Wahrer Luxus: Reichweite

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:13
Lesezeit: 3 Min
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Respekt! Mit seinem cW-Wert ab 0,20 ist der EQS das aerodynamischste Serienauto der Welt. Dieser geringe Luftwiderstand zahlt sich vor allem bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn aus.
Foto: Mercedes-Benz
Die Stuttgarter bezeichnen die S-Klasse als „das beste Auto der Welt“ – somit ist der Mercedes-Benz EQS „das beste Elektroauto der Welt“ …
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Das neue E-Flaggschiff von Mercedes-Benz kommt mit einer Batterieladung weit, sehr weit. Unser Testwagen – ein EQS 450+ mit 333 PS – schafft laut WLTP bis zu 740 Kilometer. Wir erreichten bei eher winterlichen Temperaturen und eher flotter Fahrweise rund 600 Kilometer, was wir echt cool finden. Das Thema Reichweite ist somit kein Thema mehr, die Energieeffizienz bei diesem Luxusliner ist einfach beeindruckend.

Ebenso beeindruckend die Fahrkultur. Wer den künstlichen Raumschiff-Sound und das imitierte V8-Grummeln deaktiviert hat, reist in entspannter Stille. Weil der Wind so wenig Widerstand findet und sämtliche Antriebskomponenten noch einmal umschäumt wurden, wird man eher die Digitaluhr ticken hören, als dass ein Fahrgeräusch an die Ohren dringt.

Und weil es serienmäßig eine Luftfederung gibt, wähnt man sich wie auf Wolken gebettet. Und während der EQS sich für die Insassen nach einem riesigen Auto anfühlt, macht er sich für den Fahrer klein: Dank Hinterradlenkung schlagen die Räder beim Rangieren um mehr als zehn Grad ein – das fühlt sich im ersten Moment ungewohnt an, macht den Wagen aber deutlich wendiger.

Apropos riesiges Auto. Stufenheck ist Schnee von gestern – die vollelektrische S-Klasse fährt mit einem einzigen Bogen vor. Während die Hinterbänkler vom riesigen Radstand und den kurzen Überhängen profitieren, freuen sich auch die Lademeister. Mit einer Kofferraumklappe bis ins Dach und einer umklappbaren Rückbank stehen maximal 1.770 Liter Stauraum zur Verfügung. Lademeister!

Andererseits opfern die Schwaben den Frunk (der Frunk ist eine Abkürzung des Wortes Front-Trunk, also ein Kofferraum im vorderen Bereich des Fahrzeuges) und nutzen den Platz für einen (optionalen) Hepa-Filter – die Hersteller sprechen diesbezüglich von „der saubersten Luft, die es bis dato in einem Auto gegeben hat“. Selbst Corona-Viren bleiben so angeblich draußen.

Und noch einmal beeindruckend: Mit dem MBUX Hyperscreen wird so ziemlich alles in den Schatten gestellt, was es bis dato an Infotainment gegeben hat. Der Blick auf die gebogene Glasfläche, die sich von Tür zu Tür spannt – 141 Zentimeter! – und gleich drei Bildschirme umfasst, ist ganz großes Kino.