Aus die Maus!. Die fünfte Generation des beliebten Kleinwagens präsentiert sich radikal umgestaltet: Schnittiges Design für den neuen Micra!

Von Alexander Seger. Erstellt am 24. Januar 2017 (05:36)
NOEN, Nissan
Der Micra steht wie kaum ein anderes Modell für die Erfolgsgeschichte von Nissan. Unvergessen bleibt das in Österreicherfundene Sondermodell „Micra Mouse“. Und 1983 wurde er als allererstes japanisches Fahrzeug mit dem Titel „EuropasAuto des Jahres“ ausgezeichnet.Der neue Micra (Bild) fährt agil und wendig durch die Kurven –die gute Straßenlage wird aber mit einer straffen Federungerkauft. Die Bremsen packenbei Bedarf griffig zu …

Von einer „Micramorphose“ spricht die Nissan-Marketingabteilung, so gewaltig ist der optische Umbruch. Das glubschäugige Kindchenschema in Kleinwagengestalt wurde ersatzlos in Pension geschickt. Dynamische Proportionen und ein eleganter Falz, der sich vom Kühlergrill bis in die Heckleuchten schwingt, sorgen gemeinsam mit den großen Frontscheinwerfern für ein modernes Erscheinungsbild, das deutlich mehr Männer als bisher ansprechen soll.

Der energiegeladenen Optik kann der neue Dreizylinder-Benziner mit 0,9 Liter Hubraum (90 PS) leider nicht vollinhaltlich gerecht werden – speziell beim Anfahren am Berg bekommt man Mitleid mit dem Turbomotor und der Kupplung. Mehr Hubraum (der Ordnung halber sei hier erwähnt, dass es auch einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel mit ebenfalls 90 PS gibt – wird aber eher ein Minderheitenprogramm sein), ein Automatikgetriebe oder gar ein trendiger Elektroantrieb könnten hier Abhilfe schaffen – möglicherweise zukünftige Optionen, über die man bei den Japanern heute aber noch nicht sprechen will. Von einem Nismo-Kraftpaket gar nicht erst zu reden. Doch einmal in Bewegung, schnurrt der merklich erwachsen gewordene Fünftürer munter vor sich hin. Das Mitschwimmen im Verkehr wird nie zum Problem.

Nicht weniger gewaltig als die Design-Änderung ist das Platzangebot des Innenraums. Die neuen Abmessungen (der Wagen ist länger, breiter und nie-driger als seine Vorgänger) kommen den Passagieren in der ersten Reihe fürstlich zugute, die Lenksäule ist weiters in der Höhe und der Länge verstellbar. Hier kann der Micra gegenüber zahlreichen Mitbewerbern wichtige Punkte im Fach „Alltagsnutzen“ sammeln. Auf der Hinterbank sind bei 3,99 Metern Außenlänge freilich keine Wunder zu erwarten, für Kinder und Jugendliche reicht es allemal. Eine wichtige Zielgruppe sind für Nissan jedoch auch jene Fünfzig-Plus-Paare, deren Nachwuchs schon ausgeflogen ist. Die Individualisierungsoptionen genau zu studieren zahlt sich aus, kann man doch Interieur und Exterieur mit bunten Farben aufpeppen, edle Materialien im Innenraum applizieren lassen und bei Technik-Goodies zuschlagen. Erwähnenswert sind der Spurhalteassistent, die Kameras für die Einparkunterstützung und das Bose-Soundsystem mit genial klingenden Lautsprechern in den vorderen Kopfstützen – auf dass auch die Enkerln eine Freude haben, wenn sie sich das Auto ausborgen. Lediglich bei der Konnek-tivität verdient Nissan wegen exklusiver Unterstützung von Apple Car Play Tadel: Android-User müssen auf die perfekte Vernetzungsmöglichkeit mit ihrem Smartphone bis ins Jahr 2018 warten.

Rund 65.000 Micra sind seit 1983 in Österreich insgesamt zugelassen worden, ca. 16.000 sind heute noch unterwegs. Mit dem spürbaren Größenzuwachs zielt der neue Micra jedoch in die nächsthöhere Fahrzeugklasse (B-Segment). Dieser große Markt ist mit Fabia, Fiesta, Clio & Co. reich an potenziellen Mitbewerbern. Hier werden prak-
tische Fünftürer gekauft, zum stark überwiegenden Teil Benziner mit weniger als 100 PS.