Der Name verpflichtet. Seit 1978 verkauft Mitsubishi den L200, weltweit über 4,7 Millionen Mal (somit ist der Pick-up das zweitmeistverkaufte Modell der Japaner). Erfolg macht stark – und Erfolg verpflichtet. Jetzt kommt die sechste Generation.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 11. September 2019 (05:57)

Angefangen hat alles mit einer Kooperation: Die erste L200-Generation wurde zusammen mit Chrysler entwickelt und ist mit dem Dodge Ram D-60 und dem Plymouth Arrow verwandt – das war 1978. 1993 kam der Mitsubishi erstmals nach Österreich. Jetzt schreiben wir das Jahr 2019 und der neue L200, die mittlerweile sechste Generation, steht in den Startlöchern.

Erster Eindruck: Wow! Im Vergleich zum Vorgänger kaum wieder zu erkennen (51 Prozent des Autos sind neu). Das Gesicht mit der großvolumigen Schürze ist massiv und kantig, während die Scheinwerferschlitze auf den ersten Blick nicht so recht zum Rest der Front zu passen scheinen. Der L200 soll sich dem Kunden in Zukunft bulliger, kraftvoller und rauer als bisher präsentieren – und das tut er auch. Fritz Sommer, Pressesprecher von Mitsubishi Österreich, spricht von „japanischer Handwerkskunst“, geprägt vom weiterentwickelten Dynamic-Shield-Design.

„Wir haben das stimmigste Paket am Markt!“ Andreas Kostelecky, Geschäftsführer Mitsubishi Österreich

Blick in den Innenraum: Hier ist kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Instrumente, Mittelkonsole samt großem Farbdisplay, Sitze und das Multifunktionslenkrad wurden neu gestaltet, zugelegt hat auch die Wertigkeit der Materialien. Und auch in Sachen Konnektivität kann man sich sehen lassen. Das vorsteuerabzugsfähige Arbeitstier kommt als Klub- und Doppelkabine nach Österreich – Vier- und Fünfsitzer, 5.295 und 5.305 Millimeter lang, 1.850 und 1.520 Millimeter Ladefläche. Der Wendekreis wird mit 11,8 Metern angegeben – somit weiterhin der kleinste Wendekreis der Klasse (Midsize-Pick-ups).

Der neue L200 hat eine maximale Nutzlast von 980 Kilogramm sowie eine maximale Anhängelast von 3.100 Kilogramm. Und auch offroad kann der in Thailand produzierte Japaner einiges – zum Beispiel Bodenfreiheit 205 Millimeter, oder Rampenwinkel 24 Grad, oder Neigungswinkel 45 Grad, oder Böschungswinkel vorne/hinten 30/22 Grad. Alle Modelle haben einen Allradantrieb serienmäßig – je nach Ausstattungsniveau entweder mit dem Super-Select-4WD-II-System oder mit dem (einfacheren) Easy-Select-4WD-System.

Neu ist (für beide Varianten) die Offroad-Performance (mit dem neuen Sechs-Stufen-Automatikgetriebe) – über die Modi Gravel (Schotter), Mud/ Snow (Schlamm/Schnee), Sand und Rock (für felsiges Terrain) werden automatisch die Antriebsleistung reduziert bzw. die Bremse betätigt, um die größtmögliche Traktion zu erreichen. Eine Bergabfahrkontrolle (neu) gibt es beim Super-Select-4WD-II-System – hier wird der L200 ohne Zutun des Fahrers quasi abgeseilt.

Beim Thema Motor nimmt uns Mitsubishi die Qual der Wahl – es gibt nur einen Turbodiesel: den (neuen) 2,2-Liter mit 150 PS und 400 Newtonmeter. Ab 8,8 Liter pro 100 Kilometer, ab 231 Gramm CO 2 pro Kilometer. Abgasnorm Euro 6d-Temp EVAP. Brav!