Mit einem Schuss SUV. Die Kia-Kompaktbaureihe ist um eine Crossover-Version angereichert. Der XCeed ist angehoben und strapazierfähig, auf Allrad wird verzichtet.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 18. September 2019 (02:37)

Ohne SUV geht heutzutage gar nichts mehr. Der aktuelle Haupttrend auf dem Pkw-Markt infiltriert jetzt etablierte Segmente wie die Kompaktklasse. Neuestes Beispiel ist die vierte Karosserievariante des im Vorjahr neu aufgelegten Kia Ceed. Der Südkoreaner ist in seiner dritten Generation noch europäischer orientiert, auch hat er das Apostroph in der Typenbezeichnung abgelegt.

Den Start hatte er als Fünftürer absolviert. Dicht darauf folgte zuerst der Kombi (Name: SW), dann die coole Shooting-Brake-Variante (Name: ProCeed). Und jetzt serviert Kia eine fünftürige Version mit einem X. Das X steht für Crossover – und bedeutet einen kräftigen Schuss SUV: Karosserieanhebung, robuste Radhausverkleidung und spezifische Designdetails (wie eine coupéhaft gezeichnete Dachlinie). Gemäß dem Trend im nach wie vor wachsenden Untersegment der kompakten und subkompakten Sports-Utility-Vehicles gehört ein Allradsystem nicht zur Ausrüstung des Koreaners. Auch nicht für viel Geld. Vorerst zumindest, wie die Kia-Bosse das Thema 4x4-Antrieb offenbar offen lassen wollen.

Als X ist er nicht nur etwas höher als der Fünftürer (je nach Raddimensionen 1,483 oder 1,495 Meter), er ist auch etwas länger (4,395 Meter, gegenüber 4,310 Meter). Bei gleichgebliebenem Radstand (2,650 Meter) wurden die Überhänge ein wenig in die Länge gezogen. Das kommt unter anderem dem Laderaum zugute: 426 bis 1.378 Liter (normaler Fünftürer: 395 bis 1.291 Liter).

„Mit dem XCeed reagiert Kia auf den Kundenwunsch nach Autos, die bezüglich Design sowie Fahrerlebnis emotionaler und dynamischer sind als ein SUV, doch ähnliche Praxis-  qualitäten bieten …“ Gilbert Haake, Pressesprecher Kia Austria

Die Bodenfreiheit misst 174 Millimeter mit 16-Zoll-Rädern respektive 184 Millimeter mit 18-Zoll-Rädern. Neu abgestimmt wurde das Fahrwerk: Die Kia-Entwickler hatten vor allem den Komfort im Fokus. Das erscheint, nach einer Erprobungsrunde in und rund um Marseille in Südfrankreich gelungen: Selbst auf holprigstem Terrain polterte oder schepperte nichts. Die leichte Streckung beeinträchtigt die Wendigkeit nicht im Geringsten, in den extrem verwinkelten Gassen der Altstadt bewährte sich zudem die gute Karosserieübersichtlichkeit.

Als Antriebsprogramm offerieren die Koreaner zum Start drei Benziner: einen 1,0-Liter (Dreizylinderturbo) mit 120 PS sowie einen 1,4- und einen 1,6-Liter-Turbo mit 140 bzw. 204 PS. Diesel bleibt ein Thema, anhand eines 1,6-Liters, mit wahlweise 115 oder 136 PS (jeweils natürlich mit Turbo). Gekoppelt sind die Motoren je nachdem an ein sechsgängiges Schaltgetriebe oder an eine siebenstufige Direktschaltung. Der voraussichtliche Volumensbringer, der 1,0-Liter-Otto, stand nicht am Teststart, dafür die beiden stärkeren Benziner. Der 1,4-Liter liefert seine Leistung brav ab, sie ist mittels Handschaltung gut portionierbar. Der 1,6-Liter agiert im Verein mit dem Doppelkupplungsgetriebe kraftvoll, setzt seine Pferdestärken spontan um. Der 136-PS-Selbstzünder spielt auf steil ansteigendem Terrain seine Drehmomentstärke aus. Mit Gewicht wird nicht übertrieben, der Ceed Nummer 4 beginnt (in der Einstiegsversion) bei 1.257 Kilogramm. Erweitert wird das Motorenportfolio ab Anfang 2020 um einen Diesel-Mildhybrid und einen Benziner-Plug-in-Hybrid mit einer möglichen E-Reichweite von 60 Kilo-metern (kommt auch im SW).

Abgesehen von der Antriebselektrifizierung hat Kia alle Hausaufgaben erledigt. Cockpit-Digitalisierung: Beginnend bei einem 3,5-Zoll-TFT-Display kann auf ein konfigurierbares 12,3-Zoll-Kombiinstrument gesteigert werden. Der Infotainmentsystem-Touchscreen ist in den Basisausstattungsstufen mit acht Zoll zu haben, mit höherwertiger Mitgift misst das Display 10,25 Zoll. Neu eingeführt wird ab Anfang 2020 ein Multimediasystem, das Kia als UVO bezeichnet. Dazu gehören hauseigene Apps und entsprechende Infodienste.