Gattendorf: „Gestaltungsspielraum? Kaum vorhanden!“

Voranschlag 2026

In Gattendorf wird der Gürtel relativ eng geschnallt. Bewusst klein gehaltene Investitionen sowie moderate Gebührenerhöhungen sind der Schlüssel zur Aufbesserung des Budgets.

Der neue PV-Park umfasst derzeit 35 Hektar. Bis 2027 soll er um weitere 100 Hektar vergrößert werden.

Der neue PV-Park umfasst derzeit 35 Hektar. Bis 2027 soll er um weitere 100 Hektar vergrößert werden.

© zVg / Gemeinde Gattendorf

Es gibt Gemeinden, die dieser Tage erstmals seit Langem vor ernstzunehmende finanzielle Schwierigkeiten gestellt werden. Gattendorf gehört nicht dazu. „Wir sind es schon gewohnt, aus nichts etwas zu machen“, so Bürgermeister Robert Kovacs selbstbewusst. Er weiß, dass Inflation, Personalkosten und nur langsam wachsende Ertragsanteile die Budgets aller Gemeinden rundherum erheblich belasten.

„Unter diesen Rahmenbedingungen sind neue Investitionen ohne den Einsatz kaum noch vorhandener liquider Mittel nicht möglich“, führt der Bürgermeister in seinem neuesten Bürgermeisterbrief aus. Auf neue Investitionen wird dementsprechend größtenteils verzichtet, stattdessen sollen nur bereits begonnene oder geförderte Projekte umgesetzt werden. Dazu zählen etwa ein neuer Sirenenstandort der Feuerwehr (20.000 Euro), Spielgeräte sowie eine Klimaanlage für den Kindergarten (insgesamt 13.000 Euro) sowie Geld für den Straßenbau in Siedlungsgebieten.

Etwas Abhilfe in den Finanzen schafft einerseits der erst im vergangenen Jahr von der Burgenland Energie angelegte PV-Park Gattendorf mit rund 35 Hektar (bis 2027 sollen rund 100 weitere Hektar folgen), sowie potenziell der sogenannte Industrial Campus Gattendorf, in dem sich bislang die Firma Werner & Weber GmbH eingemietet hat – Platz für bis zu neun weitere Mieter gäbe es noch.

Der Budgetvoranschlag wurde mit den Stimmen der SPÖ und der LiGa (Liste Gattendorf) beschlossen, die ÖVP stimmte dagegen. Vizebürgermeister Thomas Ranits (ÖVP) erklärt, warum seine Fraktion dem Budgetvoranschlag nicht zustimmte: „Der Voranschlag sieht eine massive Gebührenerhöhung vor - so einer Vorgehensweise können nicht zustimmen. Darüber hinaus wurden Zusatzeinnahmen eingepreist, die aus unserer Sicht bei Weitem nicht fix sind.“