Bildung und Kultur im Wandel – Kritik bleibt

Volksgruppen und Campus

In Oberwart rollen die Bagger. Das ehemalige städtische Internat ist eine Großbaustelle,dort entsteht das Haus der Volksgruppen, das 2026 bezugsfertig sein soll. Parallel dazu wird am neuen Bildungscampus gebaut. Der wird schon im September eröffnet. Kritik am Standort des Campus bleibt aber nicht aus.

Neue Drohnenaufnahmen zeigen. Die drei charakteristischen Türme des ehemaligen städtischen Internats bleiben erhalten. Foto: LIB

Neue Drohnenaufnahmen zeigen. Die drei charakteristischen Türme des ehemaligen städtischen Internats bleiben erhalten. Foto: LIB

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Oberwart Es sind spektakuläre Bilder, die derzeit in Oberwart die Runde machen. Drohnenaufnahmen von Bildungscampus und Haus der Volksgruppen zeigen enorme Baufortschritte. Und was hier so blühend wächst und gedeiht, wird nicht nur Oberwart, sondern das ganze Burgenland prägen. Der Start zum Haus der Volksgruppen war aufgrund eines Anrainerprotestes zwar holprig. Nach den notwendigen Abbrucharbeiten eines Teils des städtischen Internats startete der Bau der Fundamente im November 2024 und diese Baumaßnahme soll bis Mai 2025 abgeschlossen sein. Danach folgt der Innenausbau.

„Die Arbeiten schreiten zügig voran“, sagt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. „Dieses Projekt ist einzigartig, wir schlagen damit ein neues Kapitel in der Volksgruppenpolitik auf. Nächstes Jahr soll der Bau fertiggestellt sein“, sagt Doskozil. Das Gebäude selbst bleibt ein Stück Stadtgeschichte: Die drei markanten Türme des ehemaligen Internats werden saniert und integriert. „Wir versuchen wirtschaftlich immer das Maximum herauszuholen und haben hier einen Bestand vorgefunden, den man auch weiterverwenden kann“, sagt die Geschäftsführerin der Landesimmobilien Burgenland GmbH., Jutta Benedek. Das Haus wird den Burgenländisch-Ungarischen Kulturverein, den Kroatischen Kulturverein im Burgenland, das Roma Service sowie die VHS der Roma und die VHS der Ungarn beheimaten, auch das Kroatische Kultur- und Dokumentationszentrum wird das neue Gebäude nutzen. Untergebracht werden sollen auch der Minderheiten Sender Radio Mora und die erste gemeinsame Volksgruppenbibliothek Österreichs.

Schule der Zukunft und trotzdem Kritik

Während an einer Ecke der Stadt das kulturelle Zukunfts-Zentrum wächst, entsteht genau gegenüber der neue Bildungscampus, als Vorzeigeprojekt für die Region. Beide Projekte haben eines gemeinsam: Sie entstehen nicht im Zentrum von Oberwart und schon werden kritische Stimmen laut (Namen der Red. bekannt), die sich ein vernünftiges Nachnutzungskonzept für die alte Volksschule wünschen.

„Wegen der alten Volksschule laufen Gespräche mit BIG und Bildungsdirektion. Wir haben da viele Bälle in der Luft, da geht es um schulische Weiterentwicklung in der Region, aber das kann man noch nicht in der Öffentlichkeit diskutieren“, sagt Bürgermeister Georg Rosner. „Wir sind dran, aber da ist es noch zu früh für Infos. Wir sind wegen der Innenstadt mit dem Land in Gesprächen, das ist eine riesige Herausforderung was die Infrastruktur betrifft“, sagt Rosner, der mit Kritik umgehen kann. „Da muss alles muss Hand in Hand gehen. Da geht es natürlich auch um eine Riesenfinanzierung, aber das muss alles ausgereift sein, bevor wir damit an die Öffentlichkeit gehen. Wir haben eine super Lösung für die Schule und trotzdem gibt es Kritik, aber Kritik wird es immer geben, damit müssen wir leben“, sagt Rosner.