Zum heutigen Weltgesundheitstag: Das Wichtigste ist die Gesundheit!
7. April
Gesundheit ist das Wichtigste! Deswegen wurde am 7. April 1948 die World Health Organization (WHO) gegründet, die jährlich am Gründungstag den World Health Day (Weltgesundheitstag) ausrichtet. Dieser Aktionstag will auf weltweite Gesundheitsprobleme aufmerksam machen und die Wichtigkeit globaler Gesundheit betonen.
„Die Kindergrundsicherung ist eine gesundheitspolitische Maßnahme, die der Volkswirtschaft Milliarden an Kosten sparen kann“, betont Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich (Symbolfoto).
© Bilderbox/Wodicka
Mit dem diesjährigen Motto „Gesunde Anfänge, hoffnungsvolle Zukunft“ widmet sich die WHO der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen – ein Thema, das in Europa trotz Fortschritten nach wie vor eine Herausforderung darstellt. Bei uns in Österreich gibt es das kostenlose Angebot der Frühen Hilfen, das Schwangere und Familien mit Kleinkindern im Alter von null bis drei Jahren in Anspruch nehmen können.
Armut macht krank – von klein auf
Die Volkshilfe Österreich nimmt den Weltgesundheitstag zum Anlass, um vor den schädigenden Folgen von Kinderarmut zu warnen. „Armutsbetroffene Eltern wenden sich mit der Bitte um finanzielle Unterstützung an uns, weil sie gesundheitliche Leistungen nicht in Anspruch nehmen können, obwohl dringender Handlungsbedarf besteht“, berichtet Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich. Genau hier setzt der Volkshilfe-Fonds „Kinder.Gesundheit.Sichern“ an.
2024 konnte die Volkshilfe österreichweit 313 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die in armutsgefährdeten Familien leben, finanziell im Bereich der Gesundheit unterstützen. „Den Fonds sehe ich auch als Seismographen für die Versorgungslücken im Bereich der Kindergesundheit, weil den Familien trotz gutem Gesundheitssystem hohe finanzielle Mehrbelastungen entstehen“, erklärt Erich Fenninger. Konkret verteilen sich 42,2 Prozent der Unterstützungen auf den Bereich Bewegung und Prävention, 14,7 Prozent auf Kosten für Heilbehelfe und Medizinprodukte, 12,5 Prozent auf den Bereich der Impfungen und 10,5 Prozent auf Therapien. 8,6 Prozent der Kinder erhielten finanzielle Hilfen für Zahngesundheit, der Rest verteilt sich auf Medikamentenkosten.
Menschen in Österreich hinken bei „Gesunden Jahren“ hinterher
Ein langes Leben bei guter Gesundheit – wer wünscht sich das nicht? Doch zwischen der Lebenserwartung und den „Gesunden Lebensjahren“ gibt es bei den Menschen in Österreich einen deutlichen Unterschied. „Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei Männern bei 79,3 Jahren, bei Frauen bei 84 Jahren“, erklärt Katharina Pils, Chefärztin des Österreichischen Roten Kreuzes. „Die Gesunde Lebenserwartung liegt deutlich darunter, nämlich bei 63,1 Jahren für Männer und 64,7 Jahren für Frauen. An dieser Differenz gilt es zu arbeiten.“ Denn aus der Differenz zwischen „Gesunden Jahren“ und der Lebenserwartung entstehen viele Probleme, subjektive Einschränkungen und Kosten. „In diesem Zeitraum besteht mehr oder weniger großer Pflegebedarf. Es entstehen physische, psychische und finanzielle Belastungen für die Menschen, die gepflegt werden müssen, ihre Angehörigen und auch das Gesundheitssystem“, so Katharina Pils weiter. „In vielen europäischen Ländern, insbesondere in Skandinavien, ist die Gesunde Lebenserwartung rund zehn Jahre höher, hier ist bei uns also noch Luft nach oben.“
Doch wie kann die „Gesunde Lebenserwartung“ konkret gesteigert werden? Katharina Pils erklärt: „Gesundheit wird durch den Lebensstil beeinflusst. Dazu gehört neben Ernährung, Schlaf und Suchtverhalten auch Bewegung und soziale Kontakte. Wer sich regelmäßig und ausreichend bewegt und noch dazu unter die Leute kommt, kann mit mehr Gesunden Jahren rechnen.“ Eine Möglichkeit, Bewegung und soziale Kontakte zu fördern, sind Bewegungsangebote im Wald. Das Österreichische Rote Kreuz rollt dazu im Juni ein Pilotprojekt aus, mit dem Menschen zu gemeinsamen Aktivitäten in der „Grünen Lunge“ in ihrer Umgebung motiviert werden sollen.
Bundesweites Präventionskonto wird gefordert
Anlässlich des Weltgesundheitstages fordert zudem die Österreichische Apothekerkammer, das Potenzial der mehr als 7.000 Apothekerinnen und Apotheker in den 1.470 Apotheken endlich umfassend zu nutzen, um die Versorgung der Menschen zu verbessern und gleichzeitig den medizinischen Bereich zu entlasten. „Als eine der ersten Anlauf- und Beratungsstellen sind wir Apothekerinnen und Apotheker täglich persönlich in Kontakt mit bis zu 600.000 Betroffenen jeden Alters. Wir sind vertraute und kompetente Lotsen im Gesundheitssystem, denn nicht bei jedem gesundheitlichen Problem ist der Gang in eine Ordination oder in ein Spital zwingend nötig“, erklärt Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer.
„Wir fordern ein bundesweites Präventionskonto für jede Österreicherin und jeden Österreicher. Dort werden von der Sozialversicherung Patientinnen und Patienten gezielt individuelle Gesundheitstests oder Impfungen zur Verfügung gestellt. Diese werden unkompliziert in das E-Card-System eingepflegt, so dass die Menschen diese Leistungen entweder in einer Ordination oder eben in der Apotheke ums Eck in Anspruch nehmen können. Das wäre gelebte Prävention, die bei der Bevölkerung ankommt. Erinnerungen und in Anspruch genommene Leistungen können so einfach umgesetzt werden“, so Ulrike Mursch-Edlmayr.