Hausbewohner zerkratzte Auto: bedingte Haft
Viele Beschwerden
„Im Vorbeigehen“ habe er das Auto einer Wohnungsnachbarin zerkratzt, gab ein 39-jähriger Mann aus dem Bezirk Mattersburg vor Gericht zu.
Der 39-Jährige gab die Beschädigungen an den beiden Autos zu.
© BVZ/Kirchmeir
Schwere Sachbeschädigung und versuchte Nötigung wurde ihm seitens der Staatsanwaltschaft Eisenstadt vorgeworfen. Am 14. Mai 2025 bekannte sich der Angeklagte teilweise schuldig.
In dem Mehrparteienhaus sorgt der 39-Jährige seit einem Jahr für Aufsehen. „Er macht nächtliche Ruhestörung. Wir werden aus dem Schlaf gerissen. Es ist ein lautes Pumpern“, berichtete eine Hausbewohnerin, die mit ihrer Familie gegenüber dem Angeklagten wohnt. „Es geht nicht, dass ich die Kinder in der Nacht zwei bis drei Stunden lang beruhigen muss. Sie müssen ja für die Schule ausgeschlafen sein“, beschwerte sich die Frau vor Gericht.
Eine andere Frau berichtete, dass sie an ihrem Auto seit August 2024 immer wieder Kratzer feststellte. Als ihr Bruder den 39-Jährigen im November 2024 mit den Beschädigungen konfrontierte, habe dieser zugegeben, der Verursacher gewesen zu sein. Daraufhin habe sie ihn angezeigt, so die Frau. „Mein Auto schaut schrecklich aus“, sagte sie. „Ich war kurz davor, Kameras aufzustellen.“
„Sie stellte mich als Frauenbelästiger hin“
„Ich gebe zu, dass ich zweimal Beschädigungen machte“, sagte der Angeklagte vor Gericht. Er sei aber nicht für alle Kratzer am Auto der Frau verantwortlich. Er habe das Auto zerkratzt, weil er sich über die Frau geärgert habe: „Sie stellte mich als Frauenbelästiger hin“, so der Angeklagte. „Ich habe sie aber nicht belästigt.“
Ebenfalls aus Wut habe er beim Bahnhof in seinem Wohnort wahllos bei einem Auto einen Seitenspiegel heruntergetreten. Den Besitzer des Autos kenne er gar nicht, so der Angeklagte.
Gegenüber dem Bruder der Nachbarin von gegenüber soll der Angeklagte gedroht haben: „Wenn sie ihre Anzeige wegen Ruhestörung nicht zurückziehe, werde etwas passieren.“
„Ich war sehr aufgebracht und kritisierte, dass niemand im Wohnhaus mit mir sprach und mir sagte, dass es so viele Probleme mit mir gab“, erklärte der Angeklagte vor Gericht. „Anscheinend war ich zu laut“, meinte er.
Der 39-Jährige muss jetzt ausziehen
Seitens der Hausverwaltung sei er nun zur Räumung der Wohnung aufgefordert worden: „Bis Ende August muss ich ausziehen.“
Der 39-Jährige wurde wegen schwerer Sachbeschädigung und versuchter Nötigung schuldig gesprochen und zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. An die Leasingfirma, der das zerkratzte Auto gehört, muss er 3.600 Euro Schadenersatz bezahlen. Der Besitzer des Autos mit dem heruntergetretenen Seitenspiegel bekommt 1.500 Euro, die Nachbarin von gegenüber wegen der psychischen Belastung 200 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.