Verzerrte Bundesliga-Meisterschaft? „So verlieren wir den Nachwuchs“

UTTC Oberwart

Oberwarts Obmann Franz Felber schlägt nach der jüngsten Runde im unteren Play-Off der Bundesliga wieder Alarm. Vorwurf: Der willkürliche Einsatz von Legionären verzerre die Meisterschaft entscheidend und vertreibe die eigenen Spieler.

Zuversicht bleibt: Oberwarts Obmann Franz Felber (r.) mit seiner Einsertruppe: Tilen Cvetko, Andre Pierre Kases und Michael Seper (v.l.).

Zuversicht bleibt: Oberwarts Obmann Franz Felber (r.) mit seiner Einsertruppe: Tilen Cvetko, Andre Pierre Kases und Michael Seper (v.l.).

© zVg

Vorweg: Franz Felber geht es nicht darum, den Umstand zu kritisieren, dass seine Mannschaft in der Liga auf bärenstarke Gegner trifft. „Das wäre kein Thema, weil wir uns darauf einstellen könnten.“

Vielmehr kam zuletzt beim Heimspiel gegen die Turnerschaft Innsbruck (1:4) Unmut beim Klubboss der Südburgenländer auf, weil die Tiroler mit sehr guten Legionären antraten. Das sei aber nicht immer der Fall. „Wir haben jetzt zweimal gegen Innsbruck gespielt und jedes Mal kommen andere Spieler zum Einsatz, die im angrenzenden Deutschland ihre Profiausbildung machen und zusätzlich dort für die Meisterschaft gemeldet sind.“

Wenn dann allerdings gerade niemand zur Verfügung steht, erzählt Felber verärgert, trete eine Rumpftruppe an – so sei das Leistungsgefälle enorm, die Spielstärke der Gegner dem Zufall überlassen. „Entweder ist man dann über- oder unterfordert. Fakt ist, dass sich niemand darauf einstellen kann und die Gefahr besteht, dass dann auch der eigene Nachwuchs bei dieser Ausgangslage die Lust verliert. Dabei sollte das Untere Play-Off der Bundesliga die Kaderschmiede des talentierten österreichischen Nachwuchses sein. Wenn es so weitergeht, kommt uns der Nachwuchs abhanden.“

Die Profis oben, unten vermehrte Plattformen für den Nachwuchs, das wäre im Sinne des Oberwart-Obmanns: „Nachhaltig schaut für mich anders aus. Wenn der österreichische Nachwuchs keine Perspektiven mehr hat, brauchen wir auch keine Nachwuchstrainer mehr. Aus meiner Sicht gehört diesen, derzeit erlaubten, Möglichkeiten ein Riegel vorgeschoben, andernfalls sehe ich schlimme Zeiten auf unseren Tischtennissport zukommen.“

Felbers Ansatz potenzieller Besserung ist neben einer Beschränkung auf die Legionärs-Anzahl etwa auch eine Quote, nach der die jeweiligen Spieler eine Mindestanzahl an Partien absolvieren müssen. So könnte laut dem Klubchef auch gewährleistet sein, dass bei den Teams die personelle Fluktuation in Grenzen gehalten werden muss.

Erst Cup, dann folgt das Duell um den Klassenerhalt

Aus Sicht des UTTC Oberwart muss man sich jetzt aber ohnehin nach der Decke strecken, solange das Reglement nichts Gegenteiliges vorsieht. Diese Decke heißt Klassenerhalt – und dafür steigt das vorentscheidende Duell beim Vorletzten Alterlaa am 22. Februar.

Davor wartet am 8. Februar noch ein interessantes Duell: Im Achtelfinale des Austria-Cups, also des österreichweiten Cup-Bewerbs, empfängt Oberwart die SPG Linz, aktuell Dritter im Oberen Play-Off der Bundesliga. „Das sehen wir als Trainingsmatch“, ist sich Felber der Ausgangslage bewusst. Seine Mannschaft ist der ganz klare Außenseiter.

Nachwuchs war in Klagenfurt im Einsatz

Während die Oberwarter Bundesliga-Mannschaft ihre Themen hat, haben sich im Vorfeld der vergangenen Bundesliga-Runde sieben Nachwuchsspieler des Burgenländischen Tischtennisverbands (BTTV) in Klagenfurt bei der Serie 3 der WIN-Turniere 2024/2025 betätigt – WIN steht für „Wettkampf im Nachwuchs“. Seitens des UTTC Town & Country Haus Oberwart war nicht nur Michael Seper als rot-goldener Betreuer dabei, sondern auch Simon Reiger (Platz 1 in Gruppe 8), Samuel Eberhardt (Platz 6 in Gruppe 10), Gregor Bene (Platz 5 in Gruppe 14) und Kilian Ruck. Letzterem gelang mit Platz 2 in Gruppe 15 eine Riesenüberraschung.

Verzerrte Bundesliga-Meisterschaft? „So verlieren wir den Nachwuchs“

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