© BVZ/KIrchmeir
Von 5. November 2025 bis 18. März 2026 hatte der Familienvater seinem Arbeitgeber immer wieder Arztbestätigungen vorgelegt. Er sei selbst krank oder müsse zur Pflege seines Kindes zuhause bleiben, behauptete der Mitarbeiter.
In der Personalabteilung des Unternehmens glaubte man ihm das und zahlte den Lohn des Mitarbeiters weiter aus. 16.928 Euro bezog der Mann in diesem Zeitraum - zu Unrecht, wie ihm die Staatsanwaltschaft Eisenstadt beim Betrugsprozess am 26. Juni 2026 vorhielt.
Grund für die mangelnde Arbeitsmoral sei eine Umstellung im Betrieb gewesen, so der Angeklagte. „Was ich früher getan habe, war mir lieber“, sagte er. Seine Arbeitsmotivation sei „heruntergegangen und war irgendwann komplett weg“.
Auf Arztbestätigungen Daten ausgetauscht
Obwohl er gesund war, sei er der Arbeit ferngeblieben. Er manipulierte frühere Bestätigungen für Krankenstand oder Pflegefreistellung, tauschte das Datum aus, fotografierte die gefälschten Dokumente und lud sie in die Firmen-App hoch.
„Am Original hätte man gesehen, dass etwas manipuliert wurde“, stellte die Richterin fest. Nur „vier oder fünf Tage“ sei er zwischen November und März in der Arbeit gewesen, gestand der Angeklagte.
Die Personalabteilung des Unternehmens hatte sich an die Österreichische Gesundheitskasse gewandt, als das Ende der betrieblichen Gehaltsfortzahlung für den vermeintlichen Langzeitpatienten nahte. „Die sagten dort, sie wissen von gar nichts“, teilte ein Mitarbeiter des Unternehmens vor Gericht mit. „Die Kollegen riefen dann den praktischen Arzt an, auch der wusste von nichts.“
Familienvater sucht jetzt neuen Job
„Wie stellen Sie sich das in Zukunft vor?“, fragte die Richterin den Angeklagten. „So nicht mehr“, gab er sich einsichtig. „Wenn es Probleme gibt, werde ich darüber reden.“ Wegen der Betrugshandlungen war er sofort entlassen worden. Jetzt suche er einen neuen Job, so der Familienvater.
Sehr nachsichtig reagierte der Arbeitgeber: Man verzichtete darauf, das zu Unrecht bezogene Gehalt zurückzufordern. „Wir wissen, dass er Kinder hat“, sagte der Vertreter der Firma vor Gericht.
Der Angeklagte wurde wegen gewerbsmäßig schwerem Betrug zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Er nahm das Urteil an.