"Upgrade". Der Ka war ein Kleinstwagen, der Ka+ ist ein Kleinwagen! Er wird dem Fiesta als Pragmatiker zur Seite gestellt.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 09. Mai 2017 (05:13)
NOEN, Ford
Der (rationale) Ka+ ist um 40 Millimeter kürzer als der (emotionale) Fiesta – und um 29 Millimeter höher. Mit der Liebe zum Detail: Außenspiegel undTürgriffe sind immer in der Wagenfarbe lackiert.

Ford verabschiedet sich vom Kleinstwagensegment und fährt in Zukunft bei den Kleinwagen zweigleisig (in Österreich ist jedes fünfte Auto ein „Kleiner“). Zum Fiesta (der Neue soll höher positioniert werden und mehr Premium-Charakter bekommen) gesellt sich jetzt (konkret: ab Juni) der Ka+.

Der komplett neu entwickelte Fünftürer/Fünfsitzer basiert auf der B-Plattform, die unter anderem auch für den Fiesta, den EcoSport und den B-Max zum Einsatz kommt. Es ist schon beeindruckend, wie viel Platz man auf 3.929 Millimeter haben kann! Ford verspricht: „Die Kopffreiheit vorne und die Beinfreiheit hinten setzen Maßstäbe im Segment …“

Alltagstauglich das Gepäckvolumen: 270 Liter passen mindestens rein, maximal sind 960 Liter möglich. Auch nicht schlecht: die insgesamt 21 Ablagefächer. Darunter ein „Geheimfach“ in der Seite des Instrumententrägers – es ist nur erreichbar, wenn die Fahrertür geöffnet ist. Damit lassen sich wertvolle Gegenstände von außen unsichtbar verstauen und sind gegen Diebstahl geschützt. Eine clevere Sache! Den Innenraum kann man übrigens beruhigt in die Kategorie „attraktiv“ einordnen.

„Erschwingliche Kleinwagen mit großem Nutzwert, hoher Wirtschaftlichkeit und viel Fahrspaß haben bei Ford eine lange Tradition. Der Ka+ setzt diese Tradition fort!“ Danijel Dzihic, Generaldirektor Ford Austria

Unter der Motorhaube? Ein 1,2-Liter-Benziner (Euro 6) mit zwei Leistungsstufen – 70 und 85 PS stark. Wobei die stärkere Version mit 4,7 Liter pro 100 Kilometer/110 Gramm CO2 pro Kilometer die sparsamere/saubere Version ist. Hightech: Das Triebwerk wartet mit einer doppelt unabhängigen Nockenwellensteuerung auf.

Wir waren mit dem 85-PS-Motor unterwegs – gefällt mit leisem Lauf, allerdings reagiert der Vierzylinder irgendwie zäh auf Gaspedalbefehle. Der Ordnung halber die Höchstgeschwindigkeit: 166 km/h. Und das Fahrwerk? Der Ka+ liegt satt und sicher auf der Straße, filtert mit seinem langen Radstand (2.489 Millimeter) sehr manierlich grobe Stöße aus der Fahrbahn.

So Goodies wie Müdigkeitswarner, Fahrspurassistent oder autonomer Notbremsassistent gibt es beim Ka+ nicht, auch nicht für viel Geld. Irgendwie schade, aber andererseits, wer braucht diese Sachen wirklich? Danijel Dzihic, österreichischer Ford-Chef, schließt zudem nicht aus, dass sie nachgereicht werden. Fix dagegen: Einen Diesel wird es für diesen „Kleinen“ nicht geben.