Cosmo überrascht seine ehemalige Schule zum 60. Geburtstag

Volksschule am Tabor

Mit einem abwechslungsreichen Festprogramm, vielen Erinnerungen und einem prominenten Überraschungsgast hat die Volksschule am Tabor in Neusiedl am See ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. Zwischen Rückblick und Zukunftsblick wurde deutlich: Das Schulgebäude ist in die Jahre gekommen, der Wunsch nach einem Neubau bleibt aktuell.

Überraschungsgast Benjamin Gedeon alias Cosmo

Überraschungsgast Benjamin Gedeon alias Cosmo

© Birgit Böhm-Ritter

36 Grad im Schatten, ein voll besetzter Schulgarten und ein Programm, das von den Schülerinnen und Schülern selbst gestaltet wurde: Die Jubiläumsfeier der Volksschule am Tabor verlangte den Mitwirkenden einiges ab. Die Hitze hielt Kinder, Lehrkräfte sowie zahlreiche ehemalige Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern, Großeltern und Ehrengäste jedoch nicht davon ab, den 60. Geburtstag der Schule gemeinsam zu feiern.

Direktorin Kordula Csukker spannte in ihrer Begrüßung den Bogen über sechs Jahrzehnte Schulgeschichte. „60 Jahre bedeuten Generationen von Kindern, die hier gelernt, gelacht, gespielt, manchmal vielleicht auch ein bisschen gezittert haben vor Schularbeiten oder Prüfungen“, sagte sie. Schule habe sich in dieser Zeit stark verändert – von Kreidetafel und Lexikon bis zu Tablets und digitalem Unterricht. Unverändert geblieben sei jedoch ihr Kern: „Es geht um Kinder.“

Wie sich der Schulalltag gewandelt hat, zeigten die Kinder anschließend selbst. In einem humorvollen Theaterstück stellten sie den Unterricht von früher und heute gegenüber. Strenge Sitzordnungen, Schönschrift und Tintenpatronen trafen auf Tablets, Gruppenarbeit und digitale Medien. Trotz aller Unterschiede endete das Stück mit einer gemeinsamen Botschaft: Freundschaften, gemeinsames Lernen und Zusammenhalt verbinden alle Generationen.

Auch Bürgermeisterin Elisabeth Böhm erinnerte sich an ihre eigene Schulzeit am Tabor. Sie verwies darauf, dass bereits 1961 der Startschuss für den Bau gefallen sei, ehe 1966 die ersten Klassen das neue Gebäude bezogen. Die Schule habe sich ebenso wie die Stadt stetig weiterentwickelt. Besonderen Dank sprach sie dem Lehrerteam, den Nachmittagsbetreuerinnen, dem Schulwart sowie dem Reinigungspersonal für die gute Zusammenarbeit aus. Den Elternverein würdigte sie für sein soziales Engagement und überreichte als Anerkennung einen Scheck über 500 Euro.

Bildungsdirektor Alfred Lehner stellte die Herausforderungen des Bildungssystems in den Mittelpunkt. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz würden Schule nachhaltig verändern. Umso wichtiger seien engagierte Lehrkräfte, eine funktionierende Schulpartnerschaft und eine enge Zusammenarbeit mit den Familien. Schulqualitätsmanager Franz Bock griff das Schulmotto „Gemeinsam offen in die Zukunft“ auf und erinnerte daran, dass auch er einst die Volksschule am Tabor besucht hatte.

Als die Volksschule 1966 eröffnet wurde, galt sie als modernes Vorzeigeprojekt. Sie ersetzte das alte Schulhaus im historischen Ortskern und leitete den Bau weiterer großer Bildungseinrichtungen in Neusiedl am See ein. Im Schuljahr 2008/09 besuchten 187 Schülerinnen und Schüler die Schule, heute sind es rund 270. Das Gebäude ist inzwischen zu klein geworden und entspricht in mehreren Bereichen nicht mehr den Anforderungen einer modernen Bildungseinrichtung.

Die Hanglage lässt kaum Erweiterungen zu. Deshalb verfolgt die Stadtgemeinde weiterhin den Neubau einer Volksschule beim bestehenden Schul- und Sportzentrum. Geplant ist ein Gebäude mit 16 Klassen. Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus. Derzeit werden sowohl die Finanzierung als auch ein Verkehrskonzept und mögliche Alternativen geprüft.

Dass das bestehende Schulhaus in die Jahre gekommen ist, griffen die Kinder beim Abschluss mit einem Augenzwinkern selbst auf. Zur Melodie von „Das alte Haus von Rocky Docky“ sangen sie von einer Schule, „bei der die Farbe abblättert“.

Den emotionalen Höhepunkt hob sich die Schule bis zum Ende auf. Als die Kinder zum österreichischen Beitrag des Eurovision Song Contests „Tanzschein“ tanzten, erschien plötzlich dessen Interpret Cosmo, mit bürgerlichem Namen Benjamin Gedeon. Der Musiker besuchte einst selbst die Volksschule am Tabor und überraschte damit Schülerinnen, Schüler und Erwachsene gleichermaßen.

Cosmo freute sich sichtlich darüber, wie sicher die Kinder die Choreografie beherrschten, und tanzte mit ihnen mit. Kaum verklungen war die Musik, wurde der ehemalige Tabor-Schüler von einer Traube begeisterter Kinder umringt. Geduldig nahm er sich trotz der hochsommerlichen Temperaturen Zeit für Selfies und Erinnerungsfotos. So endete die Jubiläumsfeier mit einem Bild, das die Botschaft des Nachmittags auf besondere Weise widerspiegelte: Eine Schule bleibt weit über die Volksschulzeit hinaus ein Ort, mit dem viele Menschen verbunden bleiben.