Digitale Kunstwelten: Was macht ein Alien am Gemeindeamt?
Vernissage in Sigleß
Das Kreativ-Kollektiv „The Pannonians“ bespielt den Gemeindesaal in Sigleß derzeit mit spannenden Bilderwelten, einem malenden Bildschirm und einem sprechenden Außerirdischen zur Rettung der Welt. Möglich macht das die digitale Kunst - und ganz „analoge“ Begegnungen, wie sie auch bei der Vernissage im Gemeindesaal stattfanden.
Vier Pannonians im Vernissagen-Einsatz (v.l.): Christian Eggenberger (Ghost in a Box), Michael Szivatz, Martin Steindl (Stony) und Hannes Millendorfer (HanZzzel).
© Wolfgang Millendorfer
Und möglich machte die Ausstellung nicht zuletzt die künstlerische Neugier der Gemeinde, die ihren Saal für die digitalen Arbeiten öffnete. Die Pannonians sind nämlich nicht nur im Netz und bei internationalen Events bis in die USA hochaktiv - den derzeit acht Künstlerinnen und Künstlern geht es durchaus auch um Begegnungen in der realen Welt. Daher hängen am Gemeindeamt in Sigleß echte Bilder an den Wänden, wie selbstverständlich steht ein - ebenso reales - Alien mittendrin.
Was macht der Außerirdische jetzt also am Gemeindeamt? Er beantwortet alle Fragen und stellt sich auf sein Gegenüber ein. Genauso wie ein kreativer Bildschirm, der aus ein paar Stichwörtern ein eigenständiges Kunstwerk schafft. Neugierig auf diese digitalen Spielarten waren auch Bürgermeisterin Ulrike Kitzinger, Amtsleiterin Doris Wagner und Kunst-Vermittlerin Barbara Bruckschwaiger, die schon im Rahmen des Dorffestes im September Kunst aus dem Ort an einem Ort zusammengebracht hat.
© Wolfgang Millendorfer
Dabei entstand auch die Idee zur Pannonians-Ausstellung, zwei Künstler stammen aus Sigleß: Martin Steindl, der unter dem Namen „Stony“ im Netz bekannt ist, und Hannes Millendorfer alias „HanZzel“. Zusammen mit Michael Szivatz, der nach dem sprechenden Haydn-Kopf einer früheren Ausstellung im Eisenstädter Rathaus nun sein Alien mitbrachte, und mit „Ghost in a Box“ Chris Eggenberger gestalteten sie die Wände im Sitzungssaal um. Zu sehen ist auch die Pixel-Kunst von „Patata Kleo“.
Überhaupt gibt's viel zu sehen. Davon überzeugten sich bei der Vernissage jede Menge Gäste aus Sigleß und Umgebung. Genau um diese Begegnungen geht es dem Pannonians-Kollektiv letztlich auch, wenn die digitale Welt in der realen vorbeischaut, und umgekehrt.