Bis zu 321 Kilometer. Kultauto mit Stromantrieb! Die Rede ist vom neuen 500er, den es ausschließlich als Vollelektriker gibt. Er kommt dabei maximal 321 Kilometer weit – somit alltagstauglich.

Von Thomas Vogelleitner. Update am 15. Dezember 2020 (10:14)

Dass das erste Elektroauto von Fiat ein Ableger des erfolgreichen 500er sein würde, war zu erwarten. Doch alle, die mit einem Umbau des bestehenden Modells gerechnet hatten, belehren die Italiener eines Besseren: Der elektrische 500er wurde komplett neu entwickelt, steht auf einer eigenen Plattform und hat mit seinem mittlerweile 13 Jahre alten benzingetriebenen Namensvetter im Prinzip nur die knuffige Optik gemein, diese aber in modernisierter Form in die Jetztzeit transportiert.

Bleiben wir gleich bei der Karosserie: Neben Hatchback und Cabrio wird es den kleinsten Fiat auch als 3+1 geben. 3+1 heißt: drei Türen plus eine Heckklappe. Die dritte Tür ist auf der Beifahrerseite angebracht und schwenkt gegenläufig auf. Sie kann nur bei offener Beifahrertür aufgemacht werden. Dank fehlender B-Säule erleichtert sich der Zugang zum Fond, etwa für das Installieren von Kindersitzen. Mehr Nutzwert – ohne den stylischen Faktor zu beeinträchtigen.

Vorbildlich: Der neue Cinquecento (hier der 3+1) ist das erste Modell in seinem Segment, das autonomes Fahren auf Level 2 ermöglicht.
Fiat

Kommen wir zurück zum Thema Elektromotor. Den Hatchback gibt es in zwei Leistungsstufen: einmal mit 95 PS und einmal mit 118 PS (135 bzw. 150 km/h schnell). Batteriekapazität: 23,65 bzw. 42 kW – das bedeutet eine maximale Reichweite von 180 bzw. 321 Kilometer (nur in der Stadt sollen bis zu 460 Kilometer möglich sein).

Das Cabrio wird so wie der 3+1 ausschließlich vom 118 PS starken Stromaggregat angetrieben. Dank der 42-kWh-Batterie ergibt sich eine maximale Reichweite von 303 bzw. 314 Kilometer. Der Ordnung halber: Bei den Reichweitenangaben handelt es sich immer um WLTP-Werte. Drei Fahrmodi stehen zur Auswahl: Mit Normal fährt man wie mit einem herkömmlichen Automatikauto (es gibt übrigens keinen Schalthebel mehr, sondern Schaltknöpfe); bei Range rekuperiert der Antrieb deutlich mehr (One- Pedal-Fahren); bei Sherpa wird der Energieverbrauch auf ein Minimum reduziert, um das im Navigationssystem programmierte Ziel zu erreichen.

Thema Aufladen: Die Ausstattungsversion Action (nur Hatchback) ist mit einem 50-kW-Schnellladesystem ausgestattet – das heißt, dass der Viersitzer in zehn Minuten 50 Kilometer schafft. Ab Passion (für alle drei Karosserien) ist ein Schnellladesystem mit 85 kW an Bord – in fünf Minuten auf 50 Kilometer, in 35 Minuten kommt eine leere Batterie auf 80 Prozent Ladezustand.

Die Töne, die elektrisch fahrende Autos (bis 20 km/h) aus Sicherheitsgründen erzeugen müssen, sind praktisch in allen Autos gleich: ein einfacher, anonymer elektrischer Klang. Der Fiat ist mit einem einzigartigen Sound unterwegs, seine Musik ist eine von Nino Rota für den Film Amarcord komponierte Melodie.

Ebenso interessant: Sitzbezüge aus veganer Ledernachbildung und Seaqual, einer Faser aus teilweise im Meer gesammeltem Kunststoff …