Neusiedl am See: Containerklassen statt altes Feuerwehrhaus

Volksschule am Tabor

Der Neusiedler Gemeinderat hat den Kauf von neuen Containern für die Volksschule beschlossen und investiert dafür rund 800.000 Euro.

Die fast 60 Jahre alte Volksschule am Tabor platzt aus allen Nähten.

Die fast 60 Jahre alte Volksschule am Tabor platzt aus allen Nähten.

© Birgit Böhm-Ritter

Besucht man die Volksschule am Tabor, erlebt man trotz Unterrichts in den Klassenräumen keine leer gefegten Gänge. In Kleingruppen wird nämlich auch hier gelernt. Ideal ist das nicht, denn jede kleinste Bewegung am Gang lenkt die Lernenden ab.

Die Raumsituation in der Schule ist besonders beengt, seit im Juli des Vorjahres bei einem Sturm ein Baum auf die Containerklassen gestürzt ist und diese zerstört hat. Dass von dem Baum eine Gefahr ausgehen könnte, war nicht absehbar. Im Rahmen des Baumkatasters wurde er regelmäßig kontrolliert.

Zwischenlösung bis zum Neubau

Die Anschaffung neuer Container war bereits bei einer Gemeinderatssitzung im Herbst Thema, der Ankauf wurde allerdings erst bei der vergangenen Zusammenkunft des Gemeinderats Ende Jänner beschlossen. Zwischenzeitlich gab es auch die Idee, Klassen in einer Expositur auszulagern.

Insgesamt wird der Ankauf der Container samt Errichtung des Fundaments auf 800.000 Euro geschätzt. Der Bestbieter solle den Auftrag bekommen, so der Beschluss. Spätestens zum Beginn des nächsten Schuljahres müssen die neuen Containerklassen bezugsfertig sein. Sie gelten allerdings nur als Zwischenlösung. Wie die BVZ erst kürzlich berichtete, möchte die Stadtgemeinde eine neue Schule mit 16 Klassen bauen. Die Projektentwicklung Burgenland GmbH hat den Auftrag bekommen, ein Konzept für einen Neubau zu erstellen.

Der geplante Standort für die neue Schule im Sportzentrum zwischen Fußballplatz und Hotel Wende wird in Neusiedl am See mittlerweile kontrovers diskutiert. Die BVZ Community sprach sich in einer Online-Umfrage mit 81,1 Prozent allerdings klar gegen diesen Standort aus.

Zwischen 29. Jänner und 5. Februar nahmen 381 Personen an einer Abstimmung auf BVZ.at teil. Gefragt wurde folgendermaßen: „Die Stadtgemeinde Neusiedl am See möchte eine neue Volksschule bauen. Geplant ist ein Standort im gemeindeeigenen Sportzentrum, unmittelbar neben dem Fußballplatz und dem Hotel Wende. Wie beurteilt ihr diesen Standort?“
16 Prozent antworteten: „Ich finde den Standort passend.“
81,1 Prozent antworteten: „Ich finde den Standort nicht geeignet.“
2,9 Prozent antworteten: „Mir ist der Standort egal.“

Der Ankauf für die neuen Container ist übrigens im Budget 2025 nicht vorgesehen, wie Bürgermeisterin Böhm in der Sitzung erklärte. Ihr Vorschlag: Die Finanzierung solle durch den Verkauf des alten Feuerwehrhauses gedeckt werden.