Spritpreise im Burgenland deutlich gesunken
VCÖ-Vergleich
Die Treibstoffpreise sind im Burgenland im Juni im Vergleich zum Vormonat deutlich gesunken. Nach einer Analyse der Mobilitätsorganisation VCÖ auf Basis von Daten der E-Control kosteten sowohl Diesel als auch Eurosuper spürbar weniger als im Mai. Der VCÖ sieht darin jedoch keinen Grund zur Entwarnung und fordert langfristige Maßnahmen, um den Treibstoffverbrauch zu senken.
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Die Preise für Diesel und Benzin sind im Burgenland im Juni merklich zurückgegangen. Wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) unter Berufung auf Daten der E-Control, der österreichischen Regulierungsbehörde für den Energie- und Elektrizitätsmarkt, mitteilt, lag der Medianpreis für einen Liter Diesel bei 1,775 Euro. Das waren 14,4 Cent weniger als im Mai und rund 30 Cent weniger als im April.
Auch Eurosuper wurde günstiger. Der Medianpreis betrug im Juni 1,695 Euro pro Liter und lag damit um 10,7 Cent unter dem Mai-Wert.
Verglichen mit den Höchstpreisen vom 30. März fiel der Rückgang noch deutlicher aus. Der aktuelle Medianpreis für Diesel liegt laut VCÖ mit 1,684 Euro um 52,6 Cent unter dem damaligen Höchstwert von 2,210 Euro. Für Eurosuper beträgt die Differenz 23,6 Cent: Der aktuelle Medianpreis von 1,643 Euro liegt deutlich unter dem Höchstpreis von 1,879 Euro Ende März.
Im Juni wurde die sogenannte Spritpreisbremse von 4,5 Cent auf 1,7 Cent pro Liter reduziert. Dennoch stiegen die Treibstoffpreise nicht an. Für den VCÖ ist das ein Hinweis darauf, dass die Förderung derzeit kaum Einfluss auf die Preisentwicklung hat.
Nach Ansicht der Mobilitätsorganisation habe vor allem der stark schwankende Dieselpreis während der Energiekrise die Transportkosten steigen lassen, da der Großteil der Lastkraftwagen mit Diesel betrieben wird. Michael Schwendinger, Experte des VCÖ, sieht nun Handlungsbedarf: „Erstens sind jene, die damals die Transportpreise erhöht haben, gefordert, die Preise wieder zu senken. Zweitens ist die Politik gefordert, die Umstellung auf Elektro-Lkw und die Verlagerung auf die Schiene zu forcieren und damit Österreich unabhängiger von Dieselimporten zu machen.“
Als Beispiel nennt der VCÖ die Niederlande: Dort würden bereits 83 Prozent der heuer neu zugelassenen Klein-Lkw mit Elektromotor fahren. In Österreich liege dieser Anteil bei 13,5 Prozent. Gleichzeitig verweist der VCÖ darauf, dass in fast 30 niederländischen Städten Null-Emissionszonen für Lastkraftwagen gelten, während Österreich die Normverbrauchsabgabe (NoVA) für Diesel-Transporter wieder abgeschafft habe.
Der VCÖ sieht in der aktuellen Hitzewelle einen weiteren Anlass, den Verbrauch fossiler Treibstoffe zu reduzieren. Die Organisation verweist auf den Zusammenhang zwischen dem menschengemachten Klimawandel und zunehmenden Hitzeperioden. Schwendinger fordert deshalb: „Je früher der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bei Neuwagen gelingt, desto besser für Gesundheit und Geldbörse der Bevölkerung und desto besser für Wirtschaft und Umwelt.“
Darüber hinaus spricht sich der VCÖ für einen weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs aus. Schnellbusse mit eigenen Busspuren im Stadt-Umland-Verkehr könnten Pendlerinnen und Pendlern dort eine Alternative zum Auto bieten, wo Bahnverbindungen fehlen. Ebenso fordert die Organisation einen rascheren Ausbau der Radinfrastruktur, um das Potenzial des Radverkehrs und von Elektrofahrrädern besser zu nutzen.
Auch das Fahrverhalten könne den Verbrauch deutlich senken. Der VCÖ empfiehlt unter anderem niedrigere Geschwindigkeiten auf Autobahnen, vorausschauendes und niedertouriges Fahren, den Verzicht auf Dachboxen sowie den richtigen Reifendruck. Nach Angaben der Organisation lässt sich der Treibstoffverbrauch dadurch um rund 20 Prozent reduzieren.