Gastro: So läuft das Vorweihnachtsgeschäft im Bezirk Neusiedl
Weihnachtsfeiern
Wir haben vier Wirtshäuser im Bezirk befragt, wie die Buchungslage in der Vorweihnachtszeit liegt.
Symbolbild.
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Alles wird teurer. Das merken nicht nur Konsumenten, wenn sie an der Supermarktkasse stehen, sondern auch Gastwirte, die zum Teil abwägen müssen, welche Kosten sie selbst „schlucken“, und welche sie an ihre Gäste weitergeben. Wir haben die Betreiber von Jacky's Mühle in Gols, dem Gasthaus Frank in Mönchhof, dem Landgasthof „Zur alten Mauth“ in Neusiedl und dem Wirtshaus „Zum fröhlichen Arbeiter“ in Apetlon gefragt, wie sie mit dieser Frage umgehen und wie es um die Buchungslage in der Vorweihnachtszeit steht.
Junges Blut in Jacky's Mühle
Als wir uns für ein kurzes Interview treffen, läuft vorne an der Bar das WM-Finale der U17, während hinten im großen Saal von Jacky's Mühle die letzten Vorkehrungen für eine große Weihnachtsfeier am nächsten Tag getroffen werden.
„Grundsätzlich schaut die Buchungslage nicht schlecht aus“, gibt Wirtin Marlies Beck zu verstehen. Für ein kurzes Interview schickt sie ihre beiden Kinder Nina (20) und Jan (23) vor, beide haben bereits Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt und arbeiten fleißig im Familienbetrieb mit. Neben der Arbeit im Lokal gibt es an den kommenden beiden Wochenenden auch noch den Golser Adventzauber, auf dem Jacky's Mühle auch mit einem Food Truck vertreten ist.

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„Fad wird uns definitiv nicht“, scherzen die beiden. Für die zahlreichen Feiern und Veranstaltungen im Betrieb braucht es immer wieder auch Aushilfskräfte, welche die beiden jungen Gastronomen mit ihren Freunden vom Fach auch ohne große Probleme finden können.
Man muss seine Nische in der Gastronomie finden
Martin Frank vom Gasthaus Frank in Mönchhof hat seine eigene Nische gefunden. Betriebsweihnachtsfeiern gibt es bei ihm nur eher wenige, dafür umso mehr Feiern von Seniorenvereinen. Abgesehen von Feierlichkeiten hat sein Wirtshaus täglich auch nur noch von 8 bis 14 Uhr geöffnet, der Großteil seiner Einnahmen kommt vom Geschäft mit seinem „Essen auf Rädern“.

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Erst vor Kurzem hat er ein sechstes Auto dafür angeschafft, seine Mitarbeiter bringen täglich zwischen 120 und 150 Mittagsmenüs in insgesamt sechs umliegende Gemeinden. Außerdem hat er zuletzt auch ein Nachbarhaus zugekauft und daraus ein Lager gemacht. Generell steigende Kosten kompensiert er nun damit, haltbare Lebensmittel in wesentlich größeren Gebinden zu besseren Konditionen zu kaufen.
Leichter Rückgang im Landgasthof „Zur alten Mauth“
Kurt Windholz betreibt den Gasthof „Zur alten Mauth“ in Neusiedl am See. Er sieht einen leichten Rückgang bei den Weihnachtsfeiern kleiner Betriebe, manche würden auch einfach Ganslessen kommen und es dann dabei bewenden lassen.
Die Frage nach der Schwierigkeit, Personal zu finden, beantwortet er mit einem dezenten Anflug von Galgenhumor: „Wir haben schon seit vielen Jahren die gleichen Mitarbeiter und können das gar nicht wirklich beurteilen. Aushilfskräfte sind im Service allerdings sehr schwer zu finden, insofern ist es vielleicht gar nicht schlecht, wenn wir nicht zu viele große Feiern haben“, so Windholz.
Eine Frage von Preis und Qualität
Als wir an einem Montagabend das Wirtshaus „Zum fröhlichen Arbeiter“ von Hannes Tschida betreten, ist gerade die Weihnachtsfeier eines kleinen Betriebs im Gange. Über mangelnde Gäste kann Tschida nicht klagen, erst vor Kurzem wurde sein Wirtshaus vom Fachmagazin Gault&Millau mit dem Titel „Wirtshaus des Jahres“ bedacht, einer seiner Mitarbeiter, Zoltan Rozsavölgyi, wurde erst Ende November zum besten Sommelier des Burgenlands gekürt. Es ist längst nicht mehr nur die Mundpropaganda, welche die Gäste in das fernab vom Zentrum des Bezirks liegende Apetlon bringt, es sind auch Auszeichnungen wie diese, welche für die hohe Qualität bürgen. Die Teuerungen spürt Tschida trotzdem.

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„Eine Zeit lang kann man gewisse Preiserhöhungen schlucken, aber irgendwann ist es damit auch vorbei. Da stellt sich dann die Frage: 'Gebe ich den höheren Preis an den Kunden weiter oder versuche ich billiger, dafür aber möglicherweise mit geringerer Qualität einzukaufen?' Und: erfüllt das dann überhaupt noch meine Vorstellungen? Das ist ein schmaler Grat“, so der vielfach prämierte Gastronom.
Resümee
Aus dem Querschnitt der vier befragten Wirtshäuser zeigt sich, dass die Buchungslage derzeit eine ähnliche wie vor Corona ist, die Mentalität der Gesellschaft sich aber definitiv geändert hat. „Dass nach einem guten Essen oder auch einfach so noch bis Mitternacht an der Bar gestanden wird, das gibt es nicht mehr. Die Leute kommen, essen, und fahren dann wieder heim“, trifft Tschida den Tenor aller befragten Gastronomen.