Burgenland punktet mit Innovation und gut qualifizierten Mitarbeitern
Wirtschaftsförderung
Die Burgenländische Landesregierung will in den nächsten Jahren mit aktiver Standortpolitik mit den drei Schwerpunkten Gesundheit und Soziales, Energie und Mobilität sowie Landwirtschaft, Ernährung und Nachhaltigkeit und gezielten wirtschaftspolitischen Anreizen und Förderungen die Wettbewerbsfähigkeit burgenländischer Unternehmen stärken. In der BECOM Electronics Hochstraß sieht man die Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft darin, „in Innovation, Technologie und gut qualifizierte Mitarbeiter zu investieren.“
BECOM Electronics-Geschäftsführer und Eigentümer Roman Bock (r.) zeigte Landesrat Leonhard Schneemann den Betrieb.
© Michaela Grabner
1984 als klassische verlängerte Werkbank entstanden, ist die BECOM Electronics GmbH Hochstraß heute ein internationaler One-Stop-Shop-Anbieter für ihre Kunden, der diese von der Entwicklung über Industrialisierung bis zur Produktion begleitet, wie es Geschäftsführer Roman Bock im Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs mit Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann selbst erklärte. Früher sei man ein reiner Produktionsbetrieb gewesen, heute arbeiten um die 50 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung.
„Als klassische Werkbank würden wir am Standort nicht überleben“, ist Bock überzeugt. Ohnehin seien für ein exportorientiertes Unternehmen wie die BECOM die Rahmenbedingungen mehr als herausfordernd. „Die burgenländische Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft kann nur sein, in Innovation, Technologie und gut qualifizierte Mitarbeiter zu investieren“, ist Bock überzeugt. „Es braucht gut ausgebildete Mitarbeiter, um komplexe Produkte zu entwicklen und hier produzieren zu können.“ Denn bei solchen komplexen Produkten, die in vollautomatisierten Prozessen in hoher Stückzahl in bester Qualität (Nullfehler-Strategie) produziert werden, seien Kunden bereit, diese von einem Standort wie dem Burgenland zu beziehen. In der BECOM Electronics GmbH hat man sich auf zwei Schwerpunkte fokussiert: Sensorik und Embedded Systems, also eingebettete Computersysteme.
Forschung und Entwicklung als großes Thema
Forschung und Entwicklung ist neben Innovation und Technologie, Umwelt und Ökologie, Internationalisierung, Infrastruktur sowie Unterstützung von Klein- und Mittelbetrieben ein zentraler wirtschaftspolitischer Schwerpunkt im Zukunftsplan vom Land Burgenland. Zusätzlich werden Maßnahmen wie der Stromfixtarif, die Entbürokratisierung durch die Novellierung des Baugesetzes, Investitionen in Infrastruktur sowie der Handwerkerbonus weitergeführt.
„Ein wichtiges Thema ist die Energiesicherheit und Energieversorgung. Wir setzen in diesem Bereich stark auf Eigenproduktion und davon soll die Wirtschaft in Form eines Kostenvorteils profitieren“, so Landesrat Leonhard Schneemann. Und zum Thema Bürokratie-Abbau: „Wir haben etwa eine Mindestzeit für Bauverfahren eingeführt. Wenn diese nicht in drei Monaten von der Behörde abgewickelt wurden, gelten diese als genehmigt. Auch beim Umwidmungsverfahren gibt es eine Zeitkomponente, die nicht überschritten werden darf.“
Grundsätzlich habe sich das Burgenland in den vergangenen Jahren gut entwickelt und sich als krisenresistent erwiesen, so Schneemann und verweist dabei auf die Statistik. „Wir haben bei vielen Wirtschaftsdaten bessere Zahlen als andere Bundesländer. Die Arbeitslosenzahlen liegen unter dem Bundesschnitt. Das Wirtschaftswachstum anderer Bundesländer ist negativ und liegt im Schnitt bei minus 1,7 Prozent, im Burgenland haben wir ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Die Kaufkraft ist im Schnitt um 2,5 Prozent höher als in anderen Bundesländern und viele Burgenländer glauben es fast selbst nicht, dass wir im Burgenland beim Einkommen an zweiter Stelle aller Bundesländer liegen.“
Im Jahr 2024 wurden vom Land rund 24,1 Millionen Euro an Förderungen in Form von Zuschüssen, Haftungen und Beteiligungen gewährt, was ein Gesamtinvestitionsvolumen von 177,5 Millionen Euro auslöste. Zumindest die gleiche Summe soll laut Schneemann auch für 2025 zur Verfügung stehen. Künftige Förderrichtlinien werden nachhaltige und soziale Kriterien stärker berücksichtigen. Dazu gehören die Sicherung von Arbeitsplätzen nach Förderabrechnung, die Verknüpfung von Fördermitteln mit Standortsicherung, die Berücksichtigung von ökologischen Nachhaltigkeitskriterien, die Evaluierung aller Fördermaßnahmen hinsichtlich sozialer und arbeitsrechtlicher Bestimmungen sowie die Anpassung der Wirtschaftsförderungen für Klein- und Mittelbetriebe.
- Internationale Businessparks: Konzentration auf die Ansiedlung beschäftigungsintensiver Betriebe
- Internationalisierungscenter Burgenland: Erleichterung des Zugangs burgenländischer Unternehmen zu internationalen Märkten
- Gezielte Aus- und Weiterbildungsprogramme, wie z.B. Innovationsimpuls Burgenland zur Förderung berufsbegleitender IT-, Elektronik- und Photonik-Studien
- Start-up Burgenland: Weiterführung zur Stärkung von Unternehmensgründungen
- Nachhaltigkeitsbewusstsein: Informationskampagnen und Medienpräsenz
- Entbürokratisierungsoffensive: Regelmäßige Evaluierung von Rechtsvorschriften
- Digitale Förderabwicklung: Ausbau eines modernen Förderportals