Sag niemals Kombi: Panamera Sport Turismo. Die Panamera-Baureihe bekommt eine Version mit mehr Kofferraum und einem Namen, der nach Sportwagen klingt – und nicht nach Nutzfahrzeug.

Von Alexander Seger. Erstellt am 03. Oktober 2017 (01:14)
Porsche traut sich was und bringt den Panamera demnächst auch als Kombi, pardon: Sport Turismo, auf den Markt. Angeblich ist den Porsche-Leuten strengstens verboten, das Wort „Kombi“ in den Mund zu nehmen.Hier der günstigstePanamera SportTurismo, der Hybridmit einer Systemleistung von 462 PS.
NOEN, Porsche

Die Außenlänge – 5,05 Meter – bleibt im Vergleich zum normalen Panamera gleich, aber der Name des neuen Modells benötigt spürbar mehr Raum: Porsche Panamera Sport Turismo, ergänzt um die Motorbezeichnung. Die lautet zum Marktstart 4 (330 PS), 4S (440 PS), Turbo (550 PS), 4S Diesel (440 PS) oder 4 E-Hybrid (462 PS).

Letzterer ist als Preis/Leistungs-Sieger die beliebteste Antriebskonfiguration in Österreich: Tempo 100 ist in 4,6 Sekunden erreicht, Topspeed 275 km/h, Keramikbremse inklusive … und dennoch NoVA*-frei ab 114.629 bestellbar! Der Turbo ist mit einem Ab-Preis von 195.116 hingegen das derzeit teuerste Modell. Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe (acht Gänge) sind immer an Bord, von der 330-PS-Version abgesehen auch die Luftfederung.

Anfang 2018 wird auch im Sport Turismo der Turbo S E-Hybrid (680 PS) angeboten, der gerade bei der Limousine als Flaggschiff in den Markt eingeführt wird. Da muss man vorher schon tief Luft holen, will man die komplette Modellbezeichnung in einem Zug nennen.

Nicht minder atemberaubend der Vorwärtsdrang: Wer gleichzeitig mit dem Aufsagen aus dem Stand voll beschleunigt, darf sich am Ende des Namens von seinem Führerschein verabschieden – 100 km/h nach 3,4 Sekunden, 200 km/h stehen nach 8,3 Sekunden am Tacho. Entsprechend viel Platz auf der deutschen Autobahn vorausgesetzt, zeigt die Tachonadel maximal 310 km/h. Mit einem (in der Praxis natürlich unrealistischen) Normverbrauch von 2,9 Litern fällt auch für dieseRakete keine NoVA * an. (*Normverbrauchsabgabe)

„Für Kunden, die in dieser Fahrzeugklasse mehr Raum und Individualität suchen und auf Sportlichkeit und Leistung nicht verzichten möchten, ist der Panamera Sport Turismo das richtige Angebot.“ Helmut Eggert, Geschäftsführer von Porsche in Österreich

Praktisch anwendbaren Nutzen versprechen die 50 Liter Kofferraum, die durch die höhere Dachlinie gewonnen wurden (gesamt 520 bis 1.390 Liter, beim E-Hybrid 425 bis 1.295 Liter).

Dieses Stauraumplus wird rund 40 Prozent der Panamera-Kunden überzeugen, sich für den Sport Turismo zu entscheiden. Vielleicht greifen sie aber auch zu ihm, weil sie sich weder mit der Coupé-Form der Limousine noch mit dem Hinaufklettern in einen Cayenne anfreunden wollen? Außerdem hat ja heute wirklich fast jeder einen SUV, da muss man sich schon ein wenig absetzen.

Die hintere Sitzbank kann beim Sport Turimos in einer dreisitzigen Variante bestellt werden, wobei Porsche in einem Anflug von Ehrlichkeit nicht vom Fünfsitzer spricht, sondern „4+1“ in den Prospekt schreibt (unter uns: auch das ist übertrieben). Stolz sind die Stuttgarter zudem auf den variablen Dachspoiler.

Bis 170 km/h beträgt seine Stellung minus sieben Grad von der Waagrechten, bei höherem Tempo fährt er auf plus ein Grad aus und verschafft der Hinterachse 50 Kilogramm mehr Anpressdruck. In den Fahrmodi Sport und Sport Plus wandert er bereits ab 90 km/h in diese Position. Öffnet man das (optionale) Glaspanoramadach, erhöht sich der Anstellwinkel sogar auf 26 Grad, um ausreichende Bodenhaftung der Hinterräder zu gewährleisten.