Eine "SUV-Raubkatze" made in Austria. Der neue E-Pace wird als erster Jaguar außerhalb Großbritanniens produziert – Performance-SUV aus Graz!

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 30. Januar 2018 (01:05)
NOEN
Die Katzenaugen erinnern stark an den F-Type: E-Pace.

Ehre, wem Ehre gebührt! Premiumhersteller Jaguar/Land Rover konnte 2017 sowohl global als auch in Österreich neuerlich eine Steigerung der Verkaufszahlen erreichen (621.109 bzw. 3.201 Fahrzeuge – das bedeutet ein Plus von sieben bzw. sechs Prozent).

Selbstbewusst startet Jaguar in das Jahr 2018. Selbstbewusst aufgrund der guten Verkäufe, und aufgrund des neuen E-Pace – der ab sofort erhältliche Kompakt-SUV ist ein echtes Meisterstück aus Österreich. Ja, Sie lesen schon richtig, der Wagen wird bei Magna Steyr in Graz für den weltweiten Markt hergestellt (für China wird ab 2019 in einem Werk in Changshu produziert). 60.000 Stück pro Jahr sind möglich, bei höherer Nachfrage könnte eine dritte Schicht eingeführt werden.

NOEN, Jaguar
Das in den E-Pace-Varianten mit300 Benzin-PS (könnte einenbesseren Motorsound vertragen) und 240 Diesel-PS serienmäßigeActive-Driveline-AWD-System istein technisches Novum für einenJaguar. Herzstück des Systems sind zwei elektronisch gesteuerte hy-draulische Lamellenkupplungen an der Hinterachse. Innerhalb von 0,1 Sekunden können bis zu 100 Prozent der Antriebskraft auf eines der beiden Hinterräder geleitet werden.

Optisch folgt der 4,4 Meter lange und mindestens 1.775 Kilogramm schwere E-Pace der 2016 beim F-Pace eingeführten sportlichen Linie, ohne bloß eine geschrumpfte Kopie zu sein. So wirkt das Dach noch stärker geduckt, die Heckleuchten sind eine Verbeugung vor dem legendären E-Type. Unter dem dynamisch gepressten Blech findet sich übrigens die Plattform des Range Rover Evoque.

Blick in den Innenraum: Der Fahrer fühlt sich fast wie in einem Sportwagen (fahrerorientiertes Cockpit), die Mitfahrer haben genügend Platz (auch im Fond), der Kofferraum schluckt mindestens 577 Liter, maximal sind 1.234 Liter möglich – und Materialien sowie Verarbeitung sind Jaguar-typisch top. Insgesamt fünf USB-Schnittstellen sowie vier Zwölf-Volt-Anschlüsse sichern, dass alle Insassen ihre digitalen Geräte mit ausreichend Strom versorgen können. Und ein 4G starker Hotspot macht es möglich, dass bis zu acht Geräte mit dem Wagen vernetzt werden können.

Drei Diesel- und zwei Benzinmotoren stehen zur Auswahl, jeweils 2,0-Liter-Vierzylinder, 150 bis 300 Turbo-PS stark. Dieselskandal hin, Dieselskandal her: Wir finden, dass der Selbstzünder mit 180 PS sehr gut zum
E-Pace passt. Der Motor läuft durchaus kernig, verträgt sich bestens mit der aufmerksamen Neun-Gang-Automatik (von ZF) und beschleunigt den Jaguar lebhaft. Der E-Pace ist erstaunlich stramm abgestimmt, federt ziemlich steif – naja, die aufgezogenen 20-Zöller (es sind auch 21-Zöller möglich) sind vielleicht etwas zu viel des Guten. Flott und handlich fährt er sich, die Lenkung spricht direkt an – Fahrfreude zum Quadrat …

Mit der Liebe zum Detail: Ein Lächeln ins Gesicht der Fahrer/ Mitfahrer sollen zwei schleichende Jaguar zaubern, die als schwarzes Motiv am unteren Rand der Windschutzscheibe zu sehen sind.