Burgenländischer Wein bringt eine Viertelmilliarde

Wertschöpfungs-Studie

Eine Studie zeigt jetzt die Wein-Wertschöpfung im Land: Mit 257,71 Millionen Euro sticht die Summe hervor, die auch bei der prominent besetzten Präsentation als „gewaltig“ eingestuft wurde. Dazu gab es weitere starke Zahlen und das Versprechen, den Wein als Markenbotschafter „zu hegen und zu pflegen“.

Ein Glas auf starke Zahlen (v.l.): Österreichs Weinbaupräsident und Nationalratsabgeordneter Johannes Schmuckenschlager, Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Burgenlands Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld.

Ein Glas auf starke Zahlen (v.l.): Österreichs Weinbaupräsident und Nationalratsabgeordneter Johannes Schmuckenschlager, Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Burgenlands Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld.

© Wolfgang Millendorfer

Das Martinsschlössl in Donnerskirchen war der optimale Schauplatz für die Studien-Präsentation, auf erfreuliche Zahlen wurde im Haus des Weins dann gleich angestoßen. Im Auftrag der Österreich Wein Marketing (ÖWM) hat die Economica GmbH erhoben, was die Weinwirtschaft dem Burgenland an Wertschöpfung bringt.

Die Viertelmilliarde, die unterm Strich herauskommt, erfreut neben Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld und Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep auch Johannes Schmuckenschlager als Österreichs Weinbauverbands-Präsidenten.

Mit den weiteren erhobenen Daten ist man ebenso zufrieden: Rund 1.800 Winzerinnen und Winzer im Burgenland verkaufen je nach Jahr zwischen 75 und 95 Millionen Flaschen. Die Exportquote liegt bei 25 Prozent und umspannt 60 Länder der Welt. Mehr als 6.200 Menschen haben ihren Arbeitsplatz in der Weinwirtschaft, das sind mehr als vier Prozent aller Jobs im Land.

Bundesweite Zahlen hatte Johannes Schmuckenschlager mitgebracht, der ÖVP-Nationalratsabgeordnete ist auch als Niederösterreichs Landwirtschaftskammer-Präsident ein Partner: Die burgenländischen Werte hält er für „gewaltig“, und bundesweit gilt: Jeder hundertste Euro kommt in der Wertschöpfung aus dem Wein, so wie jedes 74. Beschäftigungsverhältnis; im Burgenland ist es jeder vierzigste Euro und jedes 24. Beschäftigungsverhältnis.

Hans Peter Doskozil - „der einzige Landeshauptmann, der in der Regierung direkt für den Wein zuständig ist“, wie Obmann Oschep gern betont - verwies unter anderem auf den Tourismus: Dass man mit 3,4 Millionen Nächtigungen im Vorjahr einen neuen Rekord verzeichnete, liegt auch am Rebensaft und an den touristischen Angeboten drumherum. „Wir wissen alle, wie wichtig die Weinwirtschaft für das Burgenland ist!“

„Eine starke, sympathische Marke“

„Für die starke, sympathische Marke liefern unsere Winzerfamilien einen riesigen Beitrag“, dankte Wein-Burgenland-Obmann Oschep. Und: Diese Marke müsse man „hegen und pflegen“, verwies er auf Gesundheits-Diskussionen, über denen man nicht vergessen dürfe, „dass Wein ein Kulturgut ist“. Als gleichzeitiger Weintourismus-Chef zählte Oschep auch eine Reihe von Aktivitäten auf, mit denen ebenfalls reichlich Gäste ins Land geholt werden, wie etwa das Martiniloben, eigene Wanderwege oder den Weinfrühling.

Zusammen mit Oschep sprach Andreas Liegenfeld die schwierigen wirtschaftlichen Zeiten an, mit denen sich die Weinwirtschaft ebenfalls konfrontiert sieht. Die Bundesländer würden ihre Verantwortung wahrnehmen, also dürfe man auch den Bund stärker in die Pflicht nehmen. Wenn es um Unterstützung und Förderungen geht, wird festgehalten: „Der Wein gibt mit seiner Wertschöpfung ja viel zurück ...“

Burgenländischer Wein bringt eine Viertelmilliarde

© Wolfgang Millendorfer

Doskozils Wunsch: Burgenland-Shops jenseits der Grenzen

Seitens des Landes will man in den Bereichen Wein und Tourismus weitere Initiativen setzen. Daher ist es mehr als nur eine Wunschvorstellung, wenn der Landeshauptmann ankündigt, dass Burgenland-Shops wie jener in Parndorf in Deutschland und in der Schweiz ebenso Sinn machen würden.

Im Shop bringe das Zusammenspiel des Weins mit Kulinarik, Kultur und Tourismus eine ganzjährige Präsenz nach außen, so Doskozil. Dieses Modell auch auf Destinationen auszuweiten, in denen das Burgenland Zielgebiet sei, das würde er nicht als „perfekte Wunschvorstellung“ sehen, wenn man nicht schon erste Schritte gesetzt hätte.