„Nicht mit der Gießkanne fördern, sondern mit gezielten Impulsen“
Wirtschaftsagentur-Bilanz
412 Projekte wurden 2025 über die Wirtschaftsagentur Burgenland mit 18,7 Millionen Euro Fördergeld unterstützt. Ausgelöst wurden damit 118 Millionen an Investitionen. Welche „Leuchttürme“ hervorstechen und wie jetzt auch Künstliche Intelligenz gefördert werden soll, das wurde beim Ausblick aufs heurige Wirtschaftsjahr verraten.
Bilanz und Ausblick im Technologiezentrum in Eisenstadt.
© Landesmedienservice, Wolfgang Sziderics
In Kemeten, Weppersdorf, Müllendorf, Rudersdorf oder Neutal wurde in Standorte - und damit in Arbeitsplätze - investiert. Touristische Projekte wie das Restaurant „SEITNgassl“ in Oberpullendorf, der Ausbau des Hotels Nationalpark, das neue „Ladies Spa“ im Thermenhotel Larimar oder das Restaurant „Wald & Wiese“ in Hornstein bringen zusätzliche Impulse. Die Treffsicherheit als eines der obersten Ziele in der Förderpolitik des Landes wurde mehrfach unterstrichen.
Zu den Zahlen des vergangenen Jahres - die unterstützten Projekte und ausgelösten Investitionen sollen rund 4.400 Arbeitsplätze sichern und 300 neue Jobs schaffen - gab es auch den Ausblick aufs heurige Jahr. Landesrat Leonhard Schneemann und die Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Burgenland, Georg Schönbauer und Klaus Stinakovits, erklärten, wie die „kluge und vorausschauende Standortpolitik“ aufgehe.
„Land und Wirtschaftsagentur setzen gezielte Impulse für den Standort Burgenland. Durch eine gezielte, treffsichere Förderpolitik – nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern dort, wo Investitionen entstehen, Arbeitsplätze gesichert werden und regionale Wertschöpfung wächst“, sagt Schneemann. „Jeder Euro an Landesmitteln“ mobilisiere „ein Vielfaches an privaten Investitionen“.
Nach jüngster Analyse (durchgeführt von der Bank Austria) verzeichnete das Burgenland 2025 ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent, das macht im Länder-Ranking Platz drei hinter Tirol und Wien. Zugleich sank die Zahl der Firmeninsolvenzen im Burgenland laut Alpenländischem Kreditorenverband um rund 24 Prozent (österreichweit stieg sie um acht Prozent). Und: 1.592 Neugründungen hat die Wirtschaftskammer vor Kurzem vermeldet.
Der digitale Förderantrag soll auf Seite der Unternehmen für unbürokratische Verfahren sorgen. Große Nachfrage verzeichnete das Programm „Burgenland Digital“ - mit 249 Anträgen, rund 3,12 Millionen Euro an Investitionen und einem Förderzuschuss von 374.100 Euro. Aufgeteilt auf die Regionen entfallen dabei 51 Projekte auf das Nordburgenland, sieben auf das Mittelburgenland und 35 auf das Südburgenland. Und es geht weiter: Für „Burgenland Digital“ wurden allein im heurigen Jänner schon wieder 83 Anträge eingebracht.
Neues KI-Förderprogramm wird ausgearbeitet
Die gezielte Unterstützung bei Automatisierung, Datenanalyse und Prozessoptimierung in Produktion und Verwaltung soll mit einem neuen Programm abgedeckt werden: Man reagiere darauf, dass Künstliche Intelligenz „zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor“ werde. Die Wirtschaftsagentur-Geschäftsführer werden das KI-Förderprogramm in den kommenden Monaten vorstellen.

© Wolfgang Millendorfer
Als „strategischen Eckpfeiler“ sieht man die Beteiligungspolitik des Landes. Die „ATHENA Burgenland“ ist mit Stand 2025 an 15 Unternehmen beteiligt, damit sichere man über 1.000 Arbeitsplätze. Ein Beispiel: die Austria Pet Food mit einer Investition von 40 Millionen Euro in den Produktionsausbau. Das Unternehmen steigerte seinen Jahresumsatz auf über 100 Millionen Euro, beschäftigt aktuell 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und schafft zusätzlich 50 neue Arbeitsplätze.
„Wirtschaftliche Verantwortung und solide öffentliche Beteiligung schließen einander nicht aus“, sagte Landesrat Schneemann, „sie ergänzen sich.“ Den Kurs werde man fortsetzen, unter anderem ist für 2026 ein Zukunftssymposium geplant, das Wirtschaft, Wissenschaft, Technologiepartner und Leitbetriebe an einen Tisch bringen soll.