In der Arbeiterkammer gibt's den Vorgeschmack zur Wahl
Vier Fraktionen treten an
Kürzung von Arbeitslosengeld, Teuerung und Freizeit: Die AK-Wahl läuft mit Themen an, die auch die kommenden Monate bestimmen. Der Wahlkampf der vier Fraktionen kommt in Schwung, im April stehen dann in mehr als 400 Betriebs-Wahlsprengeln die Urnen bereit.
Die Zentrale der Arbeiterkammer in Eisenstadt. Hier laufen die Fäden für die Wahl im April zusammen. Schon jetzt ist einiges an Vorarbeit zu leisten.
© AK Burgenland
Wenn der Ruf nach dem leistbaren Leben auf den Grundsatz der Leistung trifft, dann ist die Tagespolitik ganz nahe. Im Spannungsfeld von Inflation, Arbeitszeit, Mindestlohn und Lohnnebenkosten wird im beginnenden AK-Wahlkampf abgedeckt, was Bundes- und Landespolitik schon länger reizt.
Die Wahlprogramme werden noch im Detail präsentiert; mit Gerhard Michalitsch hat der amtierende Präsident als nochmaliger Spitzenkandidat der roten FSG aber schon als erster die Kampagne gestartet. Johannes Mezgolits steigt für die ÖVP-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Freitag mit Plakaten offiziell ein, Alexander Reinprecht und die Freiheitlichen Arbeitnehmer laden am Samstag zum Auftakt, die grün-alternative Gewerkschaft mit Maria Mauk an der Spitze bereitet ihn gerade vor.
Infos zur Wahl & die vier Spitzenkandidaten
Von 10. bis 23. April wird im Burgenland in 402 Betriebssprengeln, in weiteren Wahllokalen oder per Briefwahl abgestimmt; ein Ergebnis gibt's am 27. April. In der AK-Vollversammlung Burgenland hat die FSG 37 von 50 Sitzen, die ÖVP neun, die Freiheitlichen haben drei Sitze und die Grünen/Unabhängigen einen.
Als roter Spitzenkandidat stand Gerhard Michalitsch schon im September des Vorjahres fest; er will eine dritte Periode als Kammerpräsident anhängen und gilt angesichts der FSG-Mehrheit in der Vollversamm- lung auch als Favorit. Doch wie in der Landespolitik treten ÖVP, Freiheitliche und Grün-Alternative mit dem Plan an, die Mehrheit zu brechen.Mindestlohn und Energie
im Visier der OppositionZwei Landesthemen sind bereits mehrfach angeklungen: Die Freiheitlichen sind – obwohl die Landespartei damals beim Beschluss dabei war – nicht mehr die größten Fans des heimischen Mindestlohns; die Schere sei einfach zu gering, meinen sie.
Und die ÖVP nimmt die Kammer nach Vorbild der Tiroler AK-Klage gegen hohe Energiepreise in die Pflicht. Im Einsatz gegen die Teuerung will sich Präsident Michalitsch aber nichts ausrichten lassen: „Wir arbeiten lieber zusammen“, gibt er die (landespolitische) Richtung vor. So gesehen wird die April-Wahl mit immerhin 80.000 Stimmberechtigten schon ein gutes Warmlaufen für die nächsten Wahlkämpfe.