Nach 46 Dienstjahren: Burgenlands Vize-Polizeichef nun im Ruhestand
Werner Fasching
Am 1. April 2026 startete für Werner Fasching mit dem Pensionsantritt ein neuer Lebensabschnitt. Viele Jahre prägte er die Polizeiarbeit im Burgenland, 18 Jahre lang übte er die Funktion des Landespolizeidirektor-Stellvertreters aus. „Ein bisschen Wehmut ist da, aber ich blicke mit Stolz zurück“, hält der Rohrbacher fest.
Werner Fasching verbrachte seine ersten Dienstjahre am Gendarmerieposten in Neudörfl.
© Landespolizeidirektion Burgenland
Werner Fasching, stellvertretender Landespolizeidirektor des Burgenlands, startete seine Laufbahn 1980 nach der Matura am BRG Mattersburg und der Grundausbildung beim Bundesheer. Anschließend trat er in die Gendarmerieschule Rust ein – was ihm den Weg zu seinem Traumberuf seit Kindheitstagen ebnete.
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Seine ersten Dienstjahre verbrachte er am Gendarmerieposten Neudörfl, danach wechselte er in die Kriminalabteilung Eisenstadt. Dort wurde er zum Tatortbeamten ausgebildet und war 1985 Teil der Sonderkommission zur Aufarbeitung des Weinskandals. 1986/87 absolvierte Fasching an der Gendarmeriezentralschule Mödling die Ausbildung zum leitenden Beamten. Danach führte er die Gendarmerieabteilung Mattersburg und verantwortete unter anderem die Weiterbildung sowie die Schieß- und Waffengebrauchsausbildung in den Bezirken Mattersburg und Oberpullendorf.
Arbeit an großen Kriminalfällen
1990 wechselte er in die Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos und wurde deren stellvertretender Leiter. Zu seinen prägendsten Einsätzen zählen die Ermittlungen zu den Roma-Morden in Oberwart, die Spitzelaffäre rund um den früheren Polizisten Kleindienst sowie zahlreiche Einbruchs-, Wirtschafts- und Mordfälle.
Tätigkeit im Innenministerium und Aufbau von FRONTEX
2002 folgte der Wechsel ins Innenministerium. Dort leitete Fasching das Referat für internationale Angelegenheiten und koordinierte EU-Projekte zur Grenzsicherheit. Er arbeitete an der Entstehung der Europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX mit und leitete später die österreichische Kontaktstelle.

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2008 kehrte er ins Burgenland zurück und wurde Stellvertreter des Landespolizeikommandanten Nikolaus Koch. Mit der großen Polizeireform 2012 wurde Fasching Stellvertreter des Landespolizeidirektors und Leiter des Geschäftsbereiches A – verantwortlich für Strategie, Dienstvollzug und operative Polizeiarbeit im Burgenland. Zusätzlich schloss er an der FH Wiener Neustadt einen Bachelor in „Polizeilicher Führung“ sowie den Master „Strategisches Sicherheitsmanagement“ ab. Seit 2012 trägt er auch den Amtstitel Generalmajor.

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Nach 46 Dienstjahren trat Fasching mit 1. April 2026 in den Ruhestand. „Ein bisschen Wehmut ist da, aber ich blicke mit Stolz zurück“, sagt er und zitiert Konfuzius: „Wähle einen Beruf, der dir Freude macht, dann brauchst du keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“
Unvergessen bleibt für ihn die Festnahme eines Serieneinbrechers 1990 in seiner Heimatgemeinde Rohrbach sowie seine Rolle als Einsatzkommandant in der Migrationskrise 2015. Auch das Drama um die 71 Toten von Parndorf und die hohen Flüchtlingszahlen der Jahre danach hätten ihn „nachhaltig geprägt“.
Weltmeister im Sportschießen
Abseits seines Berufs war es der Sport, der ihn auf seinem Lebensweg begleitete. Im Laufe seiner Karriere holte er zahlreiche Titel im Sportschießen: Fünfmaliger Weltmeister im Vorderladerschießen, zweifacher Europameister sowie unzählige Staats- und Österreichische Meistertitel. Nicht nur als Aktiver, sondern auch als Funktionär war er dem Sport verbunden – beim ASVÖ Burgenland war er Vizepräsident.
Atlantik-Überquerung mit dem Segelboot
Auch das Segeln zählt zu seinen Leidenschaften: 2019 überquerte er mit zwei Freunden den Atlantik. „Wir sind von den Kanaren aus gestartet und haben 23 Tage für unsere Überfahrt in die Karibik, nach Trinidad und Tobago, gebraucht“, so Fasching. Extrem gefährliche Situationen blieben ihnen erspart – herausfordernd war es dennoch. „Wir sind immer wieder in Gewitter mit meterhohen Wellen geraten. Während der 23 Tage habe ich zehn Kilo abgenommen.“

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Langeweile wird beim Rohrbacher kaum aufkommen. Ein Obstgarten mit rund 40 Bäumen will gepflegt werden. „Das Obst wird auch zu Saft, Most und Edelbränden verarbeitet“, erzählt er. Für seine beiden Enkelkinder (13 und 14 Jahre) bleibt nun ebenfalls mehr Zeit. Und ein Segelboot in Kroatien wartet auch noch auf ihn. Ob es erneut zu einer Atlantik-Überquerung kommen wird? „Das habe ich ja bereits gemacht – aber wer weiß …“, schmunzelt Fasching.
Landespolizeidirektor Martin Huber: „Immer sehr besonnen und sehr engagiert“
Landespolizeidirektor Martin Huber zollt größten Respekt: „46 Dienstjahre muss man in seinem Leben einmal erreichen. Werner Fasching war ein äußerst hervorragender Direktoriumskollege, der immer sehr besonnen agiert und sehr engagiert für die Polizei Burgenland gearbeitet hat.“
Nachfolge ist noch offen
Noch offen ist die Nachfolge im Amt von Werner Fasching. Die Bewerbungsfrist ist bereits abgelaufen, das Bundesministerium für Inneres bestimmt den neuen Landespolizeidirektor-Stellvertreter. Eine Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen. Einen interimistischen Nachfolger gibt es nicht. Die Geschäfte von Werner Fasching werden derzeit gemeinsam von Martin Huber und Christian Wukitsch, Landespolizeidirektor-Stellvertreter (Geschäftsbereich B), geführt.