Apetlon: Wie Beweidung den Salzlacken helfen kann

Vortrag

Im Rahmen des EU-geförderten Projekts „LIFE Pannonic Salt“ präsentierte Projektleiter Harald Grabenhofer im Gasthaus „Zum fröhlichen Arbeiter“ den Nutzen von Weidetieren für die Sodalacken im Seewinkel.

Projektleiter Harald Grabenhofer referierte zum Thema Beweidung.

Projektleiter Harald Grabenhofer referierte zum Thema Beweidung.

© Klaus Zwinger

Anfang des vergangenen Jahres ist mit „LIFE Pannonic Salt“ ein 12 Millionen Euro schweres, EU-gefördertes Projekt angelaufen, das den Erhalt der Sodalacken im Seewinkel sicherstellen soll. Dazu bedarf es einem Mix aus einigen unterschiedlichen Maßnahmen - eine davon ist die Beweidung. Projektleiter Harald Grabenhofer hat die Möglichkeiten dazu am vergangenen Freitag bei einem Vortrag im Gasthaus „Zum fröhlichen Arbeiter“ in Apetlon genauer unter die Lupe genommen.

Ölweide als zentrales Problem

Als besonders problematisch identifizierte Grabenhofer die Ölweide, welche ein Neophyt, also eine gebietsfremde Pflanze ist, die insbesonders gut auf salzhaltigen Böden wie eben im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel wächst und dabei einheimische Pflanzenarten verdrängt.

Allgemein präsentierte der Projektleiter insgesamt fünf Methoden, die Ziele der Ölweiden- und Schilfreduktion, die unter anderem als Ziel des LIFE-Projekts gelten, zu erreichen. Dazu zählen die Mahd, Beweidung, Humusabtrag, Häckseln und das gezielte Abbrennen gewisser Flächen, wobei Letzteres aufgrund des Emissionsgesetzes des Bundes ohnehin nicht erlaubt ist.

Apetlon: Wie Beweidung den Salzlacken helfen kann

© Klaus Zwinger

Als sinnvollste Variante pries Grabenhofer die Beweidung, welche auf 80 bis 90 Prozent des Nationalparks durchgeführt werden könnte. Verschiedene Weidetiere wie Schafe, Rinder, Pferde, Wasserbüffel und Ziegen könnten dabei unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Als zentrale Punkte, die für die Beweidung sprechen sieht er die Tatsache, dass die Beweidung durch die Hufe der Tiere Löcher im Boden schafft, die wichtig für den Salzaustausch sind. Auch würde die Beweidung zur Humusbildung beitragen und nicht zuletzt für Dung sorgen, der wichtig für die Artenvielfalt unter zahlreichen Insekten im Nationalpark ist.

Wasserbauliche Maßnahmen von großem Interesse fürs Publikum

Was für die Besucher des Vortrags ebenfalls von großer Bedeutung war, sind die wasserbaulichen Maßnahmen, die künftig ergriffen werden sollen, um den Grundwasserstand möglichst hoch zu halten. Dabei musste Grabenhofer seine Zuhörer allerdings auf den November vertrösten, wenn es weitere Infoveranstaltungen geben wird, darunter auch gesondert zu diesem Thema.

Kommende Infoabende
  • 24. Oktober – Vortrag Beweidung, 19 Uhr / Wirtshaus Lokalaugenschein, Podersdorf am See
  • 9. November – Exkursion ins Projektgebiet, 14 Uhr / Nationalparkzentrum Illmitz, Anmeldung unter office@ npneusiedlersee.at erbeten
  • 21. November – Infoabend wasserbauliche Maßnahmen, Ort wird noch bekanntgegeben
  • 28. November – Vortrag Beweidung, 19 Uhr / Hotel Post, Illmitz

Genaue Infos werden zeitnah auf www.life-pannonic-salt.eu bekanntgegeben.