GLA, einmal vollelektrisch. Die Stuttgarter erweitern die EQ-Modellpalette um einen Fünftürer im Format des Mercedes-Benz GLA – den EQA (vorerst: 190 PS stark, Reichweite bis zu 426 Kilometer).

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 28. Januar 2021 (05:22)
„Elektrischer Athlet im kompakten Format“, so bezeichnen die Stern-Leute den EQA. Den Anfang macht der EQA 250 – abgeregelte Höchstgeschwindigkeit 160 km/h, 0-auf-100-Sprint in 8,9 Sekunden.
Mercedes-Benz

Die EQ-Familie wächst rasant, Mercedes-Benz verdichtet das Modellangebot der Elektro-Submarke. Auf den Erstling EQC, das Winzlings-Trio Smart EQ und den Nützling/Van EQV folgt jetzt ein Vertreter des wichtigsten und trendigsten Segments der kompakten SUV- oder auch Crossover-Klasse: der EQA. Der ist ein direkter Verwandter des GLA der aktuellen Generation, er basiert auf der Plattform des Verbrennermodells. Auch der Aufbau und die Raumaufteilung des neuen Batterieelektrikers, der in Deutschland und in China gebaut wird, stammen vom GLA.

Aerodynamisch optimiert ist die Karosserie mittels geschlossenem Kühlergrill, spezifischer Front- und Heckschürze, fast durchgehend geschlossenem Unterboden und speziellen Aerorädern samt Radspoilern. Daraus resultiert ein cW-Wert von ab 0,28. Als optische Elektrosignatur dienen vorne wie hinten durchgehende Leuchtenbänder, Voll-LED-Frontscheinwerfer- und -Heckleuchten sind Serienzutat.

„Wir werden eine ganze EQA-Modellfamilie anbieten. Wem das Thema Reichweite besonders wichtig ist, für den werden wir auch eine spezielle Version mit einem Radius von über 500 Kilometern im Programm haben.“ Bernhard B. Bauer, Pressesprecher Mercedes-Benz Österreich

Unter der Motorhaube sind anstelle eines Benziners oder Diesels das Stromaggregat samt Leistungselektronik. Der Energiespeicher des Fronttrieblers, ein doppelstöckiger Lithium-Ionen-Akku mit 66,5 kWh Kapazität, sitzt im Wagenboden. Er ist, zur Absicherung und als strukturelles Element (anstelle von Querträgern), in einen Rahmen aus Strangpressprofilen eingebettet.

Markteinführungsmodell ist der EQA 250 – das heißt, dass der Elektroantrieb 190 PS Dauerleistung nebst einem Drehmomentmaximum von 375 Newtonmetern an die Vorderräder schickt. Bei etwas mehr als zwei Tonnen Startgewicht und einem Durchschnittsverbrauch von 17,7 bis 19,1 kW pro 100 Kilometer (laut WLTP) sollen sich im kombinierten Betrieb bis zu 426 Kilometer Reichweite ausgehen.

Zur Verbrauchsoptimierung ist unter anderem eine Wärmepumpe an Bord. Zur Effizienzunterstützung kann ein Eco-Assistent aktiviert werden. Und das Navigationssystem kann mittels Electric Intelligence beim Planen der beabsichtigten Reiseroute dienen, unter Einbeziehung von Ladestationen und, sozusagen, Tankzeiten. Die Handhabung des EQA dürfte auch bisherigen reinen Konsumenten von Verbrennungsmotoren kein Problem bereiten. Die Cockpitarchitektur entspricht den konventionellen GLA-Modellen. Lediglich elektrospezifische Anzeigeelemente weisen auf den Alternativstatus hin, die Paddles beim Lenkrad dienen dem Regulieren der Rekuperationsstufen.

Ins Praxiskapitel gehört, dass die Fondbanklehnen im Verhältnis 40:20:40 teilbar sind. Das Kofferraumvolumen beträgt 340 bis 1.320 Liter (Verbrenner: 425 bis 1.420 Liter). Die maximal mögliche Anhängelast darf im 250er bis zu 750 Kilogramm ausmachen (ja, es gibt optional eine Anhängerkupplung). Mehr davon werden die künftigen Allradversionen (mit einem zusätzlichen Elektroantrieb/eATS) und voraussichtlichen mehr als 270 PS Leistung bieten.

Für die Ladezeiten des EQA 250 gibt Mercedes-Benz am Schnelllader (DC) eine halbe Stunde für 80-prozentige Füllung an. An der Wallbox oder einer öffentlichen Stromtankstelle (AC) soll der Akku in fünf Stunden und 45 Minuten wieder zu 100 Prozent voll sein.