Die Familie ist komplett. Die noch ausständigen Derivate der im vergangenen Jahr erneuerten Škoda-Octavia-Baureihe sind jetzt im Anrollen: Start frei für den Scout und den RS!

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 10. Februar 2021 (04:14)
Robuste Sache: Octavia Scout. Schlechtwegepaket inklusive.
Škoda

Ganz neu war der Name nicht, als sich der Octavia 1996 aufmachte, die Neubelebung von Škoda zu initiieren. Ein Modell dieses Namens gab es bereits, von 1959 bis 1971. Mit deutlich mehr als einem Jahrhundert technischer Expertise und der Technik des Mutterkonzerns VW (seit 1991) haben die Tschechen mit dem Kompakten, der eigentlich ein Mittelklassler ist, eine der Hauptsäulen des Erfolgs der Marke kreiert.

2020 startete der Octavia in seine vierte Generation, als coupéhaft gezeichnete Limousine und als Combi. Und mit erweiterter Antriebsvielfalt: konventionell, mit Diesel und Benzinmotoren, und alternativ, mit Erdgastrieblingen (CNG) sowie mit neu eingeführten Mild- und Plug-in-Hybridsystemen. Jetzt wird die Baureihe komplettiert: mit dem um 15 Millimeter höher gelegten Scout (163 Millimeter Bodenfreiheit und ausschließlich als Combi zu haben) sowie mit dem um 15 Millimeter tiefergelegten Sportler RS (Limousine oder Combi).

Der Octavia Scout ist nunmehr in jeder Motorisierungsvariante serienmäßig allradgetrieben. Zur Auswahl stehen ein 2,0-Liter-Benziner mit 190 PS (ab April) und ein 2,0-Liter-Diesel, mit 150 und 200 PS (bisher: 190 PS), immer mit einem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Das Exterieur ist dezenter als zuvor, die schützenden Kunststoffzutaten sind weniger dominant, am Heck gibt es jetzt auch einen Unterfahrschutz. Erweitert ist das Ausstattungsoffert, ins Interieur kann man sich – wie im größeren Bruder Superb Scout – Holzdekor holen. Zur Fahrprogrammauswahl gehört ein Offroad-Modus. In der Praxis hat der Pfadfinder ebenso an Komfort zugelegt wie seine Familienmitglieder in den Standardausführungen.

Das betrifft unter anderem die feinfühlige Federung, die perfekte Geräuschdämmung und das geniale Schaltverhalten des Doppelkupplungsgetriebes. Spürbar ist auch die noch penibler ausgefeilte Aerodynamik, selbst im Föhnsturm bleibt der Aufbau unterschütterlich, der Wind rüttelt kaum am Wagen. Die Offroad-Fähigkeitsprüfung steht noch aus, doch ein bisschen Schlamm bekam er bereits unter die Räder, dabei leistete er sich keinerlei Ausrutscher.

„Mit der größten Variantenvielfalt in der bisherigen Historie des Octavia können wir fast jeden Kundenwunsch erfüllen!“ Gregor Waidacher, Pressesprecher Škoda Österreich

Die Rundumverfeinerungen machen sich ebenso im Sport-Octavia spürbar. Der RS hat eine Antriebsversion neu hinzubekommen – und zwar ein Plug-in-Hybridsystem, bestehend aus einem 1,4-Liter-Benziner mit 150 PS und einem Elektroaggregat mit 115 PS, ergibt unter dem Strich eine Systemleistung von 245 PS. Sortiert werden die Gänge via Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Ausgerüstet mit einer 13-kWh-Batterie soll die iV-Version bis zu 60 Kilometer im reinen Strommodus schaffen.

Weitere Motorisierungen sind ein 2,0-Liter-Benziner mit 245 PS, zusammengespannt entweder mit manueller Sechs-Gang-Schaltung oder mit siebengängigem Doppelkupplungsgetriebe, und ein 2,0-Liter-Diesel. Dessen Leistung ist auch im RS auf 200 PS gesteigert. Auch hier ist ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe installiert. Hier gibt es nur den Selbstzünder mit Allradantrieb. Als Combi in der 4x4-Version stand der RS für eine intensive Erstverkostung parat.

Flotte Sache: Octavia RS. Die „Rally Sport“-Story begann 1974.
Škoda

Die zehn PS Mehrleistung wirken sich subjektiv anfangs verhalten vehement aus. Ein Blick auf den Tacho beweist aber, mit welcher Durchzugsbeharrlichkeit sich der Diesel-RS in den Asphalt krallt. Das ist eine Auswirkung der souveränen Federungsausgewogenheit, in jedem Fahrmodus, ob Eco, Normal, Comfort oder Sport, und der ausgefeilten Geräuschdämmung.

Auch wechselt die Direktschaltung die Gänge überaus homogen und geschmeidig. An Bord waren so gut wie alle elektronischen Assistenten, die bei Škoda verfügbar sind. Besonders fein: das Head-up-Display, mit nicht zu vielen Infos, sowie die vergleichsweise zurückhaltend agierenden, vor allem kaum piepsenden Sicherheitswächter.