Ein Neustart mit gehobenem Anspruch. Nach Koleos kommt … Koleos! Trotz des gleichen Namens gibt es keine Ähnlichkeiten zum wenig erfolgreichen Vorgänger.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 20. Juni 2017 (02:49)
NOEN, Renault
Ein selbstbewusstes Erscheinungsbild prägt den NeustartRenaults imgehobenen Mittelklasse-SUV-Segment. Die Verwandtschaft zum NissanX-Trail siehtman dem Koleos nicht an. Der Ordnung halber das Kofferraumvolumen: 624 bis 1.690 Liter.

Gründlich aufgeräumt hat Laurens van den Acker, Design-Chef von Renault, mit dem Erscheinungsbild der Rhombus-Marke. Begonnen hat es mit dem Clio. Jetzt war, gewissermaßen zum Abschluss, jenes Modell an der Reihe, das der Niederländer am wenigsten mochte, ja geradezu „hasste“: der Koleos. Deshalb hat er ihn schön gemacht. Und selbstbewusst. Mit Stilzitaten des D-Segment-Bruders Talisman. Denn in dieser Klasse, die ebenso wie andere vom anhaltenden SUV-Trend erobert wird, ist der neue Koleos platziert. Damit komplettiert Renault (vorerst) die Crossover-Palette um einen Neustarter, der mit gehobenem Anspruch ins Rennen gegen den stark besetzten Mitbewerb geht. Der oberhalb des Kadjar positionierte Wagen spielt eine Schlüsselrolle in der Produktoffensive von Renault und in der globalen Wachstumsstrategie der Marke.

Dabei stützt sich Renault auf die bewährte Technik von Kooperationspartner Nissan: Der Neue (Produktion in Busan/ Südkorea) ist ein Bruder des
X-Trail. Wobei die enge Verwandtschaft nicht aus reinem Badge-Engineering besteht. Denn abgesehen von der Basis, der Plattform, und der Antriebstechnik, dem Allradsystem (All Mode 4x4i) mit drei per Tastendruck einstellbaren Fahrmodi, zeigt der Franzose Eigenständigkeit. Er offeriert auch nicht eine Option auf sieben Sitze, dafür hat die Rhombus-Marke den Espace und den Grand Scénic anzubieten.

„Mit dem neuen Koleos geht Renault erstmals im weltweit boomenden Segment der gehobenen Mittelklasse-SUVs an den Start.“ Dorit Haider, Pressesprecherin Renault Österreich

Konzentriert hat sich Renault auf Komfort und gehobene Ausstattung. Ersteren bietet der Koleos mit 2,71 Metern Radstand (4,67 Meter Außenlänge) und daraus resultierendem großzügigem Innenraum sowie fein-komfortabler Fahrwerkabstimmung. Dazu sind ab der Basisausstattungsstufe Zen Details wie Radio-Navigation, Klimaautomatik, Lederlenkrad und Verkehrszeichenerkennung mit Tempoalarm bereits an Bord. Wählt man das Niveau Initiale Paris, dann fehlt einem so gut wie nichts an aktueller Konzerntechnik, zu Infotainment- und Assistenzsystemen kommen Voll-LED-Licht, Ledermöblierung und eine hochkarätige Audioanlage (Bose).

Hinsichtlich des Antriebsprogramms beschränkt man sich in den europäischen diesellastigen Märkten wie Österreich auf zwei Selbstzünder. Zum einen ist das ein 1,6-Liter mit 130 PS (ab 4,6 Liter pro 100 Kilometer), zum anderen ist das ein 2,0-Liter mit 177 PS (380 Newtonmeter). In beiden – laufruhigen und akribisch geräuschgedämmten – Varianten wurde der Koleos auf eine ausgedehnte Wald- und Wiesenrunde im Nahbereich von Helsinki geschickt. Wobei sich das Wetter nicht von der freundlichsten Seite zeigte. Was jedoch dem Franzosen die Möglichkeit bot, seine Traktionssicherheit unter Beweis zu stellen. Das gelingt auf den teils unasphaltierten Nebensträßchen schon mit der frontgetriebenen 130-PS-Version überzeugend und erst recht mit der serienmäßig allradgetriebenen 177-PS-Variante. Deren Fahrstufen können wahlweise sechsstufig manuell sortiert werden oder via CVT-Getriebe, das sieben Gangstufen simuliert (das tut es ebenso akkurat wie unter Absenz von Heultendenzen). Zum Beweis, dass der Franzose mit seinen 210 Millimetern Bodenfreiheit vor gröberen Fahrbahnbedingungen nicht zurückschrecken muss, wurde er auch ein wenig ins leichte Gelände geschickt. Bei gefühlvollem Umgang mit dem Gaspedal stellen selbst steilere Anstiege und gröbere Verschränkungen keinen Grund dar, auf der Stelle zu treten, sprich hängen zu bleiben.