Einstieg mit 300 PS. Mit einem neuen Vierzylinder rundet die britische Sportwagenmarke ihr Portefeuille beim F-Type nach unten ab. Genug Leistung ist dennoch Ehrensache!

Von Alexander Seger. Erstellt am 08. August 2017 (01:56)
NOEN, Jaguar
Fein: Der „schwächste“ F-Type schafft den Sprint auf Tempo 100 in nur 5,7 Sekunden.

Zwei Liter Hubraum, vier Zylinder – bei der unablässig über den Automarkt hereinbrechenden SUV-Flutwelle denkt man spontan an einen Selbstzünder mit 150 bis 190 PS – doch dieses Mal ist der Schauplatz ein anderer.

Denn wir fahren einen neuen Turbobenziner – er sitzt unter der langgestreckten Haube des Jaguar F-Type. Und mit seinen 300 PS stellt er nicht die Leistungsspitze dar, sondern den neuen Einstiegsmotor!

„Die Einführung des Vierzylindermotors im F-Type hat einen Sportwagen mit ganz eigenem Charakter hervorgebracht.“ Ian Hoban, Baureihen-Direktor Jaguar F-Type

Damit umfasst das Angebot für den zweisitzigen Sportwagen nun sechs verschiedene Motorisierungen – die bisherigen V6-Kompressor (340, 380, 400 PS) bleiben ebenso wie der SVR mit seinem 5,0-Liter-V8 (550, 575 PS) im Verkaufsprogramm.

Gleichzeitig mit dem deutlich günstigeren Einstiegspreis (ab 63.800 ) setzt der Benziner aus der Ingenium-Baureihe neue Bestmarken beim Spritkonsum: Im Vergleich zum 340 PS starken F-Type sinkt der Verbrauch um mehr als 16 Prozent auf 7,2 Liter pro 100 Kilometer, parallel dazu verringert sich der CO2-Ausstoß im NEFZ-Zyklus auf
163 Gramm pro Kilometer. Zugegeben: Noch immer weit weg von den steuerlich relevanten Emissionsgrenzen der Dienstwagenflotten, aber für diese Ansprüche haben die Briten ohnehin den XE im Schauraum stehen.

Es ist natürlich eine gute Ladung Hirnschmalz notwendig, um 300 PS aus zwei Liter Hubraum zu kitzeln. Die permanent variable Ventilhubsteuerung passt die Öffnung der Einlassventile an, um die Strömungsverluste zu verringern. In Kombination mit der doppelten, unabhängig variablen Nockenwelleneinstellung kann der Motor freier „atmen“ und erzielt so nicht nur die hohe Leistung, sondern auch ein hervorragendes Drehmoment von bis zu 400 Newtonmeter, das nahezu im ganzen Drehzahlbereich anliegt.

In Verbindung mit dem geringeren Gewicht auf der Vorderachse kommt das Schmalz – Verzeihung: die Antriebskraft – auf der Hinterachse gut zur Geltung (Allradantrieb ist den stärkeren Brüdern vorbehalten). Das Auto fühlt sich auf kurvigen Landstraßen wunderbar ausbalanciert, fast schon quirlig an und ist durch das akkurate achtstufige Automatikgetriebe (serienmäßig) agil zu fahren. Die in Deutschland bzw. auf abgesperrten Rennstrecken erzielbare Höchstgeschwindigkeit beträgt 249 km/h.

Start & Preis. Ab sofort erhältlich/ bestellbar – Coupé ab 63.800 , Roadster ab 71.750 .