Kugelbahn bis Tierweitsprung: Erlebnisreiche Waldrunde in Lockenhaus
Walderlebnisweg
Der revitalisierte, neu konzipierte und ausgebaute Walderlebnisweg am Geschriebenstein wurde am Sonntag offiziell eröffnet.
Auch Lara und Anna gingen nach der offiziellen Eröffnung im Wald auf Entdeckungstour.
© Michaela Grabner
Sich mit Eichhörnchen, Baummarder und Co. im Weitspringen messen, Steinmännchen bauen, barfuß über unterschiedliche Naturmaterialien laufen, Holzblöcke verschiedener Bäume beim Gewichtheben vergleichen oder auf Klangstäben bekannte oder selbst kreierte Melodien spielen: all dies kann man am Walderlebnisweg am Geschriebenstein erleben. Ausgangspunkt zum Abenteuer Wald ist gegenüber dem Parkplatz bei der Margaretenwarte.
22 spannende Stationen
Der Walderlebnisweg ist in einer Achterschleife mit insgesamt 22 Stationen angelegt. Am 975 Meter langen Rundweg eins wartet gleich neben der Ruheliege mit dem Pannonischen Ruhebild Mischwald ein besonderes Hörerlebnis. Im Zuge eines landesweiten Projekts wurden sechs besondere Orte des Burgenlandes in Form der Entspannungsmethode des Ruhebilds beschrieben, die zu einer mentalen Reise zu besonderen Naturplätzen in den Naturparken einladen. In Lockenhaus soll die Kombination aus Stimme, entspannenden Klaviermelodien und Naturbeschreibung zum „Baden“ im Mischwald anregen und so ein meditatives Erlebnis mit nachhaltigem Zugang zur Natur und zur inneren Ruhe schaffen.
Am 670 Meter langen Rundweg zwei ist die neue Kugelbahn ein besonderes Highlight. Zwei Gucker entlang der gesamten Strecke ermöglichen ein gezielteres Hinschauen, Gedichtkärtchen geben Anstoß für eigene literarische Kreationen und Baumstämme und -pflöcke laden ein, Gleichgewichtsübungen zu machen.
Eule Emily, das neue Maskottchen, das aus der Feder von Mittelschülerin Emily Eichenthal stammt und im Zuge eines Zeichenwettbewerbs ermittelt wurde, begleitet die Wanderer auf ihrem Rundgang. Infopoints in Form von drehbaren Quadern und weitere Informationstafeln entlang des Weges bieten interessante Informationen über die Natur, die Tier- und Pflanzenwelt und über Klima und Naturschutz, laden aber gleichzeitig zu Rätsel und Achtsamkeitsübungen ein, um den Wald mit allen Sinnen für Erholung und Entspannung zu erleben. Über QR-Codes kann man alle Informationen auch in Ungarisch, Englisch und Kroatisch abrufen.
Unterrichten und Lernen im Freien und mit Bewegung
Besonders wichtig war es den Projektverantwortlichen außerdem, den Walderlebnisweg auch für verschiedenste Bildungseinrichtungen so zu gestalten, dass Unterrichten und Lernen im Freien optimal mit Bewegung in der Natur vereinbar sind. Materialien wie Bücher, Lupen, ein Malbuch oder ein eigenes Rätselheft sind nun vorhanden. Insgesamt wurden für die Revitalisierung des Wegs rund 85.000 Euro investiert, um den Wald mit allen Sinnen erlebbar zu machen. „Zeit im Wald zu verbringen, wird mit den neuen Stationen noch spannender – und verbindet Spaß mit Wissensvermittlung. Der Naturpark Geschriebenstein-Írottkö macht Lernen in und mit der Natur zu einem ganzheitlichen, einzigartigen Erlebnis“,gratulierte Landeshauptmannstellvertreterin Anja Haider-Wallner zum gelungenen Werk, die dieses durch das Durchschneiden einer grünen Ranke offiziell eröffnete.
Zuvor wurde der Weg noch von Dechant Michael Brien gesegnet. „Kinder und Familien sollen bei uns Spaß haben, etwas lernen, entdecken und staunen können“, meinte Bürgermeister Michael Kefeder. Die Gemeinde hatte das Projekt gemeinsam mit dem Naturparkverein umgesetzt. Naturparkverein Lockenhaus-Obfrau Brigitta Lackner dazu: „Nach der Gründung des Naturparks Geschriebenstein Írottkő im Jahre 1996 wurde der Walderlebnisweg angelegt. Das Konzept für den Walderlebnisweg, der nach der Gründung des Naturparks 1996 angelegt wurde, ist in den Jahren 2023 bis 2025 neu überarbeitet worden. Der zweiteilige Rundweg wurde revitalisiert, erneuert, adaptiert, einiges wurde neu konzipiert und neu ausgebaut. Vieles von den alten, guten Plänen und wertvollen Informationen wurde erhalten, der Weg hat denselben Verlauf, die Rastplätze liegen an denselben Stellen und es fügen sich alter Bestand und neue Konstruktionen wunderbar zusammen.“
Neues Naturpark-Projekt: „ID-Nature“
Engelbert Kenyeri, Obmann des Naturparks Geschriebenstein-Írottkö, machte dann auf ein neues Projekt im Naturpark aufmerksam. Das Projekt „ID-Nature“wurde entwickelt für alle Menschen, die im grenzüberschreitenden Naturpark Geschriebenstein Írottkő leben oder diesen besuchen und die die Identität dieses gemeinsamen Natur- und Kulturschatzes sehen und spüren wollen. „Es möchte den Gemeinden und der Bevölkerung den Naturpark näherbringen: was tut der Naturpark, wofür steht er und wohin können wir uns mit dem Naturpark weiterentwickeln“, erklärte Kenyeri.