Hörgeräte sind mehr als Lifestyle-Gadgets

Welttag des Hörens

Am 3. März, dem Welttag des Hörens, weisen die Niederösterreichischen Hörakustiker auf die Bedeutung professioneller und individuell angepasster Hörgeräte hin.

Kopfhörer mit Hörgerätefunktionen ersetzen keine professionellen Hörgeräte.

Kopfhörer mit Hörgerätefunktionen ersetzen keine professionellen Hörgeräte.

© Erstellt mit Dall-E OpenAI, gestaltet von Himmelhoch

Rund 1,6 Millionen Menschen in Österreich sind von Schwerhörigkeit betroffen. In Europa sind es rund 119 Millionen Menschen und weltweit laut WHO 1,5 Milliarden. Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass Lifestyle-Konzerne wie Apple versuchen, in diesen Markt vorzudringen.

Mit der neuesten Generation seiner AirPods Pro 2 hat der US-Konzern erst kürzlich eine softwarebasierte Hörgerätefunktion vorgestellt. Damit verspricht man sich neue Kundengruppen, die den Weg zum Hörakustiker scheuen.

75 Prozent der Personen weltweit, die ein Hörgerät tragen sollten, tragen laut Schätzungen nämlich keines. Und das liegt laut Experten nicht nur an einer bewussten Verweigerung, sondern auch daran, dass viele der Betroffenen gar nicht wissen, dass sie schwerhörig sind.

„Technische Innovationen wie die Hörgerätefunktion von Apple sind auf jeden Fall hilfreich, da sie einen niederschwelligen und unkomplizierten Hörtest ermöglichen. Gerade bei beginnender Schwerhörigkeit können Hightech-Kopfhörer das Hörvermögen verbessern, eine Beratung durch professionelle Hörakustiker ersetzen sie aber nicht“, sagt Markus Gschweidl, Landesinnungsmeister der Niederösterreichischen Hörakustiker.

Optimal hören dank modernster Forschung und KI

Moderne Hörgeräte sind längst mit innovativen Technologien ausgestattet und lassen sich etwa mittels Bluetooth mit dem Smartphone oder dem TV-Gerät verbinden. Jahrelange Forschung und Entwicklung haben dazu geführt, dass digitale Hörgeräte mittels KI die Lautstärke automatisch anpassen, Umgebungsgeräusche anhand individueller Vorlieben filtern und sogar als Freisprecheinrichtung oder Kopfhörer fungieren.

Selbst Gesundheitswerte können Hightech-Hörgeräte heute mittels Fitnesstracker aufzeichnen. Gewöhnliche Kopfhörer kommen da nicht mit. Alleine schon aufgrund der geringen Akkulaufzeit und des fehlenden Tragekomforts sind Kopfhörer kein Ersatz für professionelle Hörgeräte.

„Eine rein softwarebasierte Hörgerätefunktion klassischer Kopfhörer eignet sich maximal für kurze und gezielte Anwendungen wie dem Besuch eines Vortrags oder Kinos. Und auch dann nur bei einer leichten Schwerhörigkeit. Hörgeräte sind keine Over-the-counter-Produkte, sondern individuell eingestellte und angepasste Highend-Lösungen, die den ganzen Tag bequem im Ohr sitzen und ein optimales Hörerlebnis in jeder Situation bieten“, erklärt Gschweidl.

Der Experte weist darauf hin, dass sich Hörgerätehersteller längst an marktüblichen Technologien orientieren und Lifestyle-Funktionen in ihre Produkte integrieren. Die Integration moderner Technologien in Gesundheitsprodukte sei sinnvoller, als Lifestyle-Produkte um gesundheitsfördernde Funktionen zu ergänzen.

Vorsorgen für das perfekte individuelle Hörerlebnis

Die Niederösterreichischen Hörakustiker empfehlen spätestens ab einem Alter von 40 Jahren regelmäßige Hörtests durchzuführen. Hörgerätefunktionen wie die von Apple sind eine gute Ergänzung, um das eigene Hörvermögen niederschwellig zu testen.

Ein optimales Hörerlebnis kann aber nur durch eine professionelle Beratung erreicht werden. Von der Einstellung über Frequenzbereiche, die gezielt verstärkt oder abgeschwächt werden, bis hin zur Anpassung der Hardware an den Gehörgang bieten die Niederösterreichischen Hörakustiker individuelle Lösungen, die optimal auf die Bedürfnisse des Hörgeräteträgers abgestimmt sind.

„Professionelle Hörgeräte sind langlebig, verfügen über lange Akkulaufzeiten sowie modernste Software und sind für den täglichen, langfristigen Einsatz konzipiert. Und es gibt sie natürlich in den unterschiedlichen Designs und Ausführungen. Die Beratung erfahrener Hörakustiker ist essenziell, um die optimale Lösung für die eigenen Bedürfnisse zu finden“, sagt Landesinnungsmeister Gschweidl.