Das Herz des Bundesheeres schlägt in Güssing

Wichtiger Arbeitgeber

Rund 300 junge Soldat:innen legten am Freitag auf der Güssinger Festwiese ihr Gelöbnis auf die Republik Österreich ab. Zahlreiche Besucher:innen verfolgten die feierliche Angelobung, zuvor lockten die Waffen- und Geräteschau sowie das Platzkonzert der Gardemusik zahlreiche Interessierte an.

Rund 300 Rekrut:innen gelobten der Republik Österreich zu dienen.

Rund 300 Rekrut:innen gelobten der Republik Österreich zu dienen.

© Bundesheer/Schabhüttl

Dass mit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner die oberste politische Verantwortungsträgerin des Bundesheeres nach Güssing kam, zeigt, welchen Stellenwert die Montecuccoli-Kaserne heute innerhalb des österreichischen Bundesheeres einnimmt. „Den Grundwehrdienern gebührt höchster Respekt. In einer Zeit, wo die geopolitische Lage so angespannt ist, ist es alles andere als selbstverständlich sich für den Dienst an der Waffe zu entscheiden“, sagte Klaudia Tanner in ihrer Rede. „Ich verstehe, dass es für die Eltern ein mulmiges Gefühl sein kann, die Tochter oder den Sohn mit einer Waffe in der Hand zu sehen. Man darf aber niemals vergessen, dass lediglich für den Frieden gekämpft wird“, meint Tanner.

Während die Öffentlichkeit immer wieder feierliche Zeremonien wahrnimmt, läuft hinter den Kasernenmauern der tägliche Betrieb eines der bedeutendsten Bundesheerstandorte im Osten Österreichs. „Derzeit versehen knapp 400 Berufs- und Zeitsoldat:innen ihren Dienst, dazu kommen 200 Grundwehrdiener“, sagt der stellvertretende Kommandant der Montecuccoli Kaserne Philip Krobath. „Vom Kasernenwart, über die Verwaltung bis hin zur Küche sind weitere 14 bis 20 Personen beschäftigt.“, so Krobath. Ausgelegt ist die Kaserne auf einen Vollbetrieb mit bis zu 750 Personen und damit zählt die Montecuccoli-Kaserne zu den größten Arbeitgebern im Südburgenland. Infrastrukturell in

höchster LigaNicht nur personell wächst der Standort, auch infrastrukturell stehen bedeutende Entwicklungen bevor. Mit der Übernahme des ehemaligen Blue-Chip-Energy-Areals entstanden zusätzliche Kapazitäten. Künftig sollen dort rund 100 Panzerfahrzeuge des Typs „Pandur Evolution“ stationiert werden. Die Hallen werden dafür umgebaut und technisch angepasst. „Erste Panzer sind bereits zugelaufen, jetzt wird es einen sukzessiven weiteren Zulauf geben“, sagt Philip Krobath. Kommandant Christian Luipersbeck bedankt sich bei Klaudia Tanner für die budgetäre Unterstützung.

Die Montecuccoli-Kaserne spielt auch für das gesellschaftliche Leben der Region eine wichtige Rolle. Die Partnerschaft mit der Stadtgemeinde Güssing, der ausverkaufte Garnisonsball und zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen zeigen, wie eng Bundesheer und Region mittlerweile zusammenarbeiten. Die Stadt Güssing und das Jägerbataillon 19 machen schon seit dem Jahr 2023 als offizielle Partner gemeinsame Sache. „Die Kaserne ist für die regionale und städtische Wirtschaft ungemein wichtig“, sagt Güssings Bürgermeister Vinzenz Knor. „Zwischen Kaserne und Bevölkerung herrscht ein gutes Verhältnis, das Heer ist hoch anerkannt“, sagt Bürgermeister Vinzenz Knor