Motorradsommer nach längerer Fahrpause sicher starten. Neben Technikcheck ist die Beherrschung des Motorrads unerlässlich.

Von Redaktion bvz.at und Redaktion noen.at. Erstellt am 15. Mai 2020 (12:10)

Seit Anfang des Jahres sind bereits sechs Motorradfahrer auf Österreichs Straßen tödlich verunglückt (Stand: 07. Mai 2020). Im Vorjahr ereigneten sich zudem insgesamt 3.982 Motorradunfälle mit Personenschaden. 79 Unfälle endeten tödlich. (Quelle: BMI Wochenstatistik/Statistik Austria, Bearbeitung ÖAMTC Unfallforschung). Nach dem Winter und den zurückliegenden Wochen im Corona-Lockdown haben viele Motorradfahrer ihre Bikes schon länger nicht mehr bewegt.

Es ist daher umso wichtiger, sich auf den Motorradsommer mit entsprechenden Trainings vorzubereiten, denn Unfälle passieren regelmäßig aufgrund von Fehleinschätzungen der Fahrer. "Neben den technischen Checks der Maschinen empfiehlt sich nach einer längeren Fahrpause auch eine Auffrischung für die Fahrer selbst", erklärt Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik. "Durch die Corona-Krise liegt nun für viele über ein halbes Jahr zwischen dem Einwintern des Motorrades und der ersten Ausfahrt. Wieder das richtige Gefühl für die Maschine zu bekommen ist daher extrem wichtig, auch für langjährige Biker."

Profi gibt Tipps für den Einstieg in die Saison

* Volle Konzentration im Sattel des Motorrads und eine vorausschauende Fahrweise sind essenziell für eine sichere Fahrt. "Im eigenen Interesse muss ein Motorradfahrer damit rechnen, dass andere Lenker Fehler machen", so Scheiblauer.

* Angepasste Geschwindigkeit: "Nur wer auf die Geschwindigkeit achtet und diese entsprechend den Gegebenheiten im Verkehr anpasst, hat in kritischen Situationen die Chance, Fehler anderer Verkehrsteilnehmer zu korrigieren", rät der Bike-Profi.

* Motorradfahrer müssen in der Lage sein, entsprechende Spuren auf der Fahrbahn richtig einzuschätzen. "Dunkle Flecken in Kurven können gefährliche Dieselspuren sein. Wer in dem Falle nicht richtig reagiert, riskiert einen fatalen Sturz", so Scheiblauer.

* Unbedingt adäquate Schutzbekleidung nutzen. "Ohne gute Motorrad-Kleidung zu fahren ist fahrlässig, da man als Biker keine Knautschzone hat."

ÖAMTC Fahrtechnik Motorrad-Trainings für erfahrene Biker und Neulinge

Zum Saisonstart empfiehlt sich ein Fahrtechnik-Training auf geeigneten Stecken, unter geschützten Bedingungen gleichermaßen für Vielfahrer, Wenigfahrer oder auch Wiedereinsteiger. Die Instruktoren der ÖAMTC Fahrtechnik sind selbst langjährige Motorradfahrer, viele waren und sind erfolgreiche Motorsportler und können daher praxisnahe Tipps geben. Im Zuge der Trainings lernen Biker unter anderem wie sie optimal und rasch mit dem Motorrad im Straßenverkehr auf Gefahrensituationen reagieren.

Dazu gehören die richtige Kurventechnik, Blickführung und Notbremsungen. "Egal, wie erfahren man ist: Übung macht den Meister", hält Scheiblauer fest. "Gerade das gekonnte Bremsen und Ausweichen muss regelmäßig trainiert werden, damit man im Notfall ohne Sturz davonkommt. Wir trainieren viele Abläufe und Manöver, die man vielleicht nur einmal braucht – dann können sie aber lebensrettend sein."

HDI & ÖAMTC Fahrtechnik suchen "Österreichs sichersten Motorradfahrer" – Finale verschoben

Am Bewerb "Österreichs sicherster Motorradfahrer" können alle teilnehmen, die ein Aktiv- oder Dynamik-Motorrad-Training bei der ÖAMTC Fahrtechnik absolvieren. Im Anschluss an das jeweilige Training können Teilnehmer einen Parcours absolvieren. Die besten ziehen ins Finale ein. Als Hauptpreis winkt eine neue Honda CB650R im Wert von über 8.500 Euro. Das Finale wurde aufgrund der Corona-Krise auf den 26. September 2020 verschoben und wird im ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Saalfelden / Brandlhof ausgetragen. "Österreichs sicherster Motorradfahrer" wird unterstützt von der HDI Versicherung, Honda, Michelin, iXS und dem Motorrad Magazin.

Mehr Infos und Anmeldung zum Bewerb unter www.bestbiker.at und www.oeamtc.at/fahrtechnik

In den Bundesländern Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Burgenland und Steiermark werden Motorrad-Trainings mit bis zu 75 Euro gefördert.