Leise Rückkehr der wilden Samtpfoten im Südburgenland

Wildkatzen

Anlässlich des Internationalen Tags der Katzen am 8. August machte der Naturschutzbund auf eine immer noch wenig bekannte Tierart aufmerksam, die auf leisen Pfoten zurückkehrt: Die europäische Wildkatze.

Wildkatzen kann man schon mal mit großen Hauskatzen verwechseln.

Wildkatzen kann man schon mal mit großen Hauskatzen verwechseln.

© ThomasStephan, THOMAS_STEPHAN

Die Europäische Wildkatze streift wieder durch heimische Wälder und auch aus dem Südburgenland gibt es Hinweise auf ihre Rückkehr. Die scheuen Tiere sind vereinzelt in der Nähe von Lichtungen, Gewässern oder ruhigen Waldrändern unterwegs und mit etwas Glück auch zu entdecken.

Doch Achtung: Die Wildkatze ähnelt auf den ersten Blick einer größeren, getigerten Hauskatze. Wer genau hinsieht, erkennt Unterschiede: der schwarze Aalstrich endet vor dem buschigen, stumpfen Schwanz mit klar abgegrenzten Ringen. Dazu kommen vier Nacken- und zwei Schulterstreifen – typische Merkmale, die helfen, Wild- von Hauskatzen zu unterscheiden.

„Genetisch können Haus- und Wildkatze eindeutig voneinander unterschieden werden“, erklärt Katharina Neugebauer vom Naturschutzbund. „Allerdings sind sie nahe genug verwandt, um sich zu paaren und fruchtbare Nachkommen zu zeugen.“ Genau das kann zum Problem werden: Denn durch Hybridisierung können überlebenswichtige Eigenschaften wie das dichte Winterfell verloren gehen. Auch Krankheiten können übertragen werden.

Datenbank sammelt Sichtungen

Wildkatzen bevorzugen strukturreiche, naturnahe Wälder und sie brauchen Rückzugsräume. Felsen, alte Baumhöhlen oder verlassene Dachsbauten dienen den Weibchen als sichere Orte zur Jungenaufzucht. Gefressen wird am liebsten Maus.

Seit 2009 bemüht sich der Naturschutzbund intensiv um die Erforschung und den Schutz der Wildkatze. Eine eigene Datenbank sammelt Sichtungen – aus wissenschaftlichen Studien, von Jägern und auch von Naturbeobachter:innen. Besonders wichtig: Hinweise aus der Bevölkerung. „Im Südburgenland konnten wir bereits Hinweise auf Reproduktion sichern“, sagt Neugebauer. Solche Daten sind entscheidend, um den Lebensraum und die Ausbreitung der Art besser zu verstehen.

Der Naturschutzbund ruft dazu auf, Sichtungen zu melden. Auf der Website des Vereins gibt es eine eigene Wildkatzen-Meldestelle. „Jede Beobachtung hilft, die Tiere besser zu schützen“, sagt Katharina Neugebauer. Denn klar ist: Mit jeder dokumentierten Wildkatze wächst auch das Bewusstsein für den Wert ungestörter Natur.