Martin Reiter zum Bürgermeister der Gemeinde Mannersdorf gewählt

Wechsel

Tritt ein Bürgermeister innerhalb eines Jahres vor dem frühestmöglichen Wahltag der nächsten regulären Bürgermeister- und Gemeinderatswahl zurück (Stichtag ist der 5. September 2026), so wird sein Nachfolger nicht durch die Bevölkerung, sondern den Gemeinderat gewählt, wie am Freitag bei der Gemeinderatssitzung in Mannersdorf.

Martin Reiter (r.) löste Herbert Schedl als Bürgermeister der Gemeinde Mannersdorf ab.

Martin Reiter (r.) löste Herbert Schedl als Bürgermeister der Gemeinde Mannersdorf ab.

© Michaela Grabner

SPÖ-Bürgermeister Herbert Schedl legte im Zuge der Sitzung sein Amt nieder, um seinem Nachfolger mit Hilfe der SPÖ-Mehrheit im Gemeinderat den Weg zu ebnen. Martin Reiter, Ortsvorsteher von Rattersdorf, wurde in einer geheimen Abstimmung mit 15 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen und einer ungültigen Stimme - mit großer Mehrheit zum neuen Bürgermeister von Mannersdorf gewählt. Die Bürgerliste Volkspartei (BLVP) verzichtete auf die Nominierung eines weiteren Kandidaten.

Martin Reiter verfügt mittlerweile über eine einjährige Erfahrung als Ortsvorsteher, ist aber insofern ein politischer Quereinsteiger, als dass er kein Gemeinderatsmandat innehat. Dass der 39-Jährige dennoch zum Bürgermeister gewählt werden kann, liegt an einer erst im Vorjahr beschlossenen Novelle der Gemeindewahlordnung. Als Bürgermeister ohne Mandat leitet er die Verwaltung, vertritt die Gemeinde nach außen und sorgt für die Vollziehung von Beschlüssen. Er lädt auch zu den Sitzungen des Gemeinderats und des Gemeindevorstands ein und ist dabei Vorsitzender, ohne allerdings ein Stimmrecht zu besitzen.

„Die Zukunft der Gemeinde liegt mir am Herzen“, betonte der 39-Jährige, der sich beim Gemeinderat für das Vertrauen und bei seinem Vorgänger Herbert Schedl für die gute Zusammenarbeit bedankte. „Als Eisenbahner darf ich sagen, du hast mich auf Schiene gebracht“, schmunzelte Reiter, der Wagenmeister bei den ÖBB ist.

Er habe entschieden, sich fürs Bürgermeisteramt zur Verfügung zu stellen, weil er sich in der Rolle als Ortsvorsteher sehr wohl fühlt und ihm positive Rückmeldungen von Leuten große Freude machen, wenn etwas umgesetzt werden konnte und seien es auch nur Kleinigkeiten. „Ich möchte ein offenes Ohr für alle Bürgerinnen und Bürger haben“, so Reiter. Wichtig ist es ihm, einen frischen Wind in die Kommunalpolitik zu bringen und dass man offen und ehrlich kommuniziert. „Alleine dadurch kann man viel erreichen“, ist er sicher. Themen, die ihn gleich zu Beginn seiner Amtszeit begleiten werden, sind die herausfordernde finanzielle Lage der Gemeinde und die Fortsetzung bereits begonnener Projekte wie der Kanalbau in Rattersdorf und die Sanierung einer Brücke in Mannersdorf.

Im Zuge des Bürgermeisterwechsels kam es zu weiteren Personalrochaden innerhalb der SPÖ. Adelheid Müller folgt als Ortsvorsteherin von Liebing Gerhard Graner nach, Christoph Stampf, der statt Herbert Schedl in den Gemeindevorstand gewählt wurde, löst diesen als Ortsvorsteher von Mannersdorf ab. In Klostermarienberg bleibt Stefan Frühwirth, in Unterloisdorf Johannes Landauer und in Rattersdorf der frischgebackene Bürgermeister Martin Reiter Ortsvorsteher.

Einen neuen Mandatar gibt es in den Reihen der Bürgerliste Volkspartei (BLVP). Josef Frech aus Klostermarienberg wurde zu Beginn der Sitzung als Gemeinderat angelobt.