Burgenland-Duo mit großer Zuversicht vor dem zweiten Mal
World Games
Drei Mannschaften und 22 Einzelsportler:innen, insgesamt also 55 Athlet:innen, sind Teil des österreichischen Teams bei den World Games in China. Mit Jiu Jitsu-Hoffnung Lisa Fuhrmann sowie Bogensport-Ass Nico Wiener sind zwei Aktive aus dem Burgenland dabei. Los geht es am Freitag für Wiener, Fuhrmann steigt am Sonntag ein. Beide wollen erfolgreich sein - und ihre gesammelten Erfahrungen nutzen.
Bogensportler Nico Wiener (r.) vor dem Abflug nach China mit Delegationsleiter Aria Siami.
© Sport Austria/Michael Meindl
Die World Games sind das wichtigste Mehrsport-Event der nicht-olympischen Sportarten. Alle vier Jahre steigt das sportliche Highlight mit rund 5.000 Athletinnen aus rund 120 Nationen. Covid-bedingt ist der Zyklus diesmal kürzer, weil die letzte Auflage eben erst 2022 in Birmingham, USA, stattfand.
Dabei hatten Nico Wiener und Lisa Fuhrmann schon Erfahrungen sammeln können. Der Schreibersdorfer und die Athletin aus Wallern waren vor drei Jahren ebenfalls am Start. Wiener kam mit dem Compound-Bogen in die K.o.-Phase und scheiterte im Achtelfinale, für Fuhrmann war im Jiu Jitsu-Fighting-Bewerb in Runde eins Endstation. Nun geht es ein weiteres Mal für sie zur Sache. Chengdu in China ist diesmal der Schauplatz des Geschehens, seit Anfang der Woche ist das rot-weiß-rote Team in Fernost.
„Dieses Mal ist definitiv mehr drinnen“, prophezeit Lisa Fuhrmann, die am Sonntag in die World Games einsteigen wird. Dann soll sich auch ein Kreis positiv schließen, der im vergangenen August im negativen Sinn gestartet wurde. Damals riss sich Fuhrmann im Training das Kreuzband, entschied sich anfänglich gegen eine sofortige OP, um bei der WM noch die nötigen Quali-Punkte für die besagten World Games zu holen.
© Sport Austria/Michael Meindl
Das gelang mit dem Finaleinzug und Silber, somit hatte sich das Risiko ausgezahlt. Denn eine WM im Jiu Jitsu mit einem Kreuzbandriss zu kämpfen, hätte auch im schlechtesten Falle des Karriere-Ende bedeuten könne, wenn etwas schiefgegangen wäre. Ist es aber nicht, weshalb dann im Oktober die Operation folgte und Fuhrmann mittlerweile soweit fit ist. Die Vorbereitung lief „sehr gut. Ich habe die Freigabe vom Arzt bekommen und darf nun wieder Vollgas geben“, meldete die 23-Jährige im Vorfeld der Spiele.
Es wäre auch im familiären Kontext top, wenn Fuhrmann tatsächlich Edelmetall holen könnte. Ihre Schwester Anna sowie Papa Ferdinand holten bereits WM-Gold, eine World Games-Medaille fehlt in der Sammlung allerdings noch.
Ziel: erfolgreich sein und mehr Genuss
Nico Wiener musste in der jüngeren Vergangenheit keine Verletzungsprobleme überstehen, dennoch hat er, wenn man so will, mit den World Games noch eine Rechnung offen. 2022 in den USA ging der Bewerb bis ins Achtelfinale, dort war aber Endstation. „Natürlich möchte ich weiter kommen als das letzte Mal. Vor allem aber Spaß haben. Ich will es mehr genießen als 2022, da war ich das erste Mal bei so einer riesigen Veranstaltung und mit allem ein wenig überfordert.”
Diesmal könnte dem 28-Jährigen, der sich 2021 über den Weltmeister-Titel in den USA („mit Sicherheit der größte Erfolg meiner Karriere“) für die World Games 2022 qualifizieren konnte, eine gehörige Portion Routine zugute kommen. Weil der Südburgenländer stetig unter den Top-Fünf der Weltrangliste zu finden ist, war auch die Quali für Chengdu die logische Folge. Und wer laufend in der Weltspitze seiner Sportart vertreten ist, hat einen Erfahrungsschatz, den es jetzt im positiven Sinne auszuspielen gilt. „Ich freue mich riesig, Österreich ein zweites Mal auf dieser Bühne zu vertreten".
Am Freitag steigt Nico Wiener in den Bewerb ein, der Wohlfühlfaktor in China stimmt jedenfalls. Denn beim Stichwort „Wettkämpfe in China“ kommen Wiener ausschließlich positive Erinnerungen hoch, außer beim Essen. „Da muss man enorm aufpassen. Wenn du einmal was Falsches zu dir nimmst, dann liegst du auch mal ein, zwei Tage im Bett."
Übrigens: Im Fall von Nico Wiener könnten die World Games zum letzten Mal von sportlichem Interesse sein. Denn der Compound-Bogen soll 2028 in das olympische Programm von Los Angeles aufgenommen werden (als Mixed-Bewerb). In diesem Fall wäre dann das Thema World Games als Compound-Schütze vom Tisch, wenn die fünf Ringe für Wieners Bogensport-Disziplin aktuell sein würden.
Zukunftsmusik. Jetzt gilt es noch im nicht-olympischen Kontext zu performen - und der heißt eben World Games in Chengdu.