Hoch die Beine!. Die Sternenmarke ergänzt jetzt die kompakte Baureihe mit dem GLA. Ein Plug-in-Hybrid mit 70 Kilometern elektrischer Reichweite wird nachgereicht.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 18. März 2020 (03:02)
Außen ist er ein wenig kürzer als der Vorgänger – und dennoch ist er innen geräumiger geworden: der neue GLA. Der Crossover ist sportlich orientiert, mit Allrad und Offroad-Paket kann er auch ins Gelände.
Mercedes-Benz

Mit dem GLA hat Mercedes-Benz die Erneuerung der A-Klasse nun abgeschlossen (ein Ca-brio ist nach wie vor nicht in Sicht). Ausgehend vom Design-Richtungswechsel von 2012, der sich in einer Milli on abgesetzter Fahrzeuge ausgewirkt hatte, ließen die Stuttgarter 2018 die zweite Generation vom Stapel. Auf den Marktstart der fünftürigen und unverändert frontgetriebenen Hatchback-Version sind bisher fünf Derivate gefolgt: Limousine, Coupé, Shooting Brake, B-Klasse und GLB. Rechnet man die L-Variante der Stufenheck-Interpretation hinzu, sind es sechs – allerdings ist diese nur für den chinesischen Markt bestimmt.

Der neue GLA, als Einstieg in die SUV-Familie von Mercedes-Benz, ist mehr als eine stylischere Interpretation des zwischenzeitlich neu hinzugekommenen robusten GLB mit bis zu sieben Sitzen. Er ist ein eigenständiges Modell, auf Sportlichkeit orientiert, quasi eine kleinere Ausgabe des GLE.

„Der GLA ist der Einstieg in die SUV-Familie von Mercedes-Benz, als sportlicher und Lifestyle-orientierter Bruder des GLB …“ Bernhard B. Bauer, Pressesprecher Mercedes-Benz Österreich

Als solcher steht er bulliger und breitspuriger da. Mit ein Effekt der Karosseriekürzung um 14 Millimeter bei gleichzeitiger Anhebung der Dachlinie um 104 Millimeter. Er ist 4,41 Meter lang, 1,83 Meter breit (ohne Außenspiegel; plus drei Zentimeter) und 1,61 Meter hoch. Der Radstand ist um 30 Millimeter auf 2,73 Meter verlängert. An der Spurbreite wurden vier Zentimeter zugelegt, auf vorne 1.605, hinten 1.606 Millimeter. Höher gestreckt hat Mercedes-Benz auch die Federbeine: Die Bodenfreiheit ist um neun auf 143 Millimeter angehoben.

Bei aller Sportlichkeit kommt die Praxis nicht zu kurz. Mit der Integration der Seitenschweller in die Seitentüren erweitern sich die Portalausschnitte, die A-Säulen sind erschlankt, für optimierten Aus- und Überblick, das Kofferraumvolumen ist um ein Alzerl erweitert, es passen 435 bis 1.430 Liter Gepäck ins Heck, Umlegefondlehnen und höhenverstellbarer Ladeboden tragen zur Praktikabilität bei. Ebenso die Option auf eine um 140 Millimeter in Längsrichtung verschiebbare Fondbank.

Zum Marktstart stehen reine Verbrennermotoren zur Auswahl: ein 1,3-Liter-Benziner (aus der Renault-Kooperation) mit 163 PS (GLA 200) und ein 2,0-Liter-Beziner mit 224 PS (GLA 250) – mit und ohne Allradantrieb – sowie ein 2,0-Liter-Diesel mit 150 und 190 PS (GLA 200 d und 220 d), in beiden Leistungsstufen wahlweise mit 4Matic. Nur der Einstiegsbenziner ist mit siebengängiger Direktschaltung kombiniert, alle anderen haben acht Fahrstufen. In der Folge gesellt sich, als Topmodell, der AMG 35 4Matic, ein 306 PS starker Benziner, dazu. Nachgereicht wird ein Plug-in-Hybrid, mit 70 Kilometern elektrischer Reichweite, vermutlich eine Variante des 250 e-Antriebsstrangs (Hachback, B-Klasse), eine Kooperation aus 1,3-Liter-Benziner und Elektroaggregat mit 218 PS Systemleistung.

Serienmäßig ist der GLA mit digitalem Cockpit und MBUX-System samt Sprachsteuerung ausgestattet. Die Basisversion hat zwei Sieben-Zoll-Displays, auf Wunsch bis auf zwei 10,25-Zoll-Screens erweiterbar. Darüber hinaus ist die Extraliste lang und reichhaltig. Unter anderem können Ambientebeleuchtung und Massagesitze für Wohlfühlatmosphäre sorgen. Trotzdem ist auf Wunsch auch für Geländetüchtigkeit gesorgt. Für die Allradversionen offeriert Mercedes-Benz ein 4x4-Technik-Paket mit Bergabfahrunterstützung plus LED-Licht mit eigener Offroad-Funktion. Das Allradantriebssystem ist jetzt elektro-mechanisch statt wie bisher hydraulisch gesteuert. Neu: Waschstraßenassistent.

Der kann, wenn aktiviert, Spiegel einklappen, Scheiben schließen (auch Schiebedach, wenn vorhan-den), Regensensor deaktivieren und die Klimaanlage auf Um-luft stellen. Die Frontkamera hilft bei der Orientierung und Positionierung. Das Ganze deaktiviert sich ab 20 km/h wieder.