Alzheimer- ein zunehmendes Problem ohne Lösung

Welttag

Über 100 Jahren nach ihrer entdeckung hat sich die Alzheimer-​Krankheit zu einem weltweiten Gesellschaftsproblem entwickelt. Mittlerweile sind viele mögliche Ursachen bekannt und zahlreiche Wissenschaftler und Ärzte warnen vor den steigenden Zahlen an Betroffenen. Eine Heilung gibt es immer noch nicht...

Alzheimer- ein zunehmendes Problem ohne Lösung

© Shutterstock/Orawan Pattarawimonchai

Weltweit sind etwa 46 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Prognosen zufolge wird die Zahl bis 2050 auf 131,5 Millionen ansteigen – dabei wird sich die Situation in China, Indien und den afrikanischen Ländern südlich der Sahara deutlich verschlechtern.

Entdeckt wurde die Krankheit von dem Arzt Alois Alzheimer, nach dem sie auch benannt wurde. Er beschrieb sie im Jahr 1906 erstmals, nachdem er im Gehirn einer verstorbenen Patientin charakteristische Veränderungen festgestellt hatte.

Heute weiß man, dass es mehrere Typen von Demenzerkrankungen gibt und dass vielfältige Ursachen in Frage kommen.

Die Alzheimer-​Demenz gehört neben der Frontotemporalen Demenz, der Lewy-​Körperchen-​Demenz und der Parkinson-​Demenz zu den neurodegenerativen Erkrankungen, bei denen Nervenzellen zugrunde gehen. Häufig sind aber auch vaskuläre (gefäßbedingte) Demenzen. Darüber hinaus gibt es sekundäre Demenzformen, die zum Beispiel Folge einer Multiplen Sklerose oder einer Stoffwechselstörung sein können.

Der Welt-Alzheimertag wurde von der WHO und der Dachorganisation Alzheimer’s Disease International (ADI) in London gegründet und findet weltweite Unterstützung.

Die Krankheit (lat. "Morbus Alzheimer") ist eine neurodegenerative Erkrankung, die häufig bei Personen im Alter über 65 Jahren auftritt. Obwohl es fälschlicherweise oft mit Demenz gleichgesetzt wird, ist diese eigentlich nur eines von mehreren Symptomen der Alzheimer-Krankheit.

Die Symptome im Überblick

  • Häufige Erinnerungslücken und WiederholungenVergessen von Terminen, nahe zurückliegender Erlebnisse und Gesprächen liegt an der Tagesordnung, weil das Einspeichern neuer Informationen dem Gehirn immer schwerer fällt. Das führt häufig zu ständigen Wiederholungen gleicher Fragen, obwohl diese schon beantwortet wurden.
  • Probleme bei gewohnten AbläufenAtypische Störungen äußern sich bei alltäglichen Handlungen wie Kochen, beim Anziehen oder Autofahren. Dabei kann es sein, dass demenzkranke Menschen die Reihenfolge durcheinander bringen – etwa zuerst Gas geben, statt den Gang einzulegen – oder Arbeitsschritte auslassen: keinen Kaffeefilter in die Kaffeemaschine legen oder kein Wasser einfüllen.
  • SprachstörungenWohl jeder kennt das Gefühl, wenn einem das Wort auf der Zunge liegt. So ergeht es Alzheimer-Betroffenen häufig. Nur, dass ihnen zunehmend die einfachsten Worte nicht mehr einfallen, sie unpassende Füllworte verwenden und ihre Sätze immer kürzer werden. Ebenfalls treten Wortschöpfungen (z. B. Kühlkasten oder Gefrierdings für Kühlschrank) auf.
  • OrientierungslosigkeitOrientierungsschwäche äußert sich zu Beginn an unbekannten Orten, wenn man sich verläuft oder nicht mehr nach Hause findet und zunehmend auch an bekannten Plätzen, die als fremd empfunden werden. Dies bewirkt starke Unsicherheit, weil man sich schließlich im vertrauten Heim auch nicht mehr zurechtfindet.
  • Zeitliche VerwirrungDer Verlust des abstrakten Denkens führt dazu, dass das Zeitgefühl verloren geht und Tageszeiten nicht mehr richtig gedeutet werden können. So kann es passieren, dass das Abendessen für das Frühstück gehalten wird und Termine versäumt werden.
  • Beeinträchtigung der UrteilsfähigkeitDie ersten sichtbaren Probleme zeigen sich bei komplexen Handlungen, wie Bankgeschäften. Doch auch vermeintlich einfache Aktionen, wie die Wahl der zum Wetter passenden Bekleidung, werden nicht mehr richtig bewältigt. Eine dünne Bluse im Winter oder Stiefel und Schal an heißen Sommertagen sind ein Indiz, dass etwas nicht mehr stimmt.
  • Verlorene, falsch abgelegte GegenständeSpätestens, wenn Sie die fünfte Bankomat- oder zehnte Ecard beantragen müssen, sollten die Alarmglocken läuten. Ab und zu verlegt wohl jeder seine Geldbörse oder sucht seine Brille. Findet sich allerdings der Schuhlöffel im Honigglas oder Schmuck im Backrohr, kann nicht mehr von normaler Vergesslichkeit gesprochen werden.
  • StimmungsschwankungenAlzheimer-Patienten neigen zu völlig unvorhersehbaren Stimmungswechseln, die im Tagesverlauf häufig wechseln.
  • VerhaltensänderungenVor allem starke Persönlichkeitsänderungen sind häufig ein Zeichen für eine Demenz. Die Betroffenen fühlen sich unwohl, unsicher und reagieren mitunter mit gegensätzlichen Verhaltensmustern: freundliche Menschen werden aggressiv, laut und aufbrausend, um im nächsten Moment unsicher, weinerlich und ängstlich zu sein.
  • Lustlosigkeit und freudloses VerhaltenDemenzkranke Menschen verlieren häufig das Interesse an Hobbys, können Arbeiten nicht mehr zu Ende bringen und sind freudlos bei jeglicher Art von Aktivität. Oft wird daher diese Symptomatik der Alzheimerdemenz als „depressive Verstimmung“ abgetan.
Welt-Alzheimertag

Der Welt-Alzheimertag findet seit 1994 jedes Jahr am 21. September statt und steht immer unter einem anderen Motto:

  • 2024: Demenz – Gemeinsam. Mutig. Leben.
  • 2023: Demenz – die Welt steht Kopf
  • 2022: Demenz - verbunden bleiben
  • 2021: Demenz - genau hinsehen!
  • 2020: Demenz - wir müssen reden!
  • 2019: Demenz. Einander offen begegnen
  • 2018: Demenz – dabei und mittendrin
  • 2017: Die Vielfalt im Blick
  • 2016: Jung und Alt bewegt Demenz
  • 2015: Demenz – Vergiss mich nicht