Raddemo in Neusiedl/See: Familien fordern sichere Rad- und Schulwege

Verkehrssicherheit

Mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben am Samstag bei der fünften „Kidical Mass“ in Neusiedl am See für eine familienfreundlichere Radinfrastruktur demonstriert. Die von der Radlobby Neusiedler See Nord organisierte Fahrraddemonstration führte vom Rathaus durch die Stadt und machte auf Sicherheitsprobleme im Alltagsradverkehr aufmerksam.

Raddemo in Neusiedl/See: Familien fordern sichere Rad- und Schulwege

© Radlobby Neusiedler See Nord

Mit Musik, bunten Fahrrädern und lautstarken Klingeln versammelten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Samstag um 14 Uhr vor dem Rathaus Neusiedl am See. Die „Kidical Mass“ fand bereits zum fünften Mal statt.

Die Veranstalterinnen und Veranstalter der Radlobby wollten damit auf notwendige Verbesserungen der Radinfrastruktur aufmerksam machen. Ziel sei es gewesen, Stadtverwaltung und Politik dazu zu ermutigen, konkrete Vorschläge aufzunehmen und gemeinsam umzusetzen.

Raddemo in Neusiedl/See: Familien fordern sichere Rad- und Schulwege

© Radlobby Neusiedler See Nord

Während der Demonstration konnten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Anliegen auch direkt einbringen. Dafür stellte die Radlobby einen „Kummerkasten“ auf, der mit neuen Ideen und Verbesserungsvorschlägen gefüllt wurde. Symbolisch blieb der Kasten anschließend vor dem „Rad(t)haus“ zurück.

Für die Absicherung und Begleitung der Veranstaltung bedankt sich die Initiative bei der Polizei. Außerdem lud der Funpark Neusiedl alle Kinder zum Trampolinspringen ein.

Raddemo in Neusiedl/See: Familien fordern sichere Rad- und Schulwege

© Radlobby Neusiedler See Nord

Wöchentliche Vorschläge an die Gemeinde

Zudem übermittelt die Initiative seit Anfang 2026 jede Woche Vorschläge zur Verbesserung der Radinfrastruktur an die Gemeinde. Gleichzeitig veröffentlicht sie diese auf der Instagram-Seite „kidical_mass_neusiedl“.

Die Anliegen reichen von neuen, moderen Fahrradständern über die Erneuerung von Bodenmarkierungen bis hin zu Ausnahmeregelungen für Radfahrerinnen und Radfahrer in Fahrverbotszonen oder Einbahnen.

Forderung nach Schulstraße in der Kellergasse

Die weitreichenste Forderungen ist allerdings die Einrichtung einer Schulstraße bei der Volksschule am Tabor in der Kellergasse. Konkret schlägt die Radlobby vor, die Straße werktags von 7.30 bis 8 Uhr verkehrszuberuhigen. Kinder sollen dadurch sicher zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zur Schule gelangen können.

Zusätzlich fordert die Initiative sogenannte „Kiss-&-Ride“-Zonen beim Parkplatz Feldgasse/Friedhofgasse sowie beim Parallelparkplatz vor Kellergasse 12. Diese Bereiche sollen Eltern ermöglichen, ihre Kinder in etwas Entfernung zur Schule aus dem Auto aussteigen zu lassen.

Die Radlobby begründet die Forderung mit einer höheren Verkehrssicherheit und der Entlastung des morgendlichen Verkehrs vor der Schule. Außerdem könnten gemeinsame Schulwege den sozialen Austausch der Kinder fördern.

Als Vorbild könnte eine Initiative die Stadt Eisenstadt dienen. Dort hat Bürgermeister Thomas Steiner erst kürzlich bekanntgegeben, dass die Schulstraße vor der Volksschule in der Bahnstraße nach einer fünfmonatigen Testphase dauerhaft weitergeführt wird. Eine gemeinsame Evaluierung von Polizei und Schulleitung habe überwiegend positive Rückmeldungen ergeben.

Vorschlag für ständige Bürgerbeteiligung in Neusiedl am See

Zudem schlägt die Radlobby eine dauerhafte Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Gemeinde und Politik vor. „Gehen und Radfahren im Alltag ist für eine lebenswerte und belebte Stadt wichtig. Vorschläge zur Verbesserung der Infrastruktur könnten im Zuge einer laufenden Bürgerbeteiligung gesammelt und bei/auf einer wiederkehrenden Zusammenarbeits-Plattform diskutiert, bewertet und je nach Budget und zeitlichen Ressourcen bearbeitet werden“, so die Radlobby.