Evolution statt Revolution. Der neue Range Rover Velar ist ein Designkunstwerk auf Rädern, das man nur ungern schmutzig macht. Technisch eng mit dem Jaguar F-Pace verwandt.

Von Alexander Seger. Erstellt am 01. August 2017 (02:46)
NOEN, Land Rover
Mit einem cW-Wert von 0,32 soll der 4,80 Meter langeVelar das aerodynamisch effizienteste Mo-dell der Land-Rover-Geschichte sein. DerOrdnung halber: maximales Kofferraumvolumen 1.731 Liter, maximale Wattiefe (mit Luftfederung) 650 Millimeter.

Das zentrale Thema bei der Vorstellung des vierten Range-Rover-Modells ist nicht dessen (wie üblich beeindruckende) Geländetauglichkeit, sondern das Design. Der Velar ist unverkennbar ein Range Rover, aber er ist nicht bloß eine Kopie des geringfügig größeren Range Rover Sport oder des deutlich kleineren Evoque.

Zentrale Elemente der Designsprache wie die schalenförmige Motorhaube, die umlaufende Gürtellinie oder das Pultdach mit den schwarzen Säulen lassen keinen Zweifel an der Familienabstammung aufkommen, doch gleichzeitig weisen neue Gestaltungselemente wie die voll versenkten Türgriffe oder die extrem flachen Matrix-Laser-LED-Scheinwerfer in die Zukunft. Mit anderen Worten: Sanfte Evolution statt brutaler Revolution!

Die Reduktion von Linien und Kanten wurde auch im Innenraum umgesetzt: Das neue Infotainmentsystem Touch Pro Duo verteilt seine Informationen auf zwei Zehn-Zoll-Touchscreens, die äußerst elegant in die Mittelkonsole integriert sind. Der unangenehme Nebeneffekt dieser Bedienungslösung: Die Aktivierung der Funktionen erfordert eine deutliche Blickablenkung vom Straßenverehr, die hochglänzende Oberfläche ist schon nach einigen Stunden mit Fingertapsern übersät – wie sagt der Volksmund: Schönheit muss leiden!

„Der Velar schreibt ein neues, spannendes Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Land Rover!“ Thomas J. Hörmann, Chief Operating Officer Land Rover Österreich

Kein Grund zur Klage sind die angebotenen Motoren. Jeweils drei Diesel- und Benzinaggregate sorgen mit 180 bis 380 PS für standesgemäßes Vorankommen. Ihre Leistungsausbeute tragen sie leicht erkennbar im Modellnamen: Die Vierzylinder heißen in der Selbstzünder-Version D180 und D240, die Benziner (Petrol) P250 und P300. Die beiden Sechszylinder haben D300 bzw. P380 am Heck angeschrieben – und die Luftfederung serienmäßig an Bord.

Die sanft schaltende Acht-Gang-Automatik von ZF ist immer serienmäßig – wer will heutzutage noch selber schalten? Allradantrieb ist ebenfalls bei allen Modellen an Bord (Name verpflichtet). Während die Motor- und Windgeräusche sehr gut gedämmt sind, haben wir auf den ersten Testkilometern in Norwegen relativ hohe Reifengeräusche festgestellt. Ob das auf besonders rauen Asphalt im hohen Norden zurückzuführen ist, werden wir bei einem Test in Österreich herausfinden …

Für die Konfiguration des Wunschmodells darf man sich ruhig ein wenig Zeit nehmen. Neben den zwei Modellvarianten Velar und Velar R-Dynamic, die sich vor allem in der Gestaltung des vorderen Stoßfängers unterscheiden, sind zusätzlich zur Serienkonfiguration drei Ausstattungslinien (S, SE, HSE) verfügbar. Darauf aufbauend können Design- oder Luxuspakete sowie weitere Ausstattungsoptionen angekreuzt werden. In der umfangreichen Preisliste sind alleine für die Position „Sitzmaterial und Sitzfunktionen“ beeindruckende sieben Seiten zu finden! Einer der Gründe dafür: Erstmals sind nicht für die edelsten Ausstattungen ausschließlich Ledersitze zu haben, sondern auch hochwertige Premium-Textilbezüge bestellbar.