34.267 haben ihre Stimme schon abgegeben

Vorgezogener Wahltag

Mehr Wählerinnen und Wähler als zuletzt im Jahr 2020 haben den vorgezogenen Wahltag im Burgenland genutzt. 13,68 Prozent aller Wahlberechtigten haben ihr(e) Kreuzerl schon gemacht. Hoch war die Beteiligung etwa in Badersdorf oder Heugraben, niedriger fiel sie in Städten wie Oberwart oder Eisenstadt aus.

34.267 haben ihre Stimme schon abgegeben

© APA/HANS KLAUS TECHT, HANS KLAUS TECHT

Die ersten Burgenländerinnen und Burgenländer haben ihre Stimme für die Landtagswahl am 19. Jänner bereits abgegeben - und es waren gar nicht so wenige: Der vorgezogene Wahltag, der Freitagmittag mit der Öffnung des ersten Wahllokals in Siegendorf begann, brachte eine deutliche Steigerung zur letzten Landtagswahl 2020. Um Punkt 12 Uhr - das Schild mit Pfeil zum Wahllokal wurde gerade erst aufgestellt - spazierten in Siegendorf schon die Ersten zur Urne. Bis zum Abend nutzten insgesamt 34.267 Wahlberechtigte im ganzen Land die Möglichkeit.

Das sind laut Mitteilung des Landes unterm Strich 13,68 Prozent aller Stimmberechtigten, im Vergleich dazu waren es 2020 am ersten Wahltag 27.580 (11,02 Prozent). Die Stimmen werden am 19. Jänner gemeinsam mit den Wahlkarten und den am Wahltag abgegebenen Stimmen ausgezählt.

Besonders hoch war die Beteiligung am Freitag etwa in Badersdorf (40,96 Prozent) oder in Heugraben (30,80 Prozent). Niedrig fiel sie aus in Bruckneudorf (6,45 Prozent) sowie in Oberwart (6,76 Prozent). In Eisenstadt nahmen 6,98 Prozent den vorgezogenen Wahltag in Anspruch.

Am Rathausplatz in Siegendorf herrschte ab der Öffnung zu Mittag ein reges Kommen und Gehen. Die Gründe der Siegendorfer, warum sie schon am vorgezogenen Wahltag wählen gingen, waren vielfältig. Manche nutzten gleich ihre Mittagspause zur Stimmabgabe, andere wollten es einfach „hinter sich haben“. Wieder andere meinten, am Wahlsonntag müssten sie sich schön anziehen und „jetzt gehen wir so“. Die Wahlbeteiligung belief sich in der Gemeinde auf 17,05 Prozent.

Auch drei Spitzenkandidaten haben schon gewählt

Im Laufe des Nachmittags sperrten nach und nach auch die Wahllokale in den anderen Gemeinden auf. Verpflichtend geöffnet sein musste von 18 bis 19 Uhr mindestens ein Wahllokal pro Ortschaft. Am späten Nachmittag und Abend schritten auch schon die ersten drei der sechs Spitzenkandidaten zur Urne. Norbert Hofer (FPÖ) wählte in Pinkafeld, Anja Haider-Wallner (Grüne) in Eisenstadt und Christoph Schneider (NEOS) in Breitenbrunn.

34.267 haben ihre Stimme schon abgegeben

© APA/JUDITH HÖGERL, JUDITH HÖGERL

Haider-Wallner wählte gemeinsam mit ihrem Sohn kurz nach 17 Uhr im Rathaus der Landeshauptstadt. Der vorgezogene Wahltag sei „praktisch“, meinte sie gegenüber Journalisten. Für die Grünen sei die Wahl „keine gmahte Wiesn“, es gehe um jede Stimme. Der Wahlausgang am 19. sei ebenso offen wie die etwaige Koalition danach, so die grüne Spitzenkandidatin.

FPÖ-Spitzenkandidat Hofer, der mit seiner Tochter zum Wahllokal kam, appellierte bei seiner Stimmabgabe an alle Burgenländerinnen und Burgenländer, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Dass er selbst den vorgezogenen Wahltag nutzte, solle ein „Signal“ sein, die Wahlbeteiligung hochzuhalten. Auf die blau-türkisen Koalitionsgespräche auf Bundesebene angesprochen, meinte Hofer: „Die Menschen sind froh, wenn es endlich zu einer stabilen Regierung kommt“. Und: Er selbst habe versprochen, hier im Burgenland zu bleiben und hier „seine Aufgaben“ zu erledigen.

34.267 haben ihre Stimme schon abgegeben

© APA/HANS KLAUS TECHT, HANS KLAUS TECHT

Ebenfalls bereits am Freitag kurz vor dem Schließen des Wahllokals in Breitenbrunn traf auch NEOS-Spitzenkandidat Christoph Schneider ein. „Meine Stimme kann nicht mehr warten“, begründete er gegenüber Journalisten und rief ebenfalls zur Wahl auf - unter anderem jene, die schon bei der EU-Wahl und der Nationalratswahl 2024 ihr Kreuzerl bei Pink gemacht haben. Im Landesparlament wollen die NEOS eine „echte Kontrollkraft“ und „Schiedsrichter“ sein, wiederholte Schneider sein Credo und zeigte sich vom Einzug überzeugt.

34.267 haben ihre Stimme schon abgegeben

© APA/JUDITH HÖGERL, JUDITH HÖGERL

Auch weitere Spitzenpolitiker des Landes nutzten den vorgezogenen Wahltag, unter ihnen auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf und Landtagspräsident Robert Hergovich.

34.267 haben ihre Stimme schon abgegeben

© Landesmedienservice

Info: Die Landtagswahl im Burgenland

Der Landtag, in dem 36 Mandate zu vergeben sind, wurde zuletzt am 26. Jänner 2020 gewählt. Die SPÖ erzielte damals 49,94 Prozent der Stimmen und die absolute Mandatsmehrheit im Landtag. Die ÖVP kam auf 30,58 Prozent, auf die Freiheitlichen entfielen 9,79 Prozent und auf die Grünen 6,72 Prozent. Bündnis Liste Burgenland und NEOS schafften es damals nicht in den Landtag. Diesmal treten neben den bereits im Landesparlament vertretenen Parteien erneut die NEOS an sowie die vom früheren Freiheitlichen Geza Molnar gegründete „Liste Hausverstand“.