Lückenschluss im Mittelfeld. Der Compass Generation Nummer 3 hat mit seinem Vorgänger nur mehr den Namen gemeinsam. Wir waren mit dem neuen Kompakt-SUV in Portugal unterwegs.

Von Alexander Seger. Erstellt am 13. Juni 2017 (05:00)
NOEN, Jeep
Querfeld(f)ein: Der neue Compass ist ein echter Jeep mit hoher Offroad-Tauglichkeit (hier die Version Trailhawk).

Kantige, trapezförmige Radausschnitte, muskulös ausgeformte Kotflügel, schlanke Heckleuchten und nicht zuletzt die charakteristischen sieben verchromten Lüftungsschlitze am schwarzen, hochglänzenden Kühlergrill machen auf den ersten Blick klar: Hier kommt ein Jeep des Weges! Und zwar einer, der perfekt zwischen den Renegade (auf dessen Plattform er auch steht, der Fiat 500X lässt ebenfalls grüßen) und den Cherokee hineinpasst und mit seinen 4,4 Metern Länge auf jenes Kundensegment zielt, das sich auch einen Tiguan in der Garage vorstellen könnte.

Um möglichst vielen Jeep-Fans ein passendes Angebot zu machen, bietet der neue Compass einen Benziner (1,4 Liter mit 140 oder 170 PS) und zwei Diesel (1,6 Liter mit 120 PS, 2,0 Liter mit 140 oder 170 PS) als motorische Basis. Die Kraftübertragung erfolgt über ein sechsgängiges Handschaltgetriebe oder eine famose Neun-Gang-Automatik. Der kleine Selbstzünder und der schwächere Benziner sind ausschließlich als Handschalter und als Fronttriebler bestellbar, die 170-PS-Varianten sind stets an die Automatik gekoppelt. Das „Jeep Active Drive Allradsystem“ wechselt je nach Fahrsituation und Griffigkeit der Fahrbahn selbsttätig zwischen effizientem Vorder- und traktionsreichem Allradantrieb. Der Fahrer kann jedoch jederzeit mit der 4WD-Lock-Taste den Allradantrieb fix vorgeben. Für das Topmodell in der besonders geländegängigen Version Trailhawk wird außerdem ein Untersetzungsgetriebe mit einem Kriechgangverhältnis von 20:1 eingebaut.

Damit lassen sich auch außergewöhnliche Geländehindernisse eindrucksvoll bezwingen. Von außen ist das Topmodell Trailhawk an der Kontrastbeklebung der Motorhaube, den Offroad-Stoßfängern für besseren Böschungswinkel (plus eine erhöhte Bodenfreiheit von 229 Millimetern) und natürlich den entsprechenden Aufschriften erkennbar. Mit dem Wahlschalter des „Jeep Selec Terrain Systems“ können spezielle Einstellungen für Straße und Gelände vorgewählt werden: Auto, Snow, Sand und Mud können alle Allradler, die Stufe Rock für steile, felsige Forstwege ist nur für Versionen mit Untersetzungsgetriebe vorgesehen.

Ungeachtet aller fortschrittlichen Geländetechnik sind die meisten Jeeps natürlich auf asphaltierten Straßen unterwegs. Auch hier leistet sich der Italo-Amerikaner keine Schwächen. Die Einzelradaufhängung rundum sowie die elektrische Servolenkung sorgen für ein dynamisches und sicheres Fahrverhalten.

Das Cockpit gibt bei der Bedienung keine Rätsel auf. Die Kopffreiheit ist (bei Modellen ohne Schiebedach) selbst für Großgewachsene exzellent, leider sind die Sitzlehnen und die Kopfstützen aber nur bis zur Durchschnittsgröße bequem.