Kandidaten-Poker für den Nationalrat ist auch im Land eröffnet
Wer führt die Liste an?
Nur die FPÖ hat sich schon auf die Landes-Spitzenkandidaten zur Nationalratswahl festgelegt – und doch gibt's offene Fragen. Bei SPÖ und ÖVP zeichnen sich inzwischen Fixstarter ab; Grüne und NEOS sind noch im internen Vorwahl-Prozess.
© Parlamentsdirektion, Thomas Topf, Thomas Topf
Weil es mit AK-Wahl und Europawahl so nebenbei auch einiges zu tun gibt, heißt es offiziell gerne, dass man für die Nationalratswahl-Listen noch Zeit habe. Im Hintergrund läuft das Taktieren um die Platzierung aber schon in (fast) allen Parteien. Manches steht schon fest.
Die Freiheitlichen waren die Ersten, die ihr Kandidaten-Duo an der Spitze beschlossen haben: Der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer führt die blaue Landesliste an, der burgenländische Parteichef Alexander Petschnig ist fix auf Platz zwei. Die weiteren Platzierungen – etwa jene von Christian Ries als aktuellem Abgeordneten am Burgenland-Ticket – werden erst beschlossen.
Spannend macht es die FPÖ im Hinblick auf die Landtagswahl, die im Jänner 2025 drei Monate auf die Nationalratswahl folgt: Ob Petschnig auch im Land Spitzenkandidat bleibt, hängt damit zusammen, ob es im Bund Chancen auf „höhere“ Aufgaben gibt. Im Fall von zwei blauen Grundmandaten könnte Petschnig seines aber auch weitergeben. Damit käme Ries zum Zug, vorausgesetzt er wird auf Listenplatz drei gereiht.
In der SPÖ entscheidet der Landesparteivorstand demnächst, die Listenerstellung soll dem Vernehmen nach aber noch etwas dauern, weil Landeshauptmann und Parteichef Hans Peter Doskozil mehr Kandidatinnen ins Rennen schicken will. Offiziell ist es noch nicht, aber Maximilian Köllner dürfte die rote Landesliste anführen.
Aussichtsreich auch die Position als Spitzenkandidat im Wahlkreis Süd, die der frühere Bundesratsabgeordnete Jürgen Schabhüttl einnehmen soll, wie zu hören ist. Christian Drobits, der derzeit im Nationalrat sitzt, will dann im Land antreten.
Bei der ÖVP konzentriert man sich auf den AK-Wahlkampf, die Entscheidung für die Nationalratsliste fällt erst danach. Dass die amtierenden Abgeordneten Nikolaus Berlakovich und Christoph Zarits nochmal antreten wollen und gute Chancen auf die Plätze 1 und 2 haben ist aber kein Geheimnis.
Die Grünen wählen ihre Landesliste erst im Mai in der Landesversammlung und verweisen auf die strenge Auslegung der Basisdemokratie.
Für die burgenländischen NEOS können sich im Vorwahlprozess überhaupt alle Bürgerinnen und Bürger bewerben. Auch Landessprecher Christoph Schneider tritt zur Online-Abstimmung an.